Leere Stühle, leere Kasse, kein Vertrauen, Betriebsdefizit, interne Streitereien. Der FC Solothurn stand im vergangenen November an der letzten Genrealversammlung vor einem Scherbenhaufen. Der Geschäftsleitung wurde damals das Vertrauen entzogen und die Décharge verweigert. Ehrenpräsident André Miserez, der die Versammlung am Donnerstagabend leitete, gab zu, dass er damals ein schlechtes Gefühl für den Verein hatte.

Mittlerwerweile ist sein Unbehagen der Zuversicht gewichen. «Denn hinter den Kulissen hat sich seither Erstaunliches getan», verkündete Miserez den anwesenden Mitgliedern (insgesamt 67, so viel wie noch nie) die erfreuliche Botschaft. Offensichtlich raufte man sich im Traditionsklub zusammen und legte ein gesundes Fundament. Sowohl die Zahlen des abgelaufenen Geschäftsjahres (erwirtschafteter Gewinn 10'000 Franken) wie auch die Besetzung der Führungsposten lassen diesen Schluss zu.

Organisation des FC Solothurn

Organisation des FC Solothurn

Nachdem die Aufgaben auf wenigen Schultern lastete (Samuel Scheidegger: «Das waren arme Cheibe!»), besteht der neue Vorstand inklusive Geschäftsleitung aus der stattlichen Zahl von 16 Personen. Hinter dieser Strategie steht genau dieser Samuel Scheidegger. Nach seiner Wahl zum neuen Präsidenten stellte er sein Konzept vor.

Ihm ist es gelungen junge Kräfte in den Verein zu holen. «Dafür waren viele Gespräche notwendig. Aber es hat sich gelohnt.» In seiner integren und unverkrampften Präsentation, gelang es dem Sohn des früheren Stadtpräsidenten Urs Scheidegger, die Anwesenden für sein Projekt zu begeistern. Mit Applaus und lautem Gelächter wurde Scheidegger das Vertrauen ausgesprochen.

Letzte Tranche an die Stadt

Der neue starke Mann im Klub ist sich sehr wohl bewusst, dass die Beschlüsse, die an der 113. GV gefasst wurden, nur ein erster Schritt sind. Auf ihn und seine Leute warten genügend Aufgaben. «Zurücklehnen gibt es nicht», betont der IT-Spezialist ausdrücklich. In der Tat muss sich der FC Solothurn auch in Zukunft nach der Decke strecken. Die Schuldenlast des Vereins beträgt nach wie vor knapp 160'000 Franken. «Es wird keine finanziellen Abenteuer geben», versichert Scheidegger.

Es fehlt nach wie vor ein Hauptsponsor für die erste Mannschaft. Entsprechend konservativ wurde das Budget für 2014/15 kalkuliert. Darüber hinaus muss der Klub der Stadt noch die restlichen knapp 33'000 Franken für den Kunstrasen bis Ende Jahr zurückzahlen. Per Saldo scheinen die bevorstehenden Aufgaben, gemessen an den Zerwürfnissen vor einem Jahr, aber plötzlich lösbar.

Samuel Scheidegger, neuer Präsident des FC Solothurn, im Interview

Samuel Scheidegger, neuer Präsident des FC Solothurn, im Interview