Jahresückblick
FC Solothurn: Überragende Saison innert dreissig Minuten ruiniert

Von den insgesamt dreissig Meisterschaftsspielen der Saison 2017/18 verlor der FC Solothurn nur deren drei – darunter aber die kapitale Niederlage in Münsingen.

Raphael Wermelinger
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Trainer Dariusz Skrzypczak findet nach der bitteren 0:3-Niederlage in Münsingen aufbauende Worte für seine Spieler.

Trainer Dariusz Skrzypczak findet nach der bitteren 0:3-Niederlage in Münsingen aufbauende Worte für seine Spieler.

Bruno Kissling

Was war das für ein sensationeller Einstand von Dariusz Skrzypczak: Der 51-jährige Pole, welcher das Zepter beim FC Solothurn auf die Saison 2017/18 von «Bidu» Zaugg übernommen hatte, startete in der 1. Liga mit zehn Siegen in Folge in die neue Spielzeit. Die Siegesserie riss erst am elften Spieltag Mitte Oktober beim 1:1-Remis in Münsingen. Auf dem Sportplatz Sandreutenen in Münsingen sollten knapp acht Monate später die Aufstiegs-Hoffnungen des FC Solothurn platzen.

Bis dahin dominierten die Solothurner ihre Erstliga-Gruppe beinahe nach Belieben. Am Ende der regulären Meisterschaft hatte der FC Solothurn 21 Siege, 3 Unentschieden und 2 Niederlagen auf dem Konto. Der Vorsprung auf den zweitplatzierten FC Münsingen betrug 15 Punkte. Auf den FC Black Stars auf Platz drei, welcher sich ebenfalls für die Aufstiegsspiele qualifizierte, waren es gar deren 18 Zähler Reserve.

Der FC Solothurn hatte deutlich Kurs in Richtung Promotion League eingeschlagen. Die erste Aufstiegshürde bewältigte die Skrzypczak-Elf dann auch souverän. Nach dem 2:0-Auswärtssieg beim FC Lancy legten die Solothurner daheim ein 4:2 nach. Jetzt stand nur noch der langjährige Rivale Münsingen im Weg. Nach den beiden Unentschieden in der regulären Meisterschaft setzten sich die Solothurner im dritten Aufeinandertreffen vor eigenem Publikum mit 2:1 durch – dank Toren von Hannes Hunziker und Shpetim Arifi.

Auch das Rückspiel verlief während einer knappen Stunde nach dem Gusto des FC Solothurn. Doch dann ruinierten die Solothurner ihre Saison mit den schwächsten dreissig Minuten seit langem. In diesen kassierten sie drei Gegentore und verpassten dadurch den Aufstieg in die dritthöchste Spielklasse. «Wir müssen es nehmen, wie es ist», kommentierte Dariusz Skrzypczak seine erst dritte Niederlage im insgesamt dreissigsten Spiel als FCS-Trainer. «Es hat fast nichts gepasst und es ist uns leider nicht gelungen, ein Tor zu erzielen.» Und Mittelfeldspieler Raphael Koch fügte an: «Es ist eine Riesenenttäuschung, nach solch einer Saison den Aufstieg zu verpassen.»

Die Nachwehen des Nicht-Aufstiegs spürten die Solothurner auch noch in der Anfangsphase der neuen Saison. Nur zwei Punkte holte die Skrzypczak-Elf in den ersten vier Spielen. Erst im September nahm das Team allmählich Fahrt auf. Aus den letzten zehn Spielen resultierten stolze neun Siege und die dritte Punkteteilung. Die 30 Punkte aus 14 Spielen reichten zum zweiten Wintermeistertitel in Folge – vor Black Stars und GC II. Die Aufstiegs-Hoffnungen sind also zurück beim FC Solothurn.

Was sportlich wann geschah

13. Januar: Nach dem Aufstieg in der Feldsaison schaffen die Neuendörfer Faustballer auch in der Halle den Sprung in die Nationalliga A.

