Motocross
Flugshow in Günsberg

Beim Traditionsevent in Günsberg sahen 3500 Zuschauer attraktive Rennen mit Monstersprüngen. Bei den Hobbyfahrern (bis 125ccm) liegt die MXRS-Meisterschaft fest in den Händen der Solothurner:

Hans Peter Schläfli
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Julien Bill fliegt durch die Luft zum Schweizer-Meister-Titel in der offenen Klasse.

Julien Bill fliegt durch die Luft zum Schweizer-Meister-Titel in der offenen Klasse.

Hasn Peter Schläfli

Diese abrupte Stille überrascht immer wieder: Wenn alle Fahrer gleichzeitig vom Gas gehen, hat das Getöse des Starts für einen Sekundenbruchteil ein Ende. Dann ging es beim traditionsreichen Motocross in Günsberg wieder mit Vollgas auf eine anspruchsvolle Runde. Die Organisatoren um Christian Chanton hatten diesmal mehrere künstliche Sprünge eingebaut. Beim Weitesten flogen die Fahrer etwa 40 Meter durch die Luft. Für die weniger Mutigen war deshalb eine – allerdings deutlich langsamere – Umfahrung angelegt. Das Ziel wurde erreicht: Spektakel pur war angesagt, und rund 3500 zahlende Zuschauer wollten sich dies ansehen. «Ich bin zufrieden», lautete am Ende Christian Chantons Kommentar.

Der «Göttibueb» gewann

Allerdings zeigte die Trockenheit der letzten Tage Wirkung. Obwohl immer wieder gewässert wurde, entstand bei jedem Rennen eine gewaltige Staubwolke, die die Sicht der Fahrer beeinträchtigte. Es gab einen Unfall, doch die medizinische Abklärung ergab keine ernsthaften Verletzungen.

Bei den Hobbyfahrern (bis 125ccm) liegt die MXRS-Meisterschaft fest in den Händen der Solothurner: Ronny Gasser aus Niederwil führt vor Markus Leuenberger aus Selzach. Am Samstag fuhr Ronny Gasser in beiden Läufen auf den zweiten Platz, was ihm den Tagessieg einbrachte. «Er ist mein Göttibueb», sagte der frühere Profifahrer Chanton stolz. «Ronny hat erst mit 19 Jahren begonnen und beweist sehr viel Talent. In nur drei Jahren hat er sich vom Anfänger zu einem der besten Hobby-Fahrer gesteigert.»

Zweimal Zweiter

Bei der Schweizer Meisterschaft bis 125ccm fiel Kevin Gonseth aus Moutier, der in Günsberg fast als Einheimischer gehandelt wird, mit zweiten Plätzen in beiden Läufen positiv auf, was ihm den Tagessieg einbrachte. Wenn ihm nicht immer wieder die überrundeten Fahrer in die Quere gekommen wären, hätte er im zweiten Lauf vielleicht auch noch den führenden Kilian Auberson in Bedrängnis bringen können. Für die Organisatoren hatte Gonseth nur lobende Worte: «Die Piste ist sehr schön, es hat viele Zuschauer und eine coole Stimmung hier. Der recht lockere Boden kommt mir entgegen, und ich mag auch die Sprünge.»

In der offenen Klasse der Schweizer Meisterschaften konnte in Günsberg niemand mit Julien Bill mithalten. Er dominierte beide Läufe souverän, obwohl die ausländische Konkurrenz, vor allem die der Franzosen, sehr stark war.