Der FC Dulliken ist nicht dafür bekannt, gute Vorrunden zu spielen. Auch in der vergangenen Saison konnte der FCD in der ersten Saisonhälfte mit 15 Punkten aus 13 Spielen die Erwartungen nicht erfüllen, während in der Rückrunde aus ebensovielen Spielen 22 Punkte resultierten. Betrachtet man alle Saisons seit dem Aufstieg 2013 holten die Dulliker in den vier Vorrunden insgesamt 22 Punkte weniger als in ihren Rückrunden.

«Ich erwarte eine anständige Vorrunde», meint Sven Schönenberger, fügt aber an, dass die Mannschaft nun besser funktioniere und die Ideen des Trainers gut umsetzen könne. Ausserdem habe man sich punktuell verstärkt, was auch für Rico, den Jüngeren der Schönenbergers, ein wichtiges Argument ist: «Vor allem in der Innenverteidigung sind wir sehr gut aufgestellt. Aber auch im Mittelfeld werden wir einen guten Konkurrenzkampf führen.»

Viele Innenverteidiger

Tatsächlich konnte Dulliken in der Innenverteidigung stark zulegen. Mit Mike Sieber verpflichteten die Niederämter einen alten Bekannten vom SC Zofingen, der den Stammverteidigern Hubeli und Fehlmann Dampf machen wird. Zusätzlich kamen vom absteigenden FC Wangen mit Driton Tahiri und Blerim Bekteshi zwei Defensivallrounder, die ebenfalls auf dieser Position zu spielen pflegten. In den Testspielen kam Bekteshi allerdings oft im zentralen Mittelfeld zum Einsatz. Weiter darf man auf die beiden Jungspunde Carubia und Meier gespannt sein. Carubia, eigentlich als Flügelspieler zum FCD gekommen, wurde unter Herbert Fischer oft zum Innenverteidiger umfunktioniert und Meier, ebenfalls Innenverteidiger, kam in der Sommerpause von der Krienser U17.

«Fischer-Fans»

Auch die Schönenberger-Brüder sind noch nicht lange beim FCD, nämlich genau eine Rückrunde lang. Er habe unter «Hebi» Fischer noch nie gespielt, sein Vater und sein Bruder seien aber Bewunderer von dessen Trainerstil. Rico hingegen musste länger überlegen, da es ihm gut in Langenthal gefiel und er dort geschätzt wurde.
Letztendlich entschied er sich aber nach Gesprächen mit Familie und Freunden gegen Langenthal und für Fischer, welcher ihn bereits in der U16 bei Aarau trainierte. Pikant: Rico hatte Langenthal bereits für die Rückrunde zugesagt, durfte nach «guten Gesprächen» zwischen Heinz Aebi (Teammanager FC Langenthal) und Roland Gruner (Vize-Präsident und Sportchef FC Dulliken) aber trotzdem wechseln.

Der Traum 1. Liga

Dass Langenthal nun eine Klasse höher spielt, gönnen die Schönenberger-Brüder ihren ehemaligen Vereinskameraden. Rico seinerseits hätte sich, wäre er geblieben, gar einen Traum verwirklichen können, da es sein Ziel ist, «eines Tages in der 1. Liga zu spielen». «Bei mir steht nun der Spass an erster Stelle», spricht Sven über seine Motive. Dies nervt Rico ein wenig an seinem Bruder: «Er könnte mehr aus seiner fussballerischen Gabe machen. Für mich ist er ein 1.-Liga-Spieler», meint der 20-Jährige.

Zwei Fliegen mit einer Klatsche könne man nun schlagen, würde der FC Dulliken in die 1. Liga aufsteigen. «Wir wollen so früh wie möglich nichts mehr mit dem Abstieg zu tun haben und uns dann in der vorderen Tabellenhälfte etablieren», verrät Sven allerdings das Saisonziel. «Wie jede Mannschaft, die einen Siegeswillen besitzt, wollen wir oben mitspielen», heisst es in Ricos Worten. Kein Wunder beschreibt Sven Rico als einen wilden und Rico umgekehrt den vier Jahre älteren Bruder als ruhigen Typen.