Erfolgreich spielte der FC Solothurn am Samstag in Zug zum 1500. Mal um Meisterschaftspunkte in der Ersten Liga.  Mit diesem 2:0-Auswärtssieg beschenkte sich der Jubilar absolut verdient selbst und macht dieses seltene Ereignis noch wertvoller. Es war der 632. Sieg für die Ambassadoren seit der Einführung dieser neuen Spielklasse auf die Saison 1931/32 hin. Diese fiel zusammen mit der Eröffnung des neuen, heute noch bestehenden Stadions am 9. August 1931.

In diesen 86 Jahren bestritt die „Stadion-Elf“ 64 Saisons in der Ersten Liga und deren 22 in der damals noch Nationalliga B genannten zweitobersten Spielklasse. Dreimal – 1994/95, 1996/97 und 1997/98 – qualifizierten sich die Stadtsolothurner sogar für die Aufstiegsrunde zur Nationalliga A.

Der grössere Siegwille

Nachdem der FC Solothurn letzte Saison nach zehn Jahren Dursttrecke gegen Yverdon wieder mal schnuppern konnte, wie sich Aufstiegsrunden anfühlen, fehlte es in Zug nicht an der nötigen Motivation. Zudem wollte er mit dem neuen Cheftrainer Dariusz „Darek“ Skrzypczak mit einem Erfolgserlebnis eine erste Duftmarke setzen. Diese Première ist geglückt.

Die Gäste eröffneten die neue Spielperiode dezidiert. Sie wollten dem Geschehen ihren Stempel auch auswärts aufdrücken. Dieses Unterfangen gelang, weil die Zuger zurückhaltend begannen. Sie zeigten grossen Respekt vor diesem Startspiel und vor dem Gegner. Dadurch fielen ihre Aktionen zu zögerlich und ungefährlich aus. „Unsere Mannschaft hat mehr gezeigt, dass sie gewinnen will, unser Wille war grösser“, stellte Skrzypczak fest.

Bisevacs Konterauslösung

Die Platzherren präsentierten eine Aufstellungsvariante in der die Mannschaftsteile defensives Mittelfeld, offensives Mittelfeld und Sturm mit je zwei Akteuren handorgelartig sich situativ nach vorne bzw. nach hinten bewegten. Damit benötigten sie nicht viel Platz und die Gäste konnten sich hoch aufstellen. Auch wenn dadurch Durchspielmöglichkeiten verengt wurden, erarbeiteten sich die aktiveren Aarestädter kontrolliert erste Chancen in der ersten Halbzeit.

„Wir müssen uns aber noch verbessern bei der Auswertung und kaltblütiger werden“, erkannte Skrzypczak. Deshalb dauerte es auch bis zur 40. Minute, bis der Führungstreffer gefeiert werden konnte. Bisevac löste an der Mittellinie einen Konter aus, mit dem er Chatton lancierte. Die Gästesturmspitze besass die Übersicht und legte zurück zum aufgelaufenen Veronica, der satt abschloss.

Schrittwiesers Antritt

Mit dem Wechsel von Ntsicka für Yilmaz und dem Vorziehen von Martino zeigten die Zuger an, dass sie gegen diesen Rückstand ankämpfen wollen. Das Geschehen wurde nun offener. Die Einheimischen konnten sich erst in Szene setzen, nachdem die Solothurner passiver wurden und nicht mehr so hoch standen.

Jeffrey Grosjean stand dabei zweimal im Mittelpunkt. Zuerst lenkte der Gästehüter einen Freistoss von Palatucci mit der Hand ab (70.) und dann prüfte ihn Festic aus kurzer Distanz mit einem scharfen Schuss (73.). „Wir hatten in der zweiten Halbzeit 20 Minuten lang den Faden verloren, das kann gegen einen anderen Gegner gefährlich werden“, analysierte Skrzypczak.

Die definitive Entscheidung leitete Schrittwieser auf der rechten Aussenbahn ein (84.). Antrittsschnell enteilte er und passte ideal ins Zentrum, wo Chatton nur noch einschieben musste.

Solide Defensivarbeit

Dank einer soliden Defensivleistung sicherten sich die eingespielten Gäste verdient die ersten drei Punkte. „Wir haben zu Null gespielt, denn das spricht für die ganze Mannschaft, die komplett ist und die ich so übernehmen konnte; jetzt gilt es, Details zu verbessern und zu optimieren“, freute sich Skrzypczak am gelungenen Start. Diese Standortbestimmung ist gelungen. Das Verbesserungspotential, um mit der vorhandenen Qualität an der Spitze mitzureden, ist erkannt.

Zug 94 - Solothurn 0:2 (0:1)

Herti. – 315 Zu­schauer. – SR: von Mandach. – Tore: 40. Veronica 0:1; 84. Chatton 0:2.

Zug 94: Bruhnsen; Weiss, Wüest, Martino, Riedweg; Peter, Mehidic (72. Yebro); Yilmaz (46. Ntsicka), Palatucci; Festic, Pozder (62. Vögeli).

Solothurn: Jeffrey Grosjean; Kohler, Waylon Grosjean, Anderegg, Du Buisson; Koch; Veronica (82. Henzi), Bisevac (72. Schrittwieser), Stauffer, Hunziker; Chatton (88. Kopp).

Bemerkungen: Zug 94 ohne Burkard (verletzt), Latifi, Jankovic, Reci, Sylejmani, Kahveci, Pasalic und Gut (alle abwesend). So­lo­thurn ohne Bleuler (abwesend), Arifi und Sandmeier (beide nicht im Aufgebot). – 23. und 62. Trinkpausen. – 82. Erstliga-Debüt  des 19-jährigen Sergio Henzi. – Ver­war­nun­gen: 9. Riedweg, 39. Du Buisson (beide Foul), 75. Jeffrey Grosjean (Spielverzögerung), 75. Waylon Grosjean und Vögeli (Unsportlichkeiten). – Eckbälle: 2:3 (1:1).

Hier können Sie das Spiel im Liveticker nachlesen:

Liveticker: Zug 94 - FC Solothurn (1. Runde, 1. Liga, 2017/18)