1. Liga Classic
FC Grenchen von Black Stars gebremst, aber nicht gestoppt

Der FC Grenchen unterliegt nach acht Spielen ohne Niederlage den Black Stars 1:2. Präsident des Clubs Rolf Bieri zeigte sich nach Spielende unzufrieden. Trotzdem ist die Situation beim FC Grenchen viel besser, als vor wenigen Monaten noch erwartet.

Daniel Weissenbrunner
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Fehlte die Leidenschaft? Grenchen um Dugahjin Dedaj (rechts) zahlt in Basel Lehrgeld.

Fehlte die Leidenschaft? Grenchen um Dugahjin Dedaj (rechts) zahlt in Basel Lehrgeld.

martin Töngi

Rolf Bieri hielt mit seinem Unmut nach dem Spielende nicht zurück. Die Niederlage seines FC Grenchen ärgerte den Vereinspräsidenten masslos. Der Unternehmer, der dem Klub neues Leben eingehaucht hat, vermisste bei den Spielern die Bereitschaft, die Präsenz. «Ohne Leidenschaft geht es nicht», monierte Bieri. Für die Grenchner endete am Samstag in Basel bei frühlingshaften Temperaturen eine stolze Serie von acht Spielen ohne Niederlage. Die Mannschaft von Max Rüetschli behauptete zwar den dritten Tabellenrang. Köniz und Baden sind aber mit ihren Punktegewinnen enteilt.

Jammern auf hohem Niveau, könnte man die Situation beim FC Grenchen auch nennen. Noch vor wenigen Monaten stand der FCG vor einer ungewissen Zukunft. Die frühere Vereinsleitung verabschiedete sich in corpore. Im Raum standen ein Ausverkauf, die Auflösung, eine Fusion. Rolf Bieri hat diesen möglichen Szenarien den Schrecken genommen. Der Ur-Grenchner, wie er sich selbst bezeichnet, hat das Steuer herumgerissen und aus der Not eine Tugend gemacht. Mit finanziell bescheideneren Mitteln ist es ihm gelungen, ein schlagkräftiges Team zu formieren. Angeführt von Trainer Max Rüetschli und Sportchef Peter Baumann.

Weckruf vor dem Cup-Hit

Beim FC Grenchen hat man innert kürzester Zeit lernen müssen, den Gürtel enger zu schnallen. Die fehlenden Beträge des langjährigen Mäzens Urs Erb machen sich in der Klubkasse bemerkbar. Beklagen will sich Rolf Bieri gleichwohl nicht. «Wir haben bis jetzt jede Rechnung bezahlt», versichert der Inhaber einer Haustechnik-Firma. Die Quittung erhalten haben bisher vielmehr die Gegner. Der FC Grenchen hat eine Runde vor Abschluss der Vorrunde annähernd den gleichen Punktestand wie am Ende der letzten Saison. Und mit Cristian Mianis 1:0 gegen die Black Stars hat die Mannschaft die Torausbeute der vergangenen Spielzeit bereits egalisiert.

Der Aufbruchstimmung zum Trotz. Die unnötige Niederlage sollte für die Mannschaft ein Weckruf sein. Gelegenheit, den zwiespältigen Eindruck auf dem Rankhof zu korrigieren, haben die Grenchner am kommenden Sonntag. Im Sechzehntelfinal des Schweizer Cups gastiert der Challenge-League-Vertreter Wohlen im Stadion Brühl. Die Forderung des Vereinspräsidenten an die Adresse des Teams ist unmissverständlich. Rolf Bieri erwartet keinen Sieg, sondern primär eine engagierte Leistung. Die Partie gegen die Equipe des ehemaligen Internationalen David Sesa bietet dazu den idealen Rahmen, um Werbung in eigener Sache zu betreiben. Das gilt auch für Rolf Bieri. Der organisierte VIP-Anlass am Rande der Begegnung ist ausverkauft. In Grenchen wird der FC wieder wahrgenommen.