Der Aufsteiger FC Biberist holte in der Vorrunde der 2. Liga inter zwei Siege und vier Unentschieden. Die Wasserämter überwintern auf dem zweitletzten Tabellenrang. Ist die 2. Liga inter eine Spielklasse zu hoch für den FC Biberist?

Vincenzo Salerno: Nein, aber es ist halt schon eine ganz andere Liga als die Solothurner 2. Liga. Das merkten wir schnell. Zu hoch ist die Liga für den FC Biberist nur, was die finanziellen Mittel betrifft. In diesem Bereich können wir mit den Konkurrenten überhaupt nicht mithalten. Wir nehmen kein Geld in die Hand, um neue Spieler zu holen.

Welches sind die grössten Unterschiede zwischen den beiden Ligen?

Alle Teams können Fussball spielen (lacht). Vom Spielerischen her ist es ein deutlicher Unterschied zur Solothurner 2. Liga. Die Gegner sind vor allem in den Bereichen Technik und Fitness viel besser. Wir trainieren nur zweimal pro Woche. Das war eine Bedingung der Spieler nach dem Aufstieg.

Fussball 2. Liga inter Saison 2017/18, Mannschaftsfoto des FC Biberist mit Trainer Vincenzo Salerno.

Mannschaftsfoto FC Biberist 17/18

Fussball 2. Liga inter Saison 2017/18, Mannschaftsfoto des FC Biberist mit Trainer Vincenzo Salerno.

Mehr liegt zeitlich einfach nicht drin. Das Defizit im konditionellen Bereich war am Anfang der Vorrunde spürbar. Ab der 60. Minute bekamen wir jeweils Mühe. Diesen Rückstand haben wir im Verlauf der Vorrunde aber aufgeholt. Was das Taktische betrifft, sind wir den anderen Teams ebenbürtig.

Sie bezeichneten die 2. Liga inter vor dem Saisonstart als Abenteuer für den FC Biberist. Wars denn bis jetzt eines, das Spass macht?

Für uns ist die 2. Liga inter noch einmal viel interessanter geworden als noch vor einem Jahr. Es macht viel mehr Spass, sich mit überdurchschnittlichen Teams zu messen, trotz Niederlagen.

Auch das Verhalten der Gegner macht Spass. Alles ist ruhiger als in der 2. Liga, es geht nur um Fussball. Wir hatten nur absolut faire Spiele. Dafür haben auch die Schiedsrichter gesorgt. Es sind meist junge Talente, die weiter rauf wollen und sehr gut pfeifen. Ein Pluspunkt der 2. Liga inter ist auch, dass wir mal wieder neue Plätze sehen.

Die Resultate sind allerdings doch ernüchternd: Zehn Punkte aus 13 Spielen. Wie lautet Ihre Bilanz?

Wir wollten pro Spiel einen Punkt holen. Das haben wir nicht ganz geschafft. Es wäre aber sicher möglich gewesen. Zum Beispiel im ersten Match gegen die Blue Stars, als wir besser waren, aber nur unentschieden spielten.

Gegen den FC Rothrist hatten wir ebenfalls die Chance, das Spiel zu gewinnen und die letzten beiden Matches gegen Schöftland und Zofingen verloren wir knapp mit 1:2. Wenn alles für uns gelaufen wäre, hätten wir noch ein paar Punkte mehr geholt.

Der Negativpunkt der Vorrunde war wohl die 0:7-Klatsche gegen Muri. Welches war das Highlight der ersten Saisonhälfte?

Die Reaktion auf das 0:7. Das Spiel im Stadion Brügglifeld. Diesen besonderen Auftritt krönten wir mit dem 2:0-Sieg gegen die zweite Mannschaft des FC Aarau. Die meisten Gegner haben uns nach dem 0:7 wohl etwas unterschätzt, was ja auch nicht so schlecht war.

2. Liga Inter Fussball: FC Biberist - Wangen bei Olten Wangens Rosa Tardin Douglas setzt sich gegen Biberists Dario Emch und Jäggi Patrick durch.

Biberist - Wangen b.O.

2. Liga Inter Fussball: FC Biberist - Wangen bei Olten Wangens Rosa Tardin Douglas setzt sich gegen Biberists Dario Emch und Jäggi Patrick durch.

Hatten Ihre Spieler nach den Erfolgen in den letzten Jahren Mühe, sich wieder an Niederlagen zu gewöhnen?

Nein. Wir wussten ja schon vor der Saison, wo wir in etwa stehen und was auf uns zukommt. Es war uns klar, dass wir ans Limit kommen werden. Die Spieler waren nach Niederlagen natürlich enttäuscht, vor allem nach den knappen. Doch schon nach dem Duschen war die Stimmung jeweils wieder ok.

Was wird in den Wintermonaten beim FC Biberist passieren?

Wir wollen eine Verstärkung holen. Der Ausfall von Pascal Senn, der sich das Kreuzband gerissen hat, wiegt schwer. Für ihn brauchen wir im Mittelfeld einen Ersatz. Ab Januar können wir auf dem Kunstrasen in Biel trainieren, das ist sicher ein grosser Vorteil.

Wir werden aber auch schon im Dezember etwas machen, damit wir im neuen Jahr nicht bei null anfangen müssen. Im Frühling steht dann wie gewohnt ein Trainingslager auf dem Programm. Da werden wir uns den letzten Schliff holen. Wir müssen Gas geben in der Rückrunde, schliesslich müssen wir drei Punkte aufholen.

Sie haben den Ligaerhalt nach der Vorrunde also noch nicht abgeschrieben?

Bis zum zweitletzten Spieltag der Vorrunde konnten wir uns ja über dem Strich halten. Jetzt sind wir halt doch noch auf einen Abstiegsplatz abgerutscht und müssen uns steigern. Es wird sicher sehr schwierig in der Rückrunde, denn die Gegner im Abstiegskampf werden sich auf jeden Fall verstärken. Aber uns gefällt es eigentlich sehr gut in dieser Liga. Und wir wollen in der 2. Liga inter bleiben.