1. Liga
FC Solothurn-Topskorer Loic Chatton: «Wir sind ein Sieger- und Kriegerteam geworden»

Der FC Solothurn holte sich in der 1. Liga mit Abstand den Titel des Wintermeisters und stellt mit Loic Chatton auch den Topskorer.

Pius Rüegger
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Loic Chatton war in der Vorrunde nicht zu bremsen: Hier lässt der 26-jährige Angreifer des FC Solothurn mehrere Spieler des FC Langenthal stehen.

Loic Chatton war in der Vorrunde nicht zu bremsen: Hier lässt der 26-jährige Angreifer des FC Solothurn mehrere Spieler des FC Langenthal stehen.

Jürg Naegeli

Der FC Solothurn hat die Gruppe 2 der 1. Liga fest im Griff: Er überwintert als Leader mit elf Punkten Vorsprung und Mittelstürmer Loic Chatton führt die Torschützenliste mit 14 Treffern an. Der aus Corgémont im Berner Jura stammende, heute in Biel wohnende Goalgetter hat eine bewegte Karriere erlebt.

Beim FC Biel durchlief der 26-Jährige von der U12 bis zur U16 die Juniorenzeit. In der Folge gehörte er der damaligen U18-Gruppierung Biel/Solothurn an und kam so erstmals in Kontakt mit den Ambassadorenstädtern.

In diesem Team war er Captain und machte spielerisch auf sich aufmerksam. Bereits als 17-Jähriger wurde er in die Challenge-League-Equipe der Seeländer nachgezogen. «Ich war ganz jung, bekam viele Einsätze», blickt Chatton zurück. Es sei zwar eine schwierige Zeit gewesen, er habe aber in diesen zwei Jahren sehr viel gelernt.

Prof-Vertrag für fünf Jahre

Danach geriet er in den Fokus des FC Sion. Auf die Saison 2010/11 wechselte er ins Wallis. «Ich erhielt einen Profi-Vertrag für fünf Jahre. Dazu konnte ich nicht Nein sagen, das war unglaublich für mich», sagt Chatton dazu.

In seiner ersten Saison in der Super League kam der 19-Jährige in 14 von 18 Spielen zum Einsatz. Sion wurde Vierter und Cupsieger. «Gegen Xamax in Basel beim 2:0-Cupfinalsieg im 2011 bin ich nicht zum Einsatz gekommen, jedoch in den Spielen vorher», bedauert Chatton.

«Es wurde in Sion mit 35 Kaderspielern etwas kompliziert und ich wurde an Lugano in die Challenge League ausgeliehen, kam anfangs immer zum Einsatz und schoss im ersten Spiel ein Tor», erinnert er sich. Nach einem Trainerwechsel erhielt er keine Chance mehr und kehrte zu Sion zurück. «Dort gab es zu viele Probleme, denn ich wollte nicht in der U21 spielen», erzählt Chatton weiter.

Verletzung als Karriereknick

Nach einem Zwischenspiel bei Biel sichert sich Xamax sein Talent. «Xamax hatte nach dem Konkurs ein gutes Projekt, eine super Mannschaft in der 1. Liga und wir stiegen nach zwei Jahren in die Challenge League auf», bemerkt der Romand.

«Im ersten Spiel gegen Schaffhausen verletzte ich mich jedoch schwer; ich musste den Meniskus und die Patella operieren lassen und konnte zehn Monate nicht spielen», beschreibt Chatton diesen Karriereknick.

In diese Phase fiel bei den Neuenburgern der Trainerwechsel zu Michel Decastel. «Zu ihm hatte ich keine gute Verbindung und ich erhielt keinen Profi-Vertrag mehr», äussert sich Chatton kurz und knapp.

Weil ihm die Angebote von Chiasso und Wohlen zu unsicher waren, besann sich Chatton auf seine kaufmännische Ausbildung. «Ich fand in Biel eine Anstellung als Manager in einer Uhrenfirma im Bereich Import/Export, und weil ich diesen Job nicht aufgeben wollte, habe ich mich entschieden, wieder als Amateur zu spielen», sagt Chatton.

Er kannte Solothurn aus seiner U18-Zeit und realisierte deshalb diesen Wechsel. «Zuerst hatte ich kein Vertrauen mehr in mich selbst nach dem zehnmonatigen Unterbruch. Die Vorrunde 2016/17 war schwierig», so der Stürmer.

Solothurn ist jetzt eine Adresse

«Die Mannschaft und Trainer Bidu Zaugg haben mir sehr geholfen», fügt er an. Grosse Stücke hält er auf den aktuellen Trainer Dariusz Skrzypczak: «Wir hatten eine gute Vorbereitung und er arbeitet viel im taktischen Bereich; er kennt alle Gegner sehr gut».

Entscheidend betrachtet der ehemalige U20-Nationalspieler den Mentalitätswechsel: «Die Aufstiegsspiele gegen Yverdon gaben das Signal dazu. Wir sind nun eine Adresse, haben Qualität und sind ein Sieger- und Kriegerteam geworden», sagt Loic Chatton, der nebenbei noch Trainer der U12-Mannschaft von Biel ist.

Nur zweimal musste er in dieser Saison passen. Gegen Baden und in Delsberg fehlte er wegen einer körperlichen Anomalie: «Ich habe drei Bandscheiben, die Schmerzen in meinem Rücken verursachen, und deshalb muss ich mich regelmässig spritzen lassen.» Aber abgesehen davon fühle er sich «sehr wohl» beim FC Solothurn, schiebt Chatton die Schmerzen beiseite.