Fussball
FC Grenchen: Vorsitzende Nadia Aubry packt die Koffer

Was vor einer Woche nur ein Gerücht war, das im Stadion Brühl herumgeisterte, ist mittlerweile eingetroffen: Beim FC Grenchen ist Nadia Aubry als Vorsitzende der Vereinsleitung per sofort in den Ausstand getreten.

Hans Peter Schläfli
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Nadia Aubry leitet ab sofort die Geschicke des FC Grenchens nicht mehr.

Nadia Aubry leitet ab sofort die Geschicke des FC Grenchens nicht mehr.

Sie habe ihr Amt an der Sitzung vom vergangenen Montag auf Druck der Sponsoren und eines Teils des Vorstandes niedergelegt, bestätigt Aubry: «Eine Anwältin hat mich vor einer Woche angerufen und mir mitgeteilt, dass Sponsoren und ein Teil des Vorstandes wünschen, dass ich mich zurückziehe», beschreibt Nadia Aubry den – zumindest ungewöhnlichen – Lauf der Dinge.

An der Montagssitzung des FCG-Vorstands sei sie deshalb in den Ausstand getreten. Böse sei sie deshalb aber niemandem. «Wir trennen uns in Freundschaft. Ich werde mir weiterhin Spiele ansehen und im FCG-Beizli anzutreffen sein.»

Bereits zweiter Rücktritt

Zur Vorsitzenden der Vereinsleitung gewählt wurde die junge Juristin erst am 31. August 2014 an einer extra einberufenen, ausserordentlichen Generalversammlung. Und es ist bereits ihr zweiter ungewöhnlicher Rückzug: Am 23. Mai 2014 wurde sie ein erstes Mal zur FCG-Vorstandsvorsitzenden gewählt, als eine französische Investorengruppe beim FCG einstieg.

Wenig später trat sie aber schon wieder zurück, als sie eingesehen habe, dass das so nicht funktionieren wird. «Es wurden im Vorfeld zu wenige Abklärungen getroffen und ich habe das damals leider erst nach meiner Wahl erkannt», meint Nadia Aubry rückblickend zum Flop mit den französischen Investoren – von denen der FC Grenchen denn auch nie einen einzigen Franken erhalten hat.

Frage nach dem Grund bleibt unbeantwortet

Die Frage, warum es dem FC Grenchen nun ohne die Juristin an der Spitze besser gehen soll, bleibt aber weiter unbeantwortet. «Weshalb ich nicht mehr erwünscht bin, hat mir niemand wirklich erklären können», sagt dazu die Betroffene. Sie meint, dass die Vorgänge beim kürzlich erfolgten Wechsel des Sportchefs den Ausschlag gegen sie gegeben haben könnten. «Zwei Tage nachdem Patrick Bösch als neuer Trainer bestimmt worden war, hiess es plötzlich, Renato Brun sei jetzt der neue Sportchef.»

Nicht korrekt abgelaufen

Dabei sei Aleksandar Selkic gerade erst offiziell in dieses Amt gewählt worden. «Von diesem Wechsel wusste ich als Vorsitzende des Vorstandes nichts.» Das sei also nicht korrekt abgelaufen. «Damit man mich richtig versteht, ich habe überhaupt nichts gegen Renato Brun», sagt Aubry. Sie sei aber der Meinung, dass nicht der Trainer einen persönlichen Freund als Sportchef engagieren sollte. «Schliesslich ist der Sportchef der Vorgesetzte des Trainers.»