Fussball 2. Liga
FC Bellach-Trainer Sandro De Cubellis: «Nicht wir, alles andere ist mir egal»

Bellach kam in der Vorrunde unter neuem Trainerduo noch nicht in Fahrt und steckt im Abstiegskampf.

Raphael Wermelinger
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Zwei zentrale Figuren beim FC Bellach: Regisseur Alban Xhema (am Ball) und Goalgetter Alessandro Fragale.

Zwei zentrale Figuren beim FC Bellach: Regisseur Alban Xhema (am Ball) und Goalgetter Alessandro Fragale.

Lüthi/Archiv

Serie zum Rückrundenstart in der 2. LIga: FC Bellach mit Trainer Sandro DE Cubellis (Teil 5)

Kader FC Bellach
Trainer: Sandro De Cubellis
Assistent: Oscar Tavoletta

Tor: Luca Palermo, Kevin Frühauf, Oliver Allemann.
Abwehr: Ronny Joss, David Steiner, Mathias Mejeh, Rok Shkoreti, Cédric Manyoki, Valerio Mascolo.
Mittelfeld: Samuel Bertschi, Berkin Sülüngöz, Alban Xhema, Yanick Marthaler, Steven Schwab, Kevin Marthaler, Yanick Gloor, Joaquim Mendes, Shaban Arifi, Yves Kocher.
Angriff: Alessandro Fragale, Wasili Bielmann, Michael Ammon.

Zuzüge: Oliver Allemann (vereinslos), Gloor, Arifi (beide FC Subingen).
Abgänge: Sasa Mrkota, Michael Allemann (beide 2. Mannschaft), Luca Veronica (Pause), Orhan Zulfi (FC Selzach).

Die Hälfte aller Zweitliga-Teams zittert um den Verbleib in der höchsten Regionalliga. Vor dem Rückrundenstart am nächsten Wochenende trennen den Tabellensiebten Niederbipp und das Ligaschlusslicht Zuchwil nur drei Punkte. Ob dieser engen Konstellation will sich kein Trainer darauf festlegen, wen das Abstiegsgespenst erwischen wird. Auch Sandro De Cubellis vom achtplatzierten FC Bellach wagt sich nicht auf die Äste hinaus: «Ich hoffe, wir steigen nicht ab. Alles andere ist mir egal.»

Der 40-Jährige hat das Traineramt beim FC Bellach auf die laufende Saison hin von Slobodan Banjalic übernommen. Assistent ist sein langjähriger Weggefährte Oscar Tavoletta. Die beiden waren bereits bei Italgrenchen drei Jahre lang ein eingespieltes Gespann. In den letzten drei Jahren legten beide eine Pause ein. «Beruf und Familie», begründet De Cubellis seine Auszeit ohne viele Worte.

Der Bettlacher spielte während seiner Aktivkarriere grösstenteils beim FC Wacker Grenchen in der 2. Liga. Vor etwas mehr als zehn Jahren startete er seine Trainerkarriere. Drei Jahre war er beim FC Lengnau, nach einer zweijährigen Pause zog es ihn zu Italgrenchen. Seit dem Sommer 2016 wirkt er nun auf der «Brunnmatt».

Das Abwehrverhalten verbessern

Drei Siege, ebenso viele Unentschieden und fünf Niederlagen: dies Bellachs Bilanz in der Vorrunde. «Bezüglich der Punkteausbeute bin ich nicht zufrieden», lässt De Cubellis die erste Saisonhälfte Revue passieren. Wirklich schlecht seien aber nur die beiden Spiele gegen Blustavia (1:5) und Fulenbach (2:5) gewesen. «In allen anderen Spielen hielten wir sehr gut», so De Cubellis, «oft hat nur sehr wenig gefehlt. Teilweise das nötige Glück, oder auch die Effizienz und letzte Konsequenz.»

Statistisch gesehen ist die Abwehr die grösste Baustelle, nur Deitingen und Zuchwil kassierten noch mehr Gegentore. «Nicht nur wir Trainer kamen im Sommer neu zum Team, sondern auch viele Spieler. Alles musste sich zuerst einspielen. Deshalb stimmte in der Defensive die Absprache manchmal noch nicht», begründet er und schickt sofort hinterher: «An unserem Abwehrverhalten haben wir in der Winterpause gearbeitet. Wir werden uns in der Rückrunde sicher steigern können.»

Was die Offensivabteilung betrifft, war Bellach in der Vorrunde dagegen voll bei den Leuten. Nur das Spitzentrio Biberist, Grenchen, Härkingen sowie Fulenbach (5.) erzielten mehr Tore. Von den insgesamt 24 Treffern gingen 10 auf das Konto von Topskorer Alessandro Fragale. «Auf seinen Schultern lastet viel Druck», sagt denn auch De Cubellis. Dies wird sich in der Rückrunde kaum ändern. Auch wenn Bellach mit Yanick Gloor und Shaban Arifi im Winter zwei offensive Mittelfeldspieler geholt hat. «Sie bringen uns vor allem viel Erfahrung dank ihren Einsätzen in der 2. Liga inter», kommentiert De Cubellis die Transfers, «das Kader ist dadurch zumindest ausgeglichener geworden.»

Sandro De Cubellis, Trainer FC Bellach «Den vierten oder fünften Platz würde ich sofort unterschreiben.»

Sandro De Cubellis, Trainer FC Bellach «Den vierten oder fünften Platz würde ich sofort unterschreiben.»

Zur Verfügung gestellt

Erst Schlusslicht, dann Spitzenduo

Die Rückrunde beginnt für Bellach mit dem heiklen Heimspiel gegen das Schlusslicht Zuchwil. «Das wird ein Sechs-Punkte-Spiel. Wir müssen gewinnen, damit wir uns von ihnen distanzieren können», stellt De Cubellis klar. Ein positives Resultat sei auch deshalb wichtig, weil danach die Spiele gegen den zweitplatzieren FC Grenchen und den Leader Biberist anstehen. «Wenn wir im Startspiel gegen Zuchwil Selbstvertrauen tanken können, dann liegt auch gegen diese beiden etwas drin», ist De Cubellis überzeugt.

Vor dem ersten Meisterschaftsspiel des Jahres 2017 steht für Bellach am nächsten Mittwoch aber zuerst noch der Cup-Viertelfinal gegen den Drittligisten Italgrenchen an. «Dieses Spiel ist wichtig, weil wir mit einem Sieg Schub für die Meisterschaft mitnehmen könnten», so De Cubellis, «es wäre sehr schön, wenn wir weiterkommen würden, der Fokus liegt aber ganz klar auf der Meisterschaft in der 2. Liga.»

Im Gegensatz zum Abstiegskampf gibt Sandro De Cubellis hinsichtlich des Meisterrennens an der Spitze der Tabelle einen klaren Tipp ab: «Mein Gefühl sagt mir, dass Grenchen in der Rückrunde den längsten Schnauf hat und den FC Biberist noch abfangen wird.» Beim FC Bellach selbst gelte vorderhand die Devise, möglichst schnell aus der Gefahrenzone rauszukommen. Auf Nachfrage lässt sich De Cubellis doch noch entlocken, mit welchem Schlussrang er denn tatsächlich liebäugelt: «Den vierten oder fünften Platz würde ich sofort unterschreiben.»