EHC Olten
Florian Schmuckli - der Benjamin Button des EHCO

Vor einem Monat noch im Kader der GCK Lions, stabilisiert Florian Schmuckli nun die Defensive des Ligakonkurrenten aus Olten. Bei den Powermäusen hat sich der 22-jährige Verteidiger schnell integriert.

Michael Forster
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Florian Schmuckli will in Olten auch Werbung in eigener Sache machen.ae

Florian Schmuckli will in Olten auch Werbung in eigener Sache machen.ae

Hansruedi Aeschbacher

Als der EHC Olten am letzten Tag des nationalen Transferfensters am 31. Januar Florian Schmuckli von den GCK Lions für die nahenden Playoffs verpflichtete, da waren sich die Experten rund um den Verein für einmal einig. Mit dem Verteidiger, welcher in seiner Jugend die Nachwuchsabteilung des EV Zug durchlaufen hatte, konnte ein sehr solider Defensivspieler mit einer gewissen Wasserverdrängung (184 cm/89 kg) verpflichtet werden, einer auch, der, trotz seiner erst 22 Jahre, bereits über einige Erfahrung verfügt und bereits 60 Partien auf Stufe NLA absolviert hat.

Ein frühes Zeichen

Auch in dieser Saison lief Schmuckli bereits in vier Qualifikationsspielen für die ZSC Lions auf, konnte sich aber nicht richtig festbeissen im grossen und starken Kollektiv des Schweizer Meisters. Ein Grund dafür war auch, dass die Zürcher immer wieder Verletzte zu beklagen hatten und das Kader schon früh aufstockten.

Trotzdem rechnete der frühere Zuger damit, dass er, wie schon in der letzten Saison, während den Playoffs für den «Z» auflaufen würde. Entsprechend zeigte er sich überrascht, dass der Last-Minute-Transfer zum EHCO Tatsache wurde – nachdem er selber die sportliche Führung der GCK Lions um Erlaubnis gebeten hatte, angesichts seiner schlechten Aussichten beim ZSC, die Playoffs bei einem anderen Team absolvieren zu dürfen.

Schnell eingelebt

Und Schmuckli brauchte nicht lange, bis er sich bei seinem neuen Arbeitgeber so richtig eingelebt hatte. Bereits im vierten Einsatz für Grün-Weiss knöpfte er sich Rappis Cédric Hüsler vor, welcher in der Szene zuvor Reto Kobach gegen den Kopf gecheckt hatte. Der (einseitige) Faustkampf trug zwar auch ihm eine (allerdings fragwürdige) Spieldauerdisziplinarstrafe ein, und doch war es ein starkes Zeichen des Neulings.

Von seinen neuen Teamkollegen sei er «extrem gut» aufgenommen worden; etwas, das, angesichts des doch grossen Konkurrenzkampfes, nicht selbstverständlich sei. «Olten verfügte zu diesem Zeitpunkt bereits über neun Verteidiger, ich war also die Nummer 10. Das heisst, dass ich jemandem den Platz weggenommen habe.» Er hätte es deshalb akzeptieren müssen, wenn man sich ihm gegenüber ein wenig distanziert verhalten hätte – umso glücklicher schätze er sich, Unterschlupf in diesem NLB-Spitzenteam gefunden zu haben.

Obwohl die Integration beim EHCO also bestens geklappt hat, sieht sich Schmuckli zumindest in einem Punkt mit einer völlig neuen Rolle konfrontiert. War er bei den GCK Lions mit 22 Jahren noch der zweitälteste Schweizer Spieler, ist es jetzt genau umgekehrt. Mit Matteo Romanenghi kommt nur ein Spieler regelmässig zu Einsätzen, welcher noch jünger ist als Schmuckli. «Das ist ein grosser Unterschied», schmunzelt er, im Wissen, dass er in Olten wichtige Erfahrungen sammeln und von seinen temporären Mitspielern viel profitieren kann.

Es wird schnell vergessen

So sieht Schmuckli den EHC Olten nicht zuletzt auch als ideale Plattform, sich für die nächste Saison aufzudrängen. Sein Vertrag bei den GCK Lions läuft aus: «Ich kann mir gut vorstellen, nächstes Jahr wieder für die Lions aufzulaufen, aber auch, hierzubleiben – ich bin für alles offen.» Die nächsten Schritte wird er auf jeden Fall für die Oltner machen. Es gilt, auf die Niederlage vom Dienstag zu reagieren. «Wir hatten die Partie über weite Strecken im Griff», spricht er von einer «blöden Niederlage». Der Vorteil in den Playoffs sei jedoch, dass der Blick sofort wieder nach vorne gehe. «Im ersten Moment schmerzt eine Niederlage in dieser Phase zwar mehr, als eine in der Qualifikation. Gleichzeitig ist sie schneller vergessen, der Fokus auf die nächste Partie gerichtet.» Das sei bei einem Sieg genau dasselbe: «Abhaken und vorwärtsschauen.»

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