Eishockey
Fehlendes Fortüne und noch zu viele Fehler beim EHC Olten

Der EHC Olten verliert bei Leader Langnau mit 2:4 – dabei wäre der Sieg im Emmental gegen ersatzgeschwächte Tiger absolut dringelegen.

Michael Forster, Langnau
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Die Oltner Eishockeyaner spielen in Langnau zwar nicht schlecht, aber zuwenig clever.

Die Oltner Eishockeyaner spielen in Langnau zwar nicht schlecht, aber zuwenig clever.

von Arx

So viel vorneweg: Es war nicht unbedingt ein Bewerbungsschreiben, was der EHC Olten gestern Abend beim souveränen Leader Langnau ablieferte. Unter den Augen des neuen Trainers Heikki Leime, welcher seine neue Mannschaft von der Tribüne aus ein erstes Mal zu Gesicht bekam, waren die Oltner zwar leistungsmässig nicht allzu weit von ihrem Gegner weg, und doch fehlten am Ende zwei Treffer zum positiven Erlebnis. «Uns fehlt auch ein wenig das Wettkampfglück», konstatierte Remo Meister nach dem Spiel, und lag damit genau richtig. «Wir hatten gute Chancen – wenns läuft, dann fallen sie rein.»

Dabei wären die Gastgeber alles andere als unbezwingbar gewesen, zeigten sie doch Mängel im Überzahlspiel, aber auch bei Normalbestand schlichen sich immer wieder Fehler in ihrem Spiel ein. «Es war eine Partie, welche auf beide Seiten hätte kippen können», so Meister. Mal für Mal wurde es vor dem Tor der Einheimischen nämlich gefährlich, doch einmal verpasste Lüthi (16.) eine aufgelegte Möglichkeit, dann war es wieder die nominell erste, praktisch über die gesamte Spielzeit brandgefährliche Linie um Topscorer Truttmann, welche nicht reüssierte.

Dabei hatte alles so gut begonnen in der Ilfis. Zwar musste Martin Wüthrich bereits beim ersten Einsatz nach etwas mehr als 20 Sekunden auf die Strafbank, doch davon liess sich das Duo Feser/Truttmann nicht beirren. Zu zweit zogen sie in einem schnellen Break auf Tigers-Hüter Croce zu; Truttmann mit dem eleganten Backhand-Pass auf Feser, und der erwischte Croce nach 34 Sekunden mit einem satten Schuss. Die Gastgeber erholten sich aber rasch von dieser kalten Dusche, steckten dieses miese Powerplay weg und profitierten bald einmal von der zu wenig konsequenten Gangart der Oltner. In der 6. Minute zum Beispiel, als sich zwei Gäste vor dem eigenen Tor gegenseitig behinderten, und Tom Gerber im Nachschuss den Ausgleich ermöglichten.

Doch kaum war in Abschnitt zwei wieder angespielt, schlug es hinter Lorenzo Croce ein zweites Mal ein. Erneut gelang den Gästen der Start perfekt, dank Shayne Wiebe. Dem Kanadier schien auch gestern das Pech am Stock zu kleben. Zwar rutschte ihm die Scheibe, sinnbildlich für seine letzten Auftritte, zuerst über die Kelle, kam aber nach einem Schwarzenbach-Abschluss erneut an die Scheibe und drückte diese zum 2:1 über die Linie. Dauerte es im ersten Drittel 318 Sekunden bis zum Gegenschlag der Tigers, verstrichen diesmal 312 Sekunden, ehe sich Bäumle ein drittes Mal geschlagen geben musste. Zwar schien er bei Stettlers Weitschuss freie Sicht zu haben, musste den Puck aber zur erneuten SCL-Führung passieren lassen.

Strafe im dümmsten Moment

Stellvertretend für die verpasste Chance, dem Leader zu Hause ein Bein zu stellen, war die Szene in der 37. Minute: Im Stile eines Ringers packte Schneuwly seinen Gegenspieler am Kragen und zerrte ihn zu Boden. Diese Strafe war umso ärgerlicher, weil die Scheibe im Powerplay endlich einmal gut lief und so die Chance auf den Ausgleich zum 3:3 vertan wurde. So mussten die Oltner auch im letzten Abschnitt einem Rückstand hinterherlaufen, und beinahe hätte Wiebe den dritten schnellen Gästetreffer besorgt. Doch er scheiterte ebenso wie später Brunner und Truttmann.

So kippte das Spiel ab Drittelsmitte endgültig aufseiten der Langnauer, welche mit einer ihrer ersten Chance glücklich zum 4:2 kamen: Topscorer DiDomenico nahm die Scheibe aus der Luft und traf in der 51. Minute zum Schlussstand. «Wir spielten bereits in Martigny eine gute Partie, auch heute waren wir gut. Doch wir müssen versuchen, 60 Minuten durchzuziehen», so Meister. Dann wird, bestimmt auch das Glück wieder zurückkehren.