«Es läuft gut beim FC Solothurn», sagt Pablo Molina, «die Stimmung in der Mannschaft und im Umfeld ist positiv.» Er ist der einzige Solothurner, der auch schon für den FCG gespielt hat. Mit den Grenchnern Sacha Stauffer, Lucien Kellerhals und Kevin Schleiffer pflegt er immer noch Kontakt. «Sie sind heiss auf das Derby», weiss Molina, «sie möchten uns gerne ein Bein stellen.» Aber wird heute im Stadion (Anstoss 17.30 Uhr) auch wirklich das echte Derby-Feeling aufkommen? «Aber sicher», meint der 26-jährige Goalie, «die Ambiance wird auch unsere auswärtigen Spieler anstecken.»

Aufstieg ein hohes Ziel

«Die Resultate zum Start in den Frühling waren leider nicht so gut», gibt Molina zu. «Wir schauen trotzdem nach oben und wollen versuchen, um den Aufstieg in die neue 1. Liga Promotion mitzuspielen. Aber das wird nicht einfach. Wir haben eine gute Vorbereitung gemacht und geben alle unser Bestes, aber die Gegner sind sehr stark. Wir nehmen jetzt ein Spiel nach dem anderen, und wenn uns eine Siegesserie gelingt, dann sehen wir gegen Ende der Saison weiter.» Ein Sieg gegen Grenchen käme da gerade
gelegen.

Auf der Tribüne im Stadion möchten die Leute jetzt, dass der FCS aufsteigt. «Wir spüren diesen positiven Druck, und er ist motivierend», sagt Pablo Molina. Einen solchen Erfolg zu feiern, das reizt ihn. «Für die Spieler ist diese neue Liga eine interessante sportliche Herausforderung. Das Niveau wird sicher hoch sein. Aber ob die 1. Liga Promotion für die Zuschauer auch attraktiv wird, weiss ich nicht so recht. Die Derbys werden fehlen und die vielen U21-Teams interessieren die Zuschauer nicht besonders.»

Der Derbysieg ist immer ein Ziel

Während es in Solothurn ruhig ist, hat der Gast im heutigen Derby turbulente Zeiten hinter sich: «Wenn es einfach wäre, dann hätte man mich nicht geholt», beschreibt Hans Kodric die Situation beim FC Grenchen, «aber ich habe auch viel Gutes angetroffen.» Der neue Trainer, der nur bis Ende Saison engagiert wurde, will professioneller arbeiten und gewisse Dinge korrigieren.

So hat Kodric zwei Ziele. Das langfristige: «Ich will meinem Nachfolger Max Rüetschli im Sommer eine intakte Mannschaft übergeben, auf die er bauen kann. Dazu muss das kollektive Denken verbessert werden. Ich arbeite an der Disziplin und der Harmonie im Spiel.» Das kurzfristige Ziel: «Ein Sieg im Derby», sagt der 67-jährige Kroate, der schon einmal – in glorreicheren Zeiten – vor rund 35 Jahren beim FC Grenchen war. «Ich hoffe, dass bei meinen Spielern Emotionen wach werden. Im Training stimmen Einstellung und Einsatz. Ich bin optimistisch.»