«Ich werde nicht nur gut schlafen können, sondern am Montag auch einen schönen Arbeitstag haben», freute sich Matchwinner Giovanni Gerardi. Mit seinem Treffer in der Nachspielzeit sicherte er Olten den Derbysieg gegen den FC Dulliken. «Der Ball ist mit vor die Füsse gefallen», beschrieb der 26-jährige Angreifer die entscheidende Szene, bei der er von einem völlig missglückten Befreiungsversuch der Dulliker Hintermannschaft profitierte. Der Abschluss war dann aber eiskalt. «Ein Tor in einem Derby ist besonders schön. Und vor allem war es ein wichtiges für das ganze Team», verwies Gerardi auf den somit geglückten Saisonstart der Oltner.

Der Stadtklub hatte auf der Dulliker Ey schon in Halbzeit eins erstmals vorgelegt. Nach einem Eckball in der 37. Minute. Hasani köpfte zu Iandiorio, und der Innenverteidiger verlängerte ebenfalls per Kopf zur 1:0-Gästeführung. Dem Eckball vorausgegangen war die bis dahin klar beste Torchance des Spiels. Dullikens Torhüter D’Ovidio rutschte der Ball aus den Händen, doch Mittelfeldspieler Huber bügelte den Fehler mit letzten Einsatz gegen Oltens Schifferle aus. Bereits vor dem 1:0 kam der FC Olten mit Browne (24.) und Gerardi (27.) zu ersten Halbchancen, nachdem Dulliken in der Startviertelstunde noch etwas Oberwasser gehabt hatte.

Dulliken verpasste die Wende

Ein Kopfball von Zenuni in der 13. und ein guter Freistoss von Wernli in der 16. Minute blieben aber für lange Zeit die gefährlichsten Offensivaktionen der Heimmannschaft. Praktisch mit dem Pausenpfiff vermochten die Dulliker die FCO-Abwehr aber doch noch einmal auszuhebeln - mit einem Pass von Zenuni durch die Schnittstelle der Oltner Verteidigung. Captain Wernli traf flach in die entfernte Torecke zum 1:1-Pausenstand.

Die Dulliker nahmen den Schwung des späten Ausgleichs mit in die zweite Halbzeit. Wernli zwang FCO-Goalie Husi in der 47. Minute zu einer Parade, zwei Zeigerumdrehungen später landete Zenunis Weitschuss neben dem Tor. Danach schalteten die Gastgeber wieder einen Gang runter.

Erst drei Minuten vor dem Ablauf der regulären Spielzeit hätte der FCD das Spiel noch einmal in seine Bahnen lenken können. Wernli scheiterte nach der Flanke von Hasani am glänzend reagierenden Husi. Ihre letzte Chance vergaben die Dulliker keine sechzig Sekunden nach dem 2:1 der Oltner. Zenuni konnte den Querschläger der FCO-Verteidigung aber nicht ausnützen. «Oltens Sieg war verdient, weil wir den Sieg nicht verdient haben», kommentierte FCD-Trainer Herbert Fischer die Startniederlage. Er musste mit Sieber, Tahiri, Corti und Fehlmann auf einige wichtige Spieler verzichten im ersten Spiel.

Erst bei 60 Prozent

Dies galt aber auch für die Gegenseite, wie FC Oltens Trainer Flavio Catricalà ausführte: «Ein paar Spieler kamen erst heute aus den Ferien zurück, etwa fünf sind noch in den Ferien.» Konkret fehlten auf der Seite der Oltner Slishani, Andonov, Zimmerli und Brica, Verteidiger Schalt musste verletzt passen. «Wir waren heute erst etwa bei 60 Prozent. Wir hatten fast keine Möglichkeiten zum Testen, die Viererabwehrkette spielte erstmals zusammen», so Catricalà, «taktisch konnten wir erst sehr wenig machen. Dafür in den Bereichen Kraft und Kondition, und das hat uns heute geholfen. Wir haben bis zum Schluss gekämpft.»

Der Sieg ist in seinen Augen verdient ausgefallen. Seine Mannschaft habe sowohl in der ersten wie auch in der zweiten Halbzeit die besseren Torchancen gehabt. «Dulliken hatte zwischendurch vielleicht mehr Spielanteile, aber spätestens dreissig Meter vor unserem Tor war es vorbei für sie.» Catricalà sprach von drei ganz wichtigen Punkten zum Saisonstart: «Es war heiss, wir spielten auswärts, das Resultat ist hervorragend. Doch wir müssen am nächsten Wochenende gleich nachlegen.» Der FC Olten trifft am kommenden Samstag um 16 Uhr auf dem heimischen Kleinholz auf den FC Rothrist, der am ersten Spieltag dem FC Wangen mit 0:2 unterlag. Für den FC Dulliken gehts ebenfalls am nächsten Samstag mit dem Auswärtsspiel beim FC Wettingen weiter, der erst am Mittwoch zu seinem ersten Auftritt in der neuen Spielzeit kommt.