Dank des 4:1-Siegs im Final des Solothurner Cups Mitte Mai hat sich der FC Härkingen zum zweiten Mal in seiner Vereinsgeschichte für den Schweizer Cup qualifiziert. Bei der ersten Teilnahme in der Saison 2009/10 überstanden die Härkinger die erste Runde, indem sie den Zweitligisten Zollikofen ausschalteten. Der FC Solothurn aus der 1. Liga bedeutete danach Endstation.

In die 1/16-Finals vorzustossen, wird heuer ein viel schwierigeres, um nicht zu sagen, unlösbares Unterfangen. Am Sonntag ist nämlich der FC Breitenrain aus der Promotion League auf dem Aesch zu Gast. Nicht gerade ein Wunschgegner, bestätigt FCH-Präsident Matthias Heim: «Wie alle Amateurmannschaften hätten wir uns natürlich einen ganz Grossen als Gegner gewünscht. Leider ist es kein Wunschkonzert.»

Trotzdem ist Breitenrain in seinen Augen kein unattraktiver Gegner: Ein Quartierverein zwar, der in der letzten Saison in der Promotion League aber den guten dritten Schlussrang belegte. «Es hätte schlimmer kommen können», so Heim, «Breitenrain ist immerhin doch noch irgendwie aus der Region.»

Der Cup hat seine eigenen Gesetze: Diese Floskel gilt natürlich auch für die morgige Partie, doch Heim stellt klar: «Realistisch gesehen haben wir null Chancen. Schliesslich spielen sie drei Ligen höher als wir.» Eine grosse Differenz, das weiss auch Härkingens Trainer Bruno Büttiker, der vor anderthalb Wochen das erste Saisonspiel des FC Breitenrain, das 1:1-Unentschieden gegen Köniz, gesehen hat: «Aus sportlicher Sicht ist es für uns sicher eine Ehre, gegen dieses Team zu spielen. Die drei Ligen Unterschied merkt man deutlich.»

Trotzdem sieht er eine Chance für sein Team, allerdings eine im niedrigen Prozentbereich. «Wenn wir sie so gut neutralisieren können, dass es lange 0:0 steht, werden sie nervös», hofft Büttiker. Einfach nur hinten reinzustehen, sei aber die falsche Taktik. Den Ball in der gegnerischen Zone erobern, damit der Weg zum Tor kurz ist, lautet Büttikers Rezept: «Wir werden versuchen, die Burschen ab 30 Metern vor ihrem Tor aufzuhalten. Und unsere Chancen über die Seiten suchen.»

Egal wie das Spiel ausgeht, speziell werde es für die Spieler auf jeden Fall, sagt Präsident Matthias Heim, der 2009 noch selber auf dem Feld stand: «Für mich persönlich war es eine grosse Ehre, bei diesem prestigeträchtigen Wettbewerb mitmachen zu können. Es wird für den ganzen Verein ein spezielles Spiel.» Dass morgen kein Wunschgegner aus der Super League auf dem Aesch zu Gast ist, hat auch Vorteile. Es erleichtert die Vorbereitung, da die Auflagen vor allem bezüglich des Sicherheitskonzepts viel geringer sind.

So wird es «ein ausgebautes Meisterschaftsspiel» werden, wie es Heim ausdrückt: «Wir werden den Match schon ein bisschen zelebrieren, beim Einmarsch der Teams mit den Junioren zum Beispiel. Und auch sonst wollen wir etwas mehr Stadionfeeling aufkommen lassen. Auch zusätzliche Verpflegungsstände sind vorhanden, falls viele Zuschauer kommen.» Wie viele Zuschauer sich das Duell 2. Liga gegen Promotion League anschauen werden, sei schwierig abzuschätzen, so Heim. 2009 in der zweiten Runde gegen den FC Solothurn waren es deren 1000, was schwer zu toppen ist.