Fussball 2. Liga

FC Zuchwil-Trainer nach der miserablen Vorrunde: «Es ist noch lange nichts verloren»

Das Aufstiegsteam des FC Zuchwil im Frühsommer 2016.

Das Aufstiegsteam des FC Zuchwil im Frühsommer 2016.

Unsere dreiteilige Serie zum Rückrundenstart in der 2. Liga startet mit dem FC Zuchwil. Um den Verbleib in der 2. Liga zu sichern, verstärkte Zuchwil-Trainer Adis Kesedzic sein junges Team mit erfahrenen Spielern.

Adis Kesedzic ist für die Auferstehung des FC Zuchwil verantwortlich. Der 38-jährige Trainer führte den Klub in den letzten drei Jahren von der 4. bis in die 2. Liga. Den jüngsten Aufstieg am Ende der vergangenen Saison schaffte der FC Zuchwil gar ohne eine einzige Niederlage in 25 Meisterschaftsspielen.

Bevor der Flumenthaler Kesedzic mit Zuchwil zum Höhenflug ansetzte, war er als Trainer in der Nachwuchsabteilung des FC Luterbach tätig. Dort hatte er schon seine Aktivkarriere beendet. Dies war nach der Saison 2010/11, in der Luterbach aus der 2. Liga inter abstieg.

Es ging drunter und drüber

«Die Vorrunde ist überhaupt nicht so gelaufen, wie ich mir das vorgestellt hätte.» Adis Kesedzic musste in der Winterpause zum ersten Mal während seiner Trainerkarriere über die Bücher gehen. Er habe vor der Saison erwartet, dass der Erfolg der letzten Jahre auch in der 2. Liga anhalten würde. Doch Zuchwil beendete die erste Saisonhälfte mit nur drei Siegen und acht Niederlagen auf dem letzten Platz.

«Wir haben uns vor der Saison wohl zu wenig nach Verstärkungen umgeschaut», begründet Kesedzic. «Dann hatten wir auch noch Pech mit Verletzungen und weiteren Absenzen», fügt er an, «zwischendurch gings wirklich drunter und drüber bei uns.» Deutliche Niederlagen gegen Bellach (2:6), Biberist (0:6), Blustavia (1:3) und Härkingen (0:3) – nach den ersten vier Spieltagen musste man sich tatsächlich Sorgen machen um den Liga-Neuling.

Seltene Lichtblicke

Doch dann setzte der Aufsteiger mit einem 7:1-Kantersieg gegen Deitingen ein erstes Ausrufezeichen. «Wenns uns mal läuft, dann läufts», muss Kesedzic rückblickend selber lachen über den zu diesem Zeitpunkt unerwarteten Exploit. Die Begründung liefert er gleich nach: «Wir sind eine Stimmungsmannschaft, die grösstenteils aus jungen und in der 2. Liga noch unerfahrenen Spielern besteht. Das erklärt unser Auf und Ab.»

Die weiteren Resultate verdeutlichen dies: 0:3 gegen Trimbach, 2:0-Sieg gegen Niederbipp, eine 0:4-Pleite gegen Mümliswil, dann ein 5:0-Sieg gegen Welschenrohr und schliesslich zum Abschluss Niederlagen gegen Fulenbach (0:4) und Grenchen (0:2).

Nur ein Punkt Rückstand

Zuchwil startet am 1. April zwar als Schlusslicht in die Rückrunde. Doch positiv aus der Sicht von Kesedzics Team ist, dass der Rückstand auf den ersten Nicht-Abstiegsplatz nur ein Punkt beträgt. Der Tabellensiebte Niederbipp liegt ebenfalls nur drei Punkte vor Zuchwil.

«Es ist noch lange nichts verloren», weiss Kesedzic, «wir hatten in der Winterpause viel mehr Zeit für die Vorbereitung als noch im Sommer. Und diese Zeit haben wir genutzt. Die Mannschaft wird vor allem konditionell stärker sein als in der Vorrunde.» Das Kader wurde ebenfalls verstärkt. Vom FC Fulgor Grenchen stiessen Werner Meyer und Marinko Zizak zum Team, die letzte Saison mit Croatia in der 2. Liga gespielt hatten.

Zudem verpflichtete Zuchwil Stürmer Liridon Redzepi vom FC Iliria. «Wir brauchten ein paar Spieler mit der nötigen Erfahrung in dieser Liga», begründet Kesedzic. Nun stimmt in seinen Augen die Mischung aus Routiniers und jungen Spielern.

Eine Rechnung offen mit Bellach

Das Saisonziel des FC Zuchwil lautet natürlich, möglichst bald dem Ranglistenkeller zu entfliehen und somit in der 2. Liga zu bleiben. Welche beiden Konkurrenten er hinter sich lassen wolle, möchte Adis Kesedzic indes nicht konkretisieren: «Da will ich mich definitiv nicht festlegen. Die 2. Liga ist in dieser Saison zu ausgeglichen. Jeder kann jeden schlagen. Ich glaube aber fest daran, dass mein Team die nötige Qualität hat, um in der höchsten Regionalliga zu bestehen.»

Die Rückrunde beginnt in genau drei Wochen. Zuchwil trifft zum Auftakt auswärts auf den FC Bellach, gegen den die Kesedzic-Elf zum Saisonstart eine 2:6-Packung kassiert hatte. Glückt die Revanche, würde «Zuchu» punktemässig mit dem Tabellenachten gleichziehen.

Die Wichtigkeit dieser ersten Begegnung habe er seinen Spielern bereits in den letzten Trainings eingetrichtert, sagt Kesedzic: «Wir bereiten uns jetzt schon auf das Duell gegen Bellach vor, denn der Start in die Rückrunde wird entscheidend sein. Wenn wir in den ersten zwei, drei Spielen dabei sind, habe ich keine Angst mehr vor dem Abstieg.»

Autor

Raphael Wermelinger

Raphael Wermelinger

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