Im Sommer übernahmen Sie das Traineramt beim FC Solothurn von «Bidu» Zaugg. Welches sind Ihre Karriere-Ziele?

Dariusz Skrzypczak: Ich möchte früher oder später in einem Verein tätig sein, der von den Strukturen her als Profiverein bezeichnet werden kann. Jetzt bin ich aber in Solothurn und schätze es, dass ich hier die Möglichkeit bekommen habe, und bin zufrieden. Im Fussball kann es schnell gehen. Nach oben wie auch nach unten, weswegen ich mich überraschen lasse.

Welchen würden Sie als den grössten Erfolg Ihrer Karriere bezeichnen?

Es waren viele Ereignisse, die mir Freude bereitet haben. Als Spieler wäre da sicherlich 1992, als ich mit meinem Stammverein Lech Posen die Meisterschaft in Polen gewann. Das Besondere war, dass wir vom ersten bis zum letzten Spieltag auf dem ersten Rang lagen. Das war einfach «geil». Sehr schön war auch das Jahr 1996, als wir es mit dem FC Aarau unter Rolf Fringer trotz grossem Personalwechsel in die Aufstiegsrunde schafften und uns dort für den Uefa Cup qualifizierten. Als Trainer habe ich noch nicht so viel erreicht. Die Zeit in Aarau bei der U15 war sehr interessant. Ich übernahm die Mannschaft im Winter auf Platz drei und wir beendeten die Saison auf dem ersten Rang. Es ging mir dabei weniger um die Resultate als um die Entwicklung, welche diese Spieler in dieser Zeit gemacht haben.

Sie waren beim FC Luzern Assistenztrainer von Carlos Bernegger und Ryszard Komornicki. Wie ist es dazu gekommen und von welchem Trainer konnten Sie mehr lernen?

Als Murat Yakin beim FCL gehen musste, übernahm Komornicki als Cheftrainer. Er hat mich als Assistenztrainer mitgenommen. Als dann während der Saison auch Komornicki gehen musste, durfte ich unter Bernegger noch bis Ende Saison bleiben. Ich versuche immer, von jedem Trainer die aus meiner Sicht besten Sachen mitzunehmen. Diese beiden zu vergleichen, ist sehr schwierig. Auch weil es unterschiedliche Trainertypen sind. Für mich persönlich ist es wichtig, die optimale Mitte zwischen Lockerheit und Ernst zu finden.

Einen guten Stürmer und Mittelfeldspieler wollte der FCS in der Vorbereitung noch verpflichten. Haben Sie Ihre Wunschspieler bekommen?

Ja, wir haben auf dem Transfermarkt unsere Ziele erreicht. Ich bin glücklich, dass wir mit Arifi (Mittelfeldspieler) und Sandmeier (Stürmer) diese zwei besagten Spieler verpflichten konnten, die unseren Erwartungen entsprechen. Im Moment kann man sagen, dass wir mit der Kaderplanung abgeschlossen haben, obwohl wir immer offen für ein, zwei Verstärkungen sind. Diese Spieler müssen dann allerdings absolute Bomben sein. Ich bin aber zufrieden mit dem jetzigen Kader.

Der Solothurner Weg ist, regelmässig Spieler aus der eigenen Juniorenabteilung ins Kader der 1. Mannschaft einzubinden. Wie sieht es damit diese Saison aus?

Es stimmt, das passiert kontinuierlich beim FC Solothurn. Ausserdem entspricht es auch meiner Vorstellung, wie es in einem Verein laufen sollte. Wir werden also auch diese Saison junge Spieler in das Kader einbauen, allerdings im Wissen, dass dies ein Prozess ist, der lange andauert. Mit Sergio Henzi, Dario Kopp und Joel Russo hatten wir in der Vorbereitung drei Spieler, die ihre Sache sehr gut gemacht haben. Sie werden fortan dem Kader der 1. Mannschaft angehören und mit uns trainieren.

Wie lautet Ihr Saisonziel, nachdem Solothurn im Vorjahr die Aufstiegsspiele erreicht hat?

Wir wollen jedes Spiel gewinnen. Am Schluss schauen wir dann, was wir erreicht haben. Ich bin aber hundertprozentig davon überzeugt, dass es mit dieser Mannschaft unter den besten Bedingungen möglich wäre, jedes Spiel zu gewinnen.