Fussball
FC Wangen bei Olten läuft zweimal ins offene Messer

Mittels Doppelschlag vermochte Wangen in der 1. Liga früh in der zweiten Halbzeit auf zwei Unkonzentriertheiten zu Spielbeginn zu reagieren. Eine Penaltyentscheidung gegen Wangen brachte den FC Wangen dann aber vom Weg Richtung Punktgewinn ab.

Edgar Straumann
Merken
Drucken
Teilen
Der FC Wangen (im Bild Avni Halimi im Heimspiel gegen Luzern II) jagte in Basel bei den Black Stars dem runden Leder ohne die nötige Fortune hinterher.

Der FC Wangen (im Bild Avni Halimi im Heimspiel gegen Luzern II) jagte in Basel bei den Black Stars dem runden Leder ohne die nötige Fortune hinterher.

REMO FROEHLICHER

Mit neun Punkten aus drei Siegen bei einer Niederlage ist dem FC Wangen der Start in die Saison 2014/15 geglückt. Mit dieser Ausbeute fand das Team von Goran Pekas sogar Unterschlupf im gleich viele Zähler aufweisenden Spitzenquartett. Nur wegen der schlechteren Tordifferenz wurde nicht eine Platzierung an der absoluten Spitze erreicht. Obwohl die Rangliste in der noch jungen Meisterschaft schnell einmal auf den Kopf gestellt werden kann, konnten die Wangner die Reise nach Basel doch mit einer gewissen Sicherheit antreten.

Wie schnell sich eine solch vermeintliche Sicherheit zum Negativen auswirken kann, haben die Wangner bei ihrem Gastspiel auf dem Buschweilerhof bitter erfahren müssen. Dabei hätte doch der deutliche Warnschuss schon nach 14 Sekunden Spielzeit die Gäste, insbesondre deren Hintermannschaft, aus ihrer Lethargie wachrütteln müssen. Wäre nicht Torhüter Marco Häfliger hellwach gewesen und hätte im Duell Eins gegen Eins nicht glänzend pariert, hätte es gut und gerne ein Gegentor in rekordverdächtiger Zeit absetzen können. Noch kamen die Wangner um einen Verlusttreffer herum, als ein Kopfball der Black Stars das Wangner Tor knapp verfehlte.

Ein früher Rückschlag bahnte sich in der zehnten Minute an. In aussichtsreicher Position verstolperte Bledar Binaku vorerst ein gutes Zuspiel. Beim Gegenangriff waren sich zwei Wangner Abwehrspieler an der Grundlinie nicht einig, wer jetzt den Ball wegspedieren sollte. Von dieser Unschlüssigkeit profitierte Fazio ein erstes Mal und brachte sein Team schon früh in Front.

Nur vier Minuten später waren die Gastgeber für die Besucher mit ihrem erneuten Angriff zu schnell. Erneut war Fazio zur Stelle und erzielte mit seinem zweiten Einschuss das 2:0. Mit dieser scheinbar leicht herausgespielten Führung im Rücken, nahmen die Einheimischen etwas Wind aus den Segeln und liessen das Spiel einschläfern. Doch auch so kamen sie in der 26. Minute noch zu einem Lattenschuss. Wangens eher seltene Konterangriffe entbehrten einer gewissen Sicherheit und auch Zielstrebigkeit.

Zudem waren ihre Angriffsauslösungen, statt den sicheren und einfachen Weg anzustreben, auch noch auf vorausschaubare und daher erfolglose Tricks ausgerichtet. Immerhin schienen die Wangner noch vor dem Seitenwechsel zum Anschlusstreffer zu gelangen. Dem Tor wurde jedoch auf Intervention des Assistenten wegen einer Abseitsstellung die Gültigkeit entzogen.

Wie verwandelt kamen die Gäste nach der Pause aus den Kabinen. Nun waren sie es, welche mit bedeutend mehr Aggressivität die Gangart bestimmten. Und das sollte sich schnell einmal auszahlen. In der 50. Minute zeigte Douglas seine Scorerqualität und verkürze auf 2:1. Nur wenig später konnten die Black Stars mit etwas Glück den Ausgleich noch verhindern, mussten diesen aber doch noch hinnehmen. Auf der linken Seite vermochte sich Captain Blerim Bekteshi durchsetzen. Sein genauer Flankenball versorgte Sandro Husi mit einem wuchtigen Kopfball im gegnerischen Kasten. Nur fünf Minuten später lag gar der Wangner Führungstreffer in der Luft. Gerade noch mit den Fingerspitzen lenkte Torhüter Reist den Ball über die Querstange in den Corner.

Das Wangner Unheil bahnte sich in der 77. Minute an. Dabei hätte es grundsätzlich gar nicht so weit kommen dürfen, denn der Aktion, die schliesslich zu einem Strafstoss führte, ging eine klare und nicht signalisierte Abseitsstellung voraus. Torhüter Marco Häfliger riskierte bei seiner Abwehraktion Kopf und Kragen, wobei sein Gegenspieler zu Fall kam. Die Folge: Penalty und eine Verwarnung an die Adresse des Wangner Torhüters.

Bevor es jedoch zur Ausführung des Elfmeters kam, musste der Wangner Schlussmann längere Zeit gepflegt werden, er entschloss sich dann aber doch, weiter zu spielen. Den neuerlichen Führungstreffer der Basler konnte er allerdings nicht verhindern. Die Wangner strebten nun mit allen Mitteln an, wenigstens noch ein Unentschieden zu retten und warfen alles in den Angriff. In der Nachspielzeit konnten die Gastgeber zweimal davon profitieren und kamen mit zwei klassischen Konterangriffen zum doch um diese zwei Tore zu hoch ausgefallenen Sieg.

Das Schlussresultat mag aus Wangner Sicht brutal erscheinen, wobei dieses aber doch zu relativieren ist. Ohne die unkonzentrierte Anfangsphase und die verzweifelte Schlussaktion wäre auch gegen die favorisierten Basler ein Punktgewinn im Bereich des Möglichen gewesen.