Fussball
FC Wangen mit dünnem Kader, aber «die Mannschaft lebt»

Der FC Wangen startet am Wochenende vom elften Tabellenplatz in die Rückrunde der 1. Liga Classic.

Edgar Straumann
Drucken
Teilen
Ab Sonntag gilt es ernst für das Trainerduo André Fimian (rechts) und Bejtush Rrustolli (2. von rechts) und den FC Wangen.

Ab Sonntag gilt es ernst für das Trainerduo André Fimian (rechts) und Bejtush Rrustolli (2. von rechts) und den FC Wangen.

BRUNO_KISSLING;Bruno Kissling;

Am Sonntag beginnt für den FC Wangen in der 1. Liga die zweite Saisonhälfte. Wobei das erste Rückrundenspiel der Saison 2016/17 bereits am 12. November des vergangenen Jahres ausgetragen wurde. An diese Partie hat man beim FC Wangen noch gute Erinnerungen, wurde doch der Aufstiegsaspirant Baden dank einem Tor in der 88. Minute mit 1:0 geschlagen. Dieser Sieg war insofern wichtig, weil der FC Wangen dadurch auf einem Nichtabstiegsplatz überwintern konnte. Doch das Abstiegsgespenst ist alles andere als verscheucht von der Chrüzmatt.

Trainer André Fimian, der das FCW-Ruder im Januar vom erfolglosen Salvatore Romano übernommen hat, strahlt vor dem Rückrundenauftakt Zuversicht aus, indem er nicht zurück, sondern in die Zukunft schaut. «Am bisher Geschehenen kann man ohnehin nichts mehr ändern, hingegen kann der Rest der Meisterschaft mit entsprechenden Leistungen positiv beeinflusst werden. Bei den noch ausstehenden 12 Spielen sind schliesslich noch 36 Punkte zu vergeben.» Möglichst jeden Match zu gewinnen, ist denn auch das erklärte Ziel, mit dem am Sonntag mit dem Heimspiel gegen Muri ins Unternehmen Ranglistenverbesserung gestartet wird.

Kaderliste und Spielplan

Trainer: André Fimian
Assistent: Bejtush Rrustolli
Sportlicher Leiter: Günay Sengül
Teammanager: Sabri Dibrani

Tor: Marco Häfliger (1992), Adis Imsirovic (1995).
Abwehr: Alexandar Milushev (1988), Blerim Bekteshi (1986), Faton Hajdari (1990), Driton Tahiri (1995).
Mittelfeld: Besart Xhema (1993), Kaltrim Osaj (1997), Alan Nabarro (1991), Jordan Otomo (1995), Skender Zeqiri (1990), Ertugrul Özdemir (1996), Dragan Gyorgiev (1990), Patrik Gjidoda (1994).
Angriff: Cvetan Churlinov (1986), Pes Gustavo Campell (1990).

So, 5. März: Wangen – Muri (14.30). So, 12. März: Münsingen – Wangen (14.30). Mi, 22. März: Wangen – Schötz (20.00). Sa, 25. März: Delémont – Wangen (18.00). Sa, 1. April: Wangen – Bassecourt (17.00). Sa, 8. April: Buochs – Wangen (17.00). Sa, 22. April: Wangen – Black Stars (17.00). So, 30. April: Thun II – Wangen (noch nicht bekannt). Sa, 6. Mai: Wangen – Solothurn (17.00). Sa, 13. Mai: Sursee – Wangen (16.30). Sa, 20. Mai: Wangen – Zug (16.00). Sa, 27. Mai: Luzern – Wangen (16.00).

Auf die Fragen, ob die Vorbereitung den Vorstellungen entsprechend gestaltet werden konnte und ob das Team dort stehe, wo es sich der neue Trainer wünsche, antwortet Fimian: «Wir mussten die Vorbereitung leider zu hundert Prozent daheim machen.» Ein Trainingslager kam mangels finanzieller Mittel nicht zustande. Fimian spricht von sehr schwierigen Platzverhältnissen auf der Chrüzmatt. «Mangels eines Kunstrasenplatzes mussten wir sämtliche Vorbereitungsspiele auswärts austragen. Weil zudem die Planung relativ spät aufgenommen wurde, konnten wir gegen keine gleichklassigen Teams testen, weshalb die Resultate auch wenig aussagekräftig sind.»

Er habe mit der Mannschaft im taktischen wie auch im physischen Bereich gearbeitet. «Wo wir jetzt genau stehen, kann ich erst am Sonntagabend endgültig beantworten», so Fimian. Den Wunsch, das Kader auf die Rückrunde hin zu verbreitern, konnte ihm der Verein nur teilweise erfüllen. Skender Zeqiri kehrte vom FC Muri zum FC Wangen zurück, neu zum Team stiessen ausserdem Ertugrul Özdemir sowie als zweiter Torhüter Adis Imsirovic. Nicht mehr dabei ist Labinot Haziri.

Trainingspensum erhöht

«Fussballspiele werden grösstenteils in der letzten halben Stunde entschieden», sagte Fimian schon bei seinem Amtsantritt. Diese Feststellung musste man in der Vergangenheit leider zu oft auch beim FC Wangen machen. Um dem entgegenzuwirken, wurde das Pensum von bisher drei auf vier Einheiten pro Woche erweitert. Dabei habe es gegolten, den physischen Aspekt zu verbessern, die Muskulatur zu stärken, einen ausgeglichenen Rhythmus einzuüben und vor allem mental länger, das heisst bis zum Schlusspfiff, präsent zu sein, erklärt Fimian. Er habe beim FC Wangen ein Spielerkader vorgefunden, welches von der fussballerischen Qualität her auf einem guten Niveau sei.

Für den Trainer heisst das erste Gebot Disziplin. Aber auch Geduld sei gefragt. «Ich will das Team für jedes Spiel auch taktisch optimal einstellen. Die kommenden Gegner und ihre Spielweise kenne ich praktisch alle.» Eine weitere Aussage lässt ebenfalls Optimismus aufkommen: «Ich konnte feststellen, dass sämtliche Spieler mit Freude ins Training kommen. Während der Übungen zeigen sie bei gelungenen Aktionen Emotionen. Die Mannschaft lebt, es herrscht eine sehr gute Moral.» Unter diesen Voraussetzungen sollte es möglich sein, auch bei Ernstkämpfen erfolgreich aufzutreten. Die erste Möglichkeit dazu bietet sich im sogenannten Sechspunktespiel am Sonntag gegen Muri, bevor eine Woche später der nicht leichte Gang nach Münsingen ansteht. Bekanntlich kann ein guter Start ungeahnte Kräfte freisetzen.

Aktuelle Nachrichten