Fussball
FC Grenchen erhält einen süssen Lohn für ein hartes Stück Arbeit

Grenchen setzt sich auch dank einer seriösen Vorbereitung 1:0 gegen Thuns U21 durch. Um für das Kunstrasen-Spiel gewappnet zu sein, verlegte Grenchen sein Training temporär nach Magglingen.

Hans Peter Schläfli
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Dieser Schuss von Leandro Morreiras wurde vom Thuner Goalie Aplanalp in Corner gelenkt. hps

Dieser Schuss von Leandro Morreiras wurde vom Thuner Goalie Aplanalp in Corner gelenkt. hps

Thuns U21-Nachwuchs ist nicht so schwach, wie man vermuten könnte, wenn man die Rangliste der Gruppe 2 der 1. Liga Classic konsultiert. So bereiteten sich Grenchen gegen den Tabellenletzten mit einem Freitagstraining in Magglingen vor, wo es ebenfalls einen Kunstrasen gibt.

Die seriöse Vorbereitung war nötig; denn der Widerstand, den die Oberländer leisteten, war gewaltig. Und wie immer, wenn sich zwei gut organisierte Mannschaften mit frühem Forechecking gegenseitig das Leben schwer machen, dann kann eigentlich kein schönes Spiel entstehen. So war das auch diesmal. Die Räume wurden eng gemacht, der Ballführende hatte keine Zeit zum Überlegen, und so waren längere Ballstafetten in der ersten Halbzeit Mangelware. Kampf war Trumpf. Thun kam zu einer gefährlichen Torszene, Grenchen zu zwei.

Gesagt, getan

«Ich habe in der Pause gesagt, dass wir dieses Forechecking überwinden können, wenn die Passqualität besser wird», erklärte FCG-Trainer Edvaldo Della Casa. Tatsächlich war dann Grenchen deutlich mehr in Ballbesitz, doch Thuns Goalie vernichtete zwei gute Chancen des über rechts durchgebrochenen Maryan Andonov dank starkem Stellungsspiel und gutem Reflex. Thuns Captain Cyrill Rizzo stellt nach einer Stunde dem durchgebrochenen Grenchner Leandro Moreira im Strafraum das Bein, doch Schiedsrichter Fabian Hänggi stand noch am Mittelkreis und konnte es nicht sehen.

Er mag Präsident Bieri einfach

Die grösste Chance überhaupt vergab Leandro. Eine Viertelstunde vor Schluss konnte er alleine auf den Thuner Goalie Cédric Aplanalp losziehen; doch er verlor dieses 1:1-Duell – man ist es sich von ihm schon fast gewohnt. Was der Brasilianer bei der Chancenauswertung sündigt, macht er mit seinen präzisen und entscheidenden Zuspielen wieder gut: In der 89. Minute flankte Leandro von rechts, Maryan Andonov stieg höher als der Thuner Ardit Zenuni und erzielte per Kopf das späte, aber verdiente Siegtor. Sofort rannte er Richtung Tribüne zum FCG-Präsidenten Rolf Bieri und Umarmte diesen. «Ich mag ihn einfach», erklärte Andonov die ungewöhnliche Szene lapidarisch.

FCG liess nichts mehr anbrennen

Die Grenchner liessen danach nichts mehr anbrennen, obwohl Samuel Zayas wegen Spielverzögerung in der 92. Minute noch mit gelb-rot vom Platz geschickt wurde. Geniesst man solch späte Tore nicht am meisten? «Mir wäre es lieber, wenn wir ein frühes Tor machen und dann einen sicheren Sieg einfahren könnten», meinte Della Casa. Aber sein breites Lächeln strafte ihn auch lange nach dem Schlusspfiff noch Lügen.