Match der Runde
FC Grenchen trifft gegen Fulenbach zweimal doppelt

In der 2. Liga holt sich der FC Grenchen beim SC Fulenbach einen souveränen 4:1-Sieg. Dank zwei Doppelschlägen, beide innert vier Minuten erzielt.

Tobias Schalk
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Fulenbachs Verteidiger Rafael Ingold gewährt dem Grenchner Arben Alimusaj zu viel Freiraum.

Fulenbachs Verteidiger Rafael Ingold gewährt dem Grenchner Arben Alimusaj zu viel Freiraum.

Remo Fröhlicher

«Klar, sie waren das bessere Team», gestand Fulenbachs Captain Lukas Wyss hinterher ein. «Ihre Effizienz war aber auch brutal», schob er sogleich nach. In der Tat. Im morgendlichen Herbstnebel über dem Sportplatz Bad fanden sich die Grenchner bestens zurecht. Die Aktionen der Gäste hatten allesamt Hand und Fuss, währenddem die Fulenbacher zwar bemüht, aber unpräzise agierten.

So wusste der FCG mit der ersten echten Torchance in Führung zu gehen. Wie einstudiert der Angriff über die rechte Seite, wo Semir Ressil bis zur Grundlinie durchlief, den Ball auf Valerio Fragapane zurücklegte, der keine Mühe hatte, von der Strafraumgrenze einzuschiessen. Individuelle Klasse, aber auch etwas stümperhaftes Verteidigen waren die Zutaten zu Fabrizio Laus’ Nachdoppeln nur drei Minuten später. Mit zwei, drei Hacken vernaschte er ebenso viele Gegenspieler und liess schliesslich auch SCF-Schlussmann Mischa Ehrenbolger keine Abwehrchance.

Chancen zum Ausgleich

Auf einen schnellen Anschlusstreffer zur Überwindung des erlittenen Schocks dürfte SCF-Trainer Martin Hert in seiner Pausenansprache gepocht haben. Diese hatte auf jeden Fall ihre Wirkung nicht verfehlt. Fabian Wyss markierte schon sieben Minuten nach Wiederanpfiff das 1:2 per Kopf nach einer Massflanke von Yanick Boss. Damit wäre der Weg bereitet gewesen, um das Score auf den Kopf zu stellen. Augenscheinlich hatte die Heimmannschaft dadurch neuen Elan gefasst und zog nun die beste Phase im Spiel ein.

Mit zwei guten Chancen kamen die Blau-Weissen dem Ausgleich tatsächlich nahe: Erst profitierte Boss von einem Ausrutscher des Grenchner Verteidigers Sam Tchoukouli, liess im Abschluss aber die nötige Konzentration vermissen und setzte das Leder neben den Pfosten (62.). Vier Zeigerumdrehungen später fasste sich Ramon Affentranger ein Herz: Aus grosser Distanz setzte er seinen Abschluss von der rechten Outlinie ins Aussennetz.

Doch damit genug der Herrlichkeit für den SC Fulenbach. Wiederum zwei Minuten später machte die Verteidigung der Heimmannschaft zum wiederholten Mal keinen souveränen Eindruck, klärte nur bis vor die Füsse von Fragapane, der nicht lange fackelte und die Kugel zum 3:1 in die linke, hohe Torecke schlenzte. Erneut liessen es die Uhrenstädter nicht dabei bewenden und landeten den zweiten Doppelschlag des Spiels. Es war der aufgerückte FCG-Youngster Lenny Anker, der das Leder per Vollspann zum vierten Mal für seine Farben in die Maschen drosch. Damit wurden jegliche Ambitionen der Fulenbacher, die fortan bemüht, aber wiederum zu ungenau agierten, beerdigt.

Gegen Grenchen darf man verlieren

So ungünstig sich die Partie für die Heimmannschaft angelassen hatte – Flügel Luan Spielmann musste nach wenigen Minuten und der ersten Offensivaktion mit Verdacht auf Muskelfaserriss ausgewechselt werden –, so ernüchternd das Ende: Nach einem unmotivierten Ballwegschlagen sah Affentranger in der Schlussphase gar noch die gelb-rote Karte.

Lukas Wyss wusste die ernüchternde Partie gefasst einzuordnen: «Gegen dieses Grenchen darf man verlieren. Man hat gesehen, dass sie wieder aufsteigen wollen. Für uns geht es darum, in den verbleibenden zwei Partien Punkte zu sammeln, damit wir im gesicherten Mittelfeld überwintern können.» Mit Zuchwil und Bellach stehen mit Bestimmtheit einfachere Aufgaben an, als es der FC Grenchen war, der sich in der Verfolgergruppe nach vorne pirscht.