1. Liga
FC Wangen: Vier Neue für den Abstiegskampf

Vor dem Start in die Rückrunde der 1. Liga komplettiert Wangen den Kader mit zwei Mazedoniern, einem Gäuer und Sascha Studer. Ab März will das verstärke Team den Abstiegskampf annehmen und über den Strich klettern.

Raphael Wermelinger
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Sascha Studer spielt ab sofort in Wangen

Sascha Studer spielt ab sofort in Wangen

Raphael Wermelinger

Der FC Wangen wird am 5. März in der 1. Liga von einem Abstiegsplatz aus in die Rückrunde starten. Nur zwölf Punkte holten die Wangner in 14 Spielen. Dies brachte René von Euw in der Winterpause in Zugzwang. «Wir werden auf die zweite Saisonhälfte hin mindestens drei Hochkaräter verpflichten», versprach der Teammanager nach der Vorrunde Ende November. Von Euw hat Wort gehalten und im Januar vier neue Spieler unter Vertrag genommen.

Zuerst war beim FCW aber Ausmisten angesagt: Seid Duraku, Léotrim Gashi, Enes Golos, Getuar Preniqi und Justin Browne genügten in der Vorrunde nicht und mussten den Verein verlassen. Ebenfalls nicht mehr im Kader sind Alan Nabarro und Bledar Binaku. Beide gehörten in der Vorrunde zur Stammformation, weshalb sie der FCW nur ungern ziehen liess. Der Italo-Brasilianer Nabarro wechselte in die höchste polnische Liga, Binaku fand beim Ligakonkurrenten FC Black Stars eine neue Herausforderung.

Zwei neue Mazedonier

Das Sorgenkind der Wangner ist die Offensivabteilung. In der Vorrunde erzielte der FCW am drittwenigsten Tore von allen Teams der Liga: nur 18 in 14 Spielen. Jetzt hat Manager von Euw einen Goalgetter gefunden: Cvetan Curlinov heisst der Mann, der die Torproduktion in der Rückrunde nach oben schrauben soll. Der gross gewachsene Mazedonier ist 29 Jahre alt und absolvierte in seiner Heimat über hundert Spiele in der höchsten Liga. Mit Aleksandar Milusev hat der FC Wangen gleich noch einen zweiten Mazedonier verpflichtet. Der 27-jährige Verteidiger spielte zuletzt ebenfalls in der höchsten mazedonischen Liga.

In Sachen Transfers hat von Euw aus den vergangenen Fehlern gelernt. So gab es noch in der letzten Saison Probleme mit den Arbeitsbewilligungen der Söldner. Diesmal sei alles geklärt, so von Euw. Und auch die Katze im Sack liess er sich nicht mehr andrehen. Im Sommer hatte der FCW Duraku, Gashi und Golos verpflichtet, ohne sie vorher richtig unter die Lupe genommen zu haben.

«Die Verträge mit Curlinov und Milusev sind schon seit längerer Zeit eingetütet. Ich habe sie in ihrer Heimat besucht, um mir persönlich einen Eindruck von ihnen zu verschaffen. Es sind definitiv Verstärkungen», ist von Euw überzeugt. Zumindest Curlinov wurde seiner Reputation im ersten Testspiel am letzten Samstag bereits gerecht: Er schoss beim 3:0-Sieg gegen Concordia Basel sein erstes Tor im Dress des FC Wangen.

Zufalls-Transfers

Die anderen zwei Transfers haben sich laut von Euw eher zufällig ergeben. Besart Xhema (22) absolvierte bereits über dreissig Spiele in der 1. Liga, stand in der vergangenen Saison noch beim Challenge-Leauge-Klub FC Wohlen unter Vertrag, wo er sich aber nicht durchsetzen konnte und während der Vorrunde deshalb eine Pause einlegte. Von Euw bekam Wind vom im Gäu wohnhaften Kosovaren und engagierte den Mittelfeldspieler. «Er ist ein typischer Zehner», sagt von Euw über Xhema. «Im Testspiel gegen Concordia liess er seine Stärken schon ein paar Mal aufblitzen.»

Ein neuer Stürmer, ein Mittelfeldspieler und ein Verteidiger. Was fehlt, ist ein Goalie. Auf dieser Position bestand eigentlich kein Handlungsbedarf. In der Person von Marco Häfliger wurde schon letzte Saison eine neue Nummer 1 gefunden. Doch im Winter kam die Hiobsbotschaft. «Marco ist am pfeifferschen Drüsenfieber erkrankt, deshalb mussten wir handeln», so von Euw. Er wurde wiederum in der Region fündig: Sascha Studer wechselt auf die Chrüzmatt.

Der 24-jährige Gunzger spielte für den FC Aarau in der Super League und der Challenge League, ehe er 2014 in der vierten englischen Liga bei Mansfield Town anheuerte. Der Stress gepaart mit den Erwartungen setzte ihm aber zu. Er entschloss sich, seine Profi-Karriere zu beenden. «Ein harter Entscheid mit Tränen», sagte er damals gegenüber dem Oltner Tagblatt. Zum Spass versuchte sich Studer in der Vorrunde der laufenden Saison beim FC Kappel in der 4. Liga als Feldspieler.

Jetzt springt er vorübergehend beim FC Wangen ein. «Wir wollen Sascha Studer als zukünftigen Goalie-Trainer aufbauen», schildert von Euw die Zukunftspläne. Die Kaderplanung für die Rückrunde dagegen sei abgeschlossen: «Das Kader steht. Eventuell wird es nach dem Trainingslager Mitte Februar in Spanien noch minimiert.»

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