1. Liga
FC Wangen blieb in Hitzeschlacht gegen Solothurn cool

Den Gastgebern glückt im 1.-Liga-Derby gegen Solothurn mit einem 1:0-Sieg die Revanche für die Cupniederlage. Auffälligster Akteur war der ehemalige Spielder des FC Solothurn, Paolo Vogt. Er schoss den Siegestreffer für den FC Wangen.

Edgar Straumann
Drucken
Teilen
Der Neo-Wangner Paulo Vogt (links) zieht gegen den Solothurner Silvan Büchli durch und erzielt das 1:0.

Der Neo-Wangner Paulo Vogt (links) zieht gegen den Solothurner Silvan Büchli durch und erzielt das 1:0.

Markus Müller

Nach der Cupniederlage im Stadion Solothurn vor zwei Wochen versprach Trainer Edvaldo Della Casa, im Meisterschaftsspiel auf der Chrüzmatt ein ganz anderes Wangen zu präsentieren. Man brauchte nicht lange, um festzustellen, dass er dieses Versprechen auch einlösen konnte. Es war keinen Moment daran zu zweifeln, dass das Heimteam auf die Revanche geradezu erpicht war. Es gab kein Abtasten, kein Abwarten aufseiten der Einheimischen, sofort wurde die Initiative ergriffen – und die Besucher wurden davon wohl etwas überrascht. Im eigenen Stadion hatten sie noch dominiert, doch diesmal waren die Wangner die Herren im Hause.

Schon nach vier Minuten hätte es 1:0 heissen können, hätte Wellington Dos Santos etwas mehr Kaltblütigkeit bewiesen. Allein vor dem Gästekeeper brachte er den Ball nicht an Pablo Molina vorbei. Auf der Gegenseite zeigte auch Vilson Dedaj, dass er seinem Gegenüber in Nichts nachstand, blieb doch auch er Sieger im Duell gegen Raphael Walther. Eine Massflanke von Bozo Predojevic auf Nils Wernli gezielt, brachte auch noch nichts ein, ging doch der Kopfball um Handbreite am Torpfosten vorbei. Das Startfurioso der Wangner wurde dennoch früh belohnt.

Paulo Vogt zeigts allen

Ein sehenswertes Direktspiel der Einheimischen über mehrere Anspielstationen brachte Paulo Vogt in Abschlussposition. Der gebürtige Brasilianer zeigte, weshalb man ihn in Solothurn nur ungern nach Wangen hat ziehen lassen, liess er sich doch diese Chance nicht entgehen und feierte einen tollen Einstand bei seinem neuen Verein. Dass dieser Treffer bereits die Matchentscheidung sein würde, glaubte zu diesem Zeitpunkt wohl niemand, suchten doch die Gastgeber weiterhin ihr Heil in der Offensive. Auch nach der verdienten Trinkpause nach einer halben Stunde – es herrschte eine Temperatur um die 30 Grad – änderte sich kaum etwas am Spielgeschehen, Wangen war bedeutend mehr am Ball. Einen Torhüterfehler Molinas vermochte Nils Wernli nicht auszunützen, war er wohl nicht auf diese Einladung vorbereitet. Kurz vor dem Seitenwechsel bekamen die Wangner, nur wenig ausserhalb des Strafraumes, gleich zwei Foulfreistösse zugesprochen. Den ersten zielte Paulo Vogt an der Mauer, aber auch am Tor vorbei.

Beim zweiten Vergehen zeigte Schiedsrichter Schläpfer gegenüber den Besuchern grosse Nachsicht. Solothurn-Torhüter Pablo Molina überrannte den allein auf ihn zukommenden Dos Santos regelwidrig. Als letzter Mann hätte er für dieses Vergehen zwingend die rote Karte bekommen müssen. Doch er wurde nur verwarnt und konnte unverständlicherweise weiterspielen. Solothurns Bemühungen, möglichst bald zum Ausgleichstreffer zu gelangen, fruchteten nichts. Die beste Möglichkeit dazu vereitelte Vilson Dedaj, indem er einen Abschlussversuch von Frank Egharevba, aus nächster Nähe, reflexartig mit Fussabwehr zunichte machte.

Wangen hat Chance um Chance

Doch im weiteren Verlauf hatten die Gastgeber weit mehr und erst noch die besseren Möglichkeiten, alles klar zu machen. Allein Paulo Vogt hätte nachdoppeln können, ja müssen. Hatte er wohl mit seinen einstigen Kameraden etwas Mitleid? So oder so, auch bei dem äusserst knappen Spielstand blieben die Wangner schliesslich verdientermassen Sieger.

Dieser Ansicht war auch Edvaldo Della Casa nach Spielschluss. «Aus den gemachten Fehlern in Solothurn haben wir die notwendigen Lehren gezogen und auch umsetzen können. Weil wir diesmal praktisch keine individuellen Fehler begingen, reichte das eine Tor zum, ich kann es nur wiederholen, verdienten Sieg».

Aktuelle Nachrichten