Tennis

Federer-Coach Severin Lüthi gibt sich in Trimbach die Ehre

Federer-Coach Severin Lüthi (links) berät Michael Lammer beim Interclub-Auftritt in Trimbach.

Federer-Coach Severin Lüthi (links) berät Michael Lammer beim Interclub-Auftritt in Trimbach.

Aufseiten der Grasshoppers war das Gastspiel von Daviscup-Spieler Michael Lammer im Voraus bekannt, nicht aber, dass sich Severin Lüthi, seines Zeichens Captain des Daviscup-Teams und Trainer von Roger Federer, unter die Zuschauer mischen würde.

Michael Lammer, der sich im Verlauf des diesjährigen NLA-Interclubs bisher ausnahmslos siegreich gezeigt hatte, gelang das Gastspiel in Trimbach nicht nach Wunsch. Gegen den Schweiz-tschechischen Doppelbürger Martin Vacek hatte der Zürcher, obwohl gemäss Rating klar favorisiert, hartes Brot zu essen. In zwei Sätzen mit zog er mit 3:6 und 4:6 den Kürzeren. «Mit meiner Leistung bin ich nicht zufrieden. Ich fand nie richtig ins Spiel», haderte er mit sich selbst. Er habe zwar im zweiten Satz noch einige Chancen kreiert, um in die Partie zurück zu kommen. Doch nach Vaceks Break habe er nicht zurückschlagen können. Schliesslich habe sein Gegner die Begegnung souverän zu Ende gespielt. Auch im Doppel behielten die Froburger in dieser Partie überraschend das bessere Ende für sich.

Auf den Reiz des Interclub-Wettbewerbs angesprochen, strich der 32-Jährige den Teamaspekt heraus: «Es ist super mit den Jungs von GC zwei Wochen lang zusammen unterwegs zu sein, und Tennis zu spielen.» Den Interclub-Wettbewerb an sich und die herrschende Atmosphäre schätze er sehr und diese hätte noch mehr Zuschauer verdient. Hier zeigte sich, dass sich der Mann aus dem Davis-Cup oder von der Tour grössere Bühnen gewöhnt ist, fanden sich gestern Samstag in Trimbach bei besten Bedingungen doch gegen 200 Interessierte ein, was für die Frohburger durchaus eine grosse Kulisse darstellte...

Lüthi sieht Lammers Niederlage gegen Trimbach

Unter den Zuschauern weilte mit Severin Lüthi auch Schweizer Tennis-Prominenz. Er ist nicht nur Captain des Daviscup-Teams, sondern auch Trainer von Weltstar Roger Federer. Auf den Grund seines Besuches in der Tennis-Provinz angesprochen, meinte der Berner: «Einerseits beobachte ich mit Michael Lammer einen Davis-Cup-Kaderspieler, andererseits war ich jahrelang selbst für GC im Interclub aktiv und bin immer noch mit dem Club verbunden.» Die Niederlage seines Schützlings bezeichnete er als unglücklich. Die Ausgangslage für einen Profi wie Lammer gegen einen Amateurspieler wie Vacek, der aber nach wie vor ein solides Niveau aufweise, sei nicht ganz einfach. Der Aussenseiter könne befreit aufspielen und habe nichts zu verlieren. Trotzdem: «Normalerweise müsste Lammer gewinnen, diese Niederlage hat er sich selbst zuzuschreiben.»

Schweizer Nachwuchs mit zu wenig Biss

Aufseiten der Froburger, welche sich gegen GC sehr achtbar aus der Affäre zogen, konnte kein Akteur das Interesse von Lüthi wecken, denn die jungen Froburger besitzen (noch) nicht das Format, um für die Belange des Daviscup-Teams von Interesse zu sein. Insgesamt bedauerte es Lüthi, dass im Schweizer Tennis und insbesondere im Interclub die Breite hinter der Spitze wenig bis gar nicht vorhanden ist: «Hinter unseren Weltklasse-Spielern Roger Federer und Stan Wawrinka kommt lange nichts.» Denn bereits die Nummern 3 und 4 im Daviscup-Team Marco Chiudinelli und Henri Laaksonen klassieren sich im Bereich von ATP-Rang 200. Lüthi meldete an dieser Stelle Kritik an der hiesigen Tennis Szene an: «Junge Talente werden hierzulande oft überbetreut, anstatt zuerst Leistung von ihnen zu erwarten.» Kontraproduktiv sei an dieser Stelle, dass im NLA-Interclub zum Teil mit grossen Summen die besten Schweizer geködert werden, was diese genügsam werden lässt, anstatt weiter hart an sich zu arbeiten. Den Weg des grossen Geldes im Interclub zu begehen, erachtet er als falsch. Von dieser Aussage sich nicht angesprochen fühlen müssen sich die Trimbacher, da im Gegensatz zur Ligaspitze nur ein Bruchteil der finanziellen Mittel vorhanden ist.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1