Fussball
FC Grenchen: Derbysieg im Abstiegskampf von Nöten

Heute ist Derby-Tag. Der FC Solothurn spielt gegen den FC Grenchen. Für diese Partie muss kein Fussballer motiviert werden. Derweil hofft Grenchen-Präsident Bernasconi auf einen Sieg im Kampf gegen den Abstieg.

Hans Peter Schläfli
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* Mario Bernasconi, wie ist die Stimmung beim FC Grenchen vor dem heutigen Derby gegen Solothurn?

Bernasconi: Wenn wir auf die Tabelle blicken, dann ist die Stimmung logischerweise etwas durchzogen. Wir sind nicht dort, wo wir Anfang Saison hin wollten.

Was erwarten Sie vom Derby?

Bernasconi: Das Derby bewegt die Leute schon noch etwas mehr als die normalen Spiele. So haben wir diesmal 83 Matchbälle gespendet bekommen, sonst sind es selten mehr als 10. Aber die Zeiten mit 2500 Zuschauern sind wohl vorbei. Wenn wir 500 Zuschauer haben, dann bin ich zufrieden. Ich hoffe auf einen Grenchen-Sieg, damit auch die theoretische Abstiegsgefahr aus der Welt ist.

Grenchen liegt auf dem drittletzten Platz. Wie gross ist die Abstiegsgefahr?

Bernasconi: Wenn eine Mannschaft in 26 Runden 17 Punkte gemacht hat, dann wird sie wohl nicht die letzten vier Spiele gewinnen können. Wir haben jetzt 8 Punkte Vorsprung auf Bümpliz, und ich rechne damit, dass wir die Differenz noch vergrössern können. Die Mannschaft hat in letzter Zeit gute Leistungen gezeigt.

Der drittletzte Rang kann nächste Saison nicht das Ziel sein. Was unternimmt der FCG, damit es wieder mehr Erfolge zu feiern gibt?

Bernasconi: Uns schwebt vor, dass wir uns in jeder Linie mit einem herausragenden Spieler verstärken. Der Kader ist nicht schlecht, und unser Trainer findet, dass er noch mehr aus diesen Spielern machen kann. In der Verteidigung sieht es meiner Meinung nach gar nicht schlecht aus, aber ein Mittelfeldregisseur und einen Goalgetter möchten wir unbedingt zusätzlich verpflichten.

Ist Trainer Hanspeter Kilchenmann trotz des schlechten Rangs unbestritten?

Bernasconi: Wir planen mit ihm die nächste Saison. Wenn der Rest der Saison gut verläuft, dann wird er FCG-Trainer bleiben.

Wenn man sich verstärken will, dann wird das etwas kosten. Wie sieht es mit den Finanzen aus?

Bernasconi: Wir werden weiterhin sparsam sein müssen. Wir hängen sehr stark von unserem Hauptsponsor, der Korff AG, ab. Wir möchten uns gerne breiter abstützen. In Grenchen gibt es viele namhafte und potente Firmen, aber die sind auf dem Weltmarkt tätig, und es ist nicht leicht, sie für den kleinen FC Grenchen zu begeistern.

Wie sieht es bei den Junioren nach der Auflösung der Gruppierung Region Grenchen aus?

Bernasconi: Wacker hat die meisten Junioren übernommen und stellt die stärksten Teams. Der FC Grenchen hat jetzt wieder fast 100 eigene Junioren, die meisten noch im KinderfussballAlter. Wir arbeiten mit Italgrenchen, Fulgor und Bettlach zusammen und wollen eine neue Basis für unsere Juniorenbewegung legen. Das Verhältnis mit Wacker ist gut. Sollte es Wacker schaffen, ein Talent für die
1. Liga auszubilden, dann sind wir froh und werden diesen Spieler sehr gerne übernehmen. Und wenn einer unserer Spieler zu Wacker will, dann lassen wir ihn problemlos gehen.

Am Dienstag wird in Grenchen das U18-Länderspiel zwischen der Schweiz und Frankreich ausgetragen. Weshalb organisiert der FCG dieses Spiel?

Bernasconi: Auf der einen Seite tun wir damit etwas für unser Image. Andererseits ist es auch finanziell interessant. Durch ein solches Spiel entstehen uns sehr wenige Kosten, da der SFV den grössten Aufwand übernimmt. Die Plakate hat zum Beispiel der Verband gedruckt. Der grösste Teil der Einnahmen kann somit der FC Grenchen behalten.

Im Juli wird wieder der Uhrencup mit tollen Mannschaften ausgetragen. Was ist da die Aufgabe des FCG?

Bernasconi: Wir haben mit dem Cup sehr wenig zu tun. Viele unserer Mitglieder gehören zu den freiwilligen Helfern, aber finanziell profitiert der FCG wenig.

Sascha Ruefer hat seinen Rücktritt als Turnierdirektor angekündigt. Wäre das nicht ein Job für Sie?

Bernasconi: Sascha Ruefer will die Nachfolge selber bestimmen und ich bin kein Thema. Idealerweise müsste eine Ablösung über zwei Jahre fliessend verlaufen, damit das Know-how erhalten bleibt.

*Mario Bernasconi ist Präsident des FC Grenchen.