Cupfinalist Bellach hat einen beneidenswerten Lauf. Die Mannschaft von Trainer Sandro De Cubellis ist im Jahr 2017 immer noch ungeschlagen. Fünf Siege und drei Unentschieden in der 2. Liga sowie zwei Siege im Solothurner Cup, dies die Rückrundenbilanz des FC Bellach.

«Unser Erfolgsrezept ist, dass wir uns mittlerweile gefunden haben», ergründet De Cubellis. Dies habe etwas länger gedauert, weil im letzten Sommer der Trainerstaff gewechselt wurde und es auch im Kader zu einem Umbruch gekommen sei.

«Die Qualität war von Anfang an da, aber es brauchte Zeit, bis wir als Einheit funktionierten. Das merkt man an den Resultaten», erklärt De Cubellis. Ein weiterer Grund für den Aufschwung seien die Winterzuzüge Yanick Gloor und Shaban Arifi, die sich als «klare Verstärkungen» entpuppt hätten.

Abstieg vereitelt

Der aktuelle Tabellenfünfte der 2. Liga trifft am Donnerstag im Cupfinal auf den Drittligisten Türkischer SC Solothurn. Nervosität sei bei den Bellach-Spielern noch keine auszumachen, sagt Trainer De Cubellis und begründet: «Im Moment sind wir alle erleichtert. Denn rechnerisch hätten wir bis zum Sieg am Sonntag noch absteigen können. Langsam steigt bei uns aber die Vorfreude auf den Cupfinal.» Diesen gewann der FC Bellach 2006 zum bisher letzten Mal. Vor zwei Jahren standen die Bellacher ebenfalls im Endspiel, unterlagen aber dem FC Härkingen mit 1:4.

Achtung vor dem Underdog

Gegen den unterklassigen Gegner ist Bellach am Donnerstag in Hägendorf in der Favoritenrolle. Dies weiss auch Sandro De Cubellis, relativiert aber: «Wenn man den Lauf des Türkischen SC Solothurn anschaut, siehts schon ein bisschen anders aus.» Die Türken gewannen in der 3. Liga zuletzt fünf Spiele in Serie und übernahmen damit die Tabellenführung in der Gruppe 1.

Weil der Klub die Vorgaben des Verbandes in Sachen Juniorenförderung nicht erfüllt, darf der Türkische SC Solothurn indes nicht in die 2. Liga aufsteigen. «Sie sind ein spielstarkes Team, das gut harmoniert. Und sie haben gute Einzelspieler», zollt De Cubellis dem Gegner Respekt. Der 40-Jährige erwartet ein Spiel auf Messers Schneide: «Das Team, das weniger Fehler macht, gewinnt.»

«Gerüstet für den Cupfinal»

Der Türkische SC Solothurn zelebriert seine erste Teilnahme an einem Cupfinal richtiggehend. «Wir treffen uns bereits am Donnerstagvormittag und essen gemeinsam», beschreibt Trainer Serdal Demiral den Ablauf am Donnerstag. Nach einem leichten Footing fährt das Team gemeinsam nach Hägendorf. «Unabhängig vom Resultat hat der Klub am Abend noch ein kleines Fest organisiert», so Demiral.

Bei seinen Spielern habe er in den letzten Tagen eine gewisse Anspannung wahrgenommen. «Nervös sind wir aber nicht», stellt er klar, «wir zeigten am Wochