Fussball
FC Iliria macht den Double-Gewinn perfekt

Trotz des 8:1-Kantersiegs in Riedholz muss Fulenbach dem FC Iliria im Meisterrennen der 2. Liga den Vortritt lassen. Iliria gewann in Bellach dank eines Doppelschlags in der zweiten Spielhälfte und verteidigte dadurch den Leaderthron.

Raphael Wermelinger
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Solothurner Cupsieger und Solothurner Zweitliga-Meister 2015/16: der FC Iliria mit Trainer Perparim Redzepi (3. v. l.).

Solothurner Cupsieger und Solothurner Zweitliga-Meister 2015/16: der FC Iliria mit Trainer Perparim Redzepi (3. v. l.).

Oltner Tagblatt

Iliria und Fulenbach lieferten sich ein packendes Fernduell um den Meistertitel in der Solothurner 2. Liga. Die Ausgangslage vor dem 22. und letzten Spieltag: Iliria lag in der Tabelle mit einem Punkt Vorsprung auf den SC Fulenbach auf dem Spitzenplatz. Beide Mannschaften wussten also, dass ein Unentschieden nicht reichen würde.

Insbesondere die Fulenbacher waren unter Zugzwang und brauchten den Dreier im Auswärtsspiel beim FC Riedholz, um Druck auszuüben auf den FC Iliria. Entsprechend fulminant startete die Elf von Trainer Martin Hert ins letzte Saisonspiel beim Tabellenvorletzten Riedholz. Dieser hatte immerhin noch eine minime Hoffnung auf den Ligaerhalt. Diese wurde von den Fulenbachern aber schon sehr früh zunichtegemacht. Nach einem Blitzstart lag der SCF in der zehnten Spielminute bereits mit 3:0 in Führung. Jonas Wyss (2.), Yanick Boss (5.) sowie Sven Hürzeler (8.) trafen für den SC Fulenbach.

Fulenbach zur Halbzeit Meister

Dadurch überholte Fulenbach den FC Iliria in der Tabelle zwischenzeitlich. Doch auch der FC Iliria schien seine Hausaufgaben auswärts beim FC Bellach zu erledigen. Perparim Redzepis Team nahm das Spieldiktat ab dem Anpfiff in die Hand und kam in der 6. Minute zur ersten Torchance. Nazim Elezi drosch den Ball aber über das Gehäuse. Keine zwei Zeigerumdrehungen später dann doch der erste Jubelausbruch bei den zahlreichen Iliria-Fans: Mergim Sadriji verwertete den ersten Eckball seiner Mannschaft per Kopf zum 1:0. Jetzt lag Iliria auch im Fernduell wieder vorne.

Aber nicht für lange: In der 17. Minute tankte sich Bellachs Topskorer Alessandro Fragale auf der rechten Aussenbahn durch, legte quer für Mario Brcina, und dieser egalisierte den Spielstand auf der Bellacher Brunnmatt wieder. Kurz davor hatte der FC Iliria eine hundertprozentige Chance auf das 2:0 verpasst. Nach dem Gegentor wirkte der Solothurner Cupsieger 2016 geschockt und gab das Zepter aus der Hand. Erst in der Schlussphase der ersten Halbzeit drehte Iliria noch einmal auf, die neuerliche Führung wollte aber (noch) nicht gelingen.

In der Zwischenzeit hatte Fulenbach in Riedholz ein Gegentor kassiert, dann aber noch vor der Pause auf 5:1 nachgelegt. Zur Halbzeit war der Mist auf dem Sportplatz Wyler also bereits geführt. Diese Kunde verbreitete sich auch in Bellach unter den Iliria-Spielern und -Fans. Ein Unentschieden war jetzt definitiv zu wenig.

Der entscheidende Doppelschlag

Die Startviertelstunde der zweiten Hälfte gehörte aber den Bellachern, die dank zwei tückischen Flachschüssen dem zweiten Treffer näher waren als Iliria. Der Meisterfavorit überstand die schwierige Phase und blies nach einer Stunde zur Schlussoffensive. Mit Erfolg: Nach einem Steilpass konnte Mergim Sadriji alleine auf das Bellacher Tor losziehen, Goalie Samuel Willi vermochte ihn nur noch mit unfairen Mitteln zu stoppen. Der Schiedsrichter entschied ohne zu zögern auf Penalty. Egzon Mustafi übernahm die Verantwortung, verwandelte souverän, und der FC Iiria lag in der 64. Minute wieder in Front.

Keine drei Minuten später war das Duell um den Meistertitel entschieden: Bellachs Abwehr vertändelte am eigenen Sechzehner den Ball, und Korab Januzaj schoss den FC Iliria mit seinem gefühlvollen Schlenzer endgültig ins Glück. Die Gegenwehr der Gastgeber war nun gebrochen. Iliria hatte keine Mühe mehr, den Zwei-Tore-Vorsprung über die Zeit zu schaukeln. Nach dem Cupsieg anfangs Mai schnappte sich Iliria gestern Sonntag auch den Zweitliga-Meistertitel und steigt somit in die interregionale 2. Liga auf.

«Dass wir tatsächlich das Double geholt haben, ist wunderschön», freute sich Iliria-Trainer Perparim Redzepi. «Das Team hat hart dafür gearbeitet und diesen Erfolg mehr als verdient.» Die Meisterschaft hätte in seinen Augen schon vor dem letzten Spieltag zugunsten seines Teams entschieden sein müssen. Doch wegen der Doppelbelastung mit dem Cup sei es eine harte Meisterschaft gewesen. «Am Ende haben wir es geschafft. Ich freue mich für den Verein, die Spieler und für die besten Fans, die uns wieder super unterstützt haben.» Redzepi unterstrich, dass seine Mannschaft immer noch sehr jung sei. Dies sei auch der Grund für den nervösen letzten Auftritt. «Die drei Punkte sind aber das einzige, das zählt. Ich bin sehr stolz auf die Mannschaft. Was wir erreicht haben in den letzten Jahren, ist einfach unglaublich.»

Bei Fulenbach überwiegt der Stolz

Ilirias Konkurrent Fulenbach gewann in Riedholz am Ende gleich mit 8:1, muss sich aber trotzdem mit dem zweiten Platz begnügen. Traurig sei er darüber aber nicht, stellte Fulenbachs Trainer Martin Hert klar: «Wir hatten eine sehr gute Saison. Ich bin mehr als zufrieden mit der Mannschaft.» Er sprach die Missstände in der Rückrunde an: «Aufgrund der zwei Abwesenden, Ramon Affentranger und Mischa Ehrenbolger, sowie den Verletzungen von Captain Kevin Lenz und Topskorer Fabian Wyss war klar, dass der erste Platz eine ganz schwierige Aufgabe darstellt.» Trotzdem: Nach anfänglicher Schwächephase zum Start der Rückrunde habe das Team in den letzten Runden auch ohne die fehlenden Spieler den Tritt gefunden: «Zu sehen, dass diese Spieler einen solch schönen Fussball spielen, hat mich sehr gefreut.» In seinen Augen war Iliria nicht die bessere Mannschaft in dieser Saison. «Sie waren vor allem die glücklichere Mannschaft. Das war auch im Cupfinal gegen uns schon so, als sie sich erst im Penaltyschiessen durchsetzten.»

Bellach – Iliria 1:3 (1:1)

Brunnmatt. - 600 Zuschauer.

Tore: 5. Sadriji 0:1. 12. Brcina 1:1. 70. Mustafi (Foulenalty) 1:2. 72. Elezi 1:3.

Bellach: Willi; Schwab, Steiner, Joss, Sülüngöz; Marthaler (10. Manyoki), Zizak (78. Mascolo), Xhema, Frick (82. Allemann); Fragale, Brcina.

Iliria: Obrecht; Sulejmani, Thaqi, Corti, Raimi (82. Shkoreti); Bianco, Jahiu, Mustafi, Sadriji; Elezi, Demiri (64. Januzaj).