19. Februar: Tim Hug erlebt mit den Plätzen 24 und 27 in der Nordischen Kombination enttäuschende Olympische Spiele in Pyeongchang.
24. Februar: Der SV Wiler-Ersigen wird erstmals seit 2013 Cupsieger. Auf dem Kleinfeld verteidigen die Oekingerinnen den Titel aus dem Vorjahr. Im April machen sie das Double mit dem Gewinn des Meistertitels klar.

17. März: Der EHC Zuchwil Regio holt den Titel in der Gruppe Zentralschweiz der 1. Liga, zum Amateur-Meistertitel reicht es in der Folge aber nicht.

8. April: Martina Strähl pulverisiert am Halbmarathon in Berlin den Schweizer Rekord. Die weiteren Highlights der Horriwilerin: Sieg am GP Bern, 7. Platz an der Marathon-EM in Berlin, Sieg am Jungfrau-Marathon.
22. April: Qualisieger Wiler-Ersigen verliert den Superfinal in Kloten vor über 8000 Zuschauern gegen Köniz mit 2:5 und verpasst das Double.

3. Mai: Der EHC Zuchwil Regio zieht sich freiwillig aus der 1. Liga zurück.
10. Mai: Kevin Marthaler ist der Mann des Solothurner Cupfinals 2018. Der Stürmer vom FC Bellach erzielt gegen den SC Fulenbach vier Treffer und sorgt damit für die Titelverteidigung.

3. Juni: Der FC Subingen ist Solothurner Meister 2018.
10. Juni: Saisonende in der 2. Liga inter: Wangen (9.), Olten (10.) und Dulliken (11.) sind gerettet, für Biberist (14.) gehts zurück in die 2. Liga.

3. Juli: Die Brüder Max und Felix Studer aus Kestenholz gewinnen an der Triathlon-SM Silber und Bronze.
7. Juli: Der HC Laupersdorf wird zum sechsten Mal Schweizer Meister im Inlinehockey.
8. Juli: Der Bibersteiner Thiago Vieira siegt am 9. Engelberg-Schwinget ob Dulliken.
22. Juli: Schlappe für die Gastgeber: Beim Weissenstein-Schwinget passen sich die Nordwestschweizer dem miesen Wetter an, der Sieg geht an den Nordostschweizer Gast Samuel Giger.
24. Juli: Der FC Olten hat eine neue Führung: Roger Grimm (Präsident), Jean-Robert Décaillet (Vizepräsident), Ryszard Komornicki (Trainer 1. Mannschaft), Petar Aleksandrov (Assistent 1. Mannschaft) und Mirko Pavlicevic (Trainer 2. Mannschaft). Zwei Monate später tritt Roger Grimm zurück.

11. August: Der Tennisclub Froburg Trimbach scheitert im Halbfinal der NLA an den Grasshoppers.
20. August: Der 2.-Ligist FC Bellach fliegt in der ersten Hauptrunde des Schweizer Cups gegen den FC Chiasso aus der Challenge League raus (0:7).

2. September: Petra Eggenschwiler aus Langendorf wird in Zofingen Duathlon-Langdistanz-Weltmeisterin.
16. September: Der TSV Unihockey Deitingen scheitert im Cup am NLA-Klub Tigers Langnau mit 1:10.

7. Oktober: Die U16-Junioren des FC Solothurn schalten im Schweizer Cup den FC-Basel-Nachwuchs aus.
20. Oktober: Nach dem 2:0-Sieg in Bellach ist der FC Iliria Wintermeister in der Solothurner 2. Liga.

3. November: Weil Jeffrey Grosjean und Colin Bähler verletzungsbedingt ausfallen, kommt der 15-jährige Torhüter Neel Kissling vom FC Solothurn zu seinem Debüt in der 1. Liga.
24. November: Die Frauen des SC Derendingen scheitern im Cup-Viertelfinal am NLA-Klub GC mit 0:1.

8. Dezember: Die Oltner Handballerinnen qualifizieren sich vorzeitig für die Aufstiegsrunde für die NLB.
19. Dezember: Der 20-jährige Luterbacher Yves Kaiser spielt für den FC Basel erstmals neunzig Minuten durch

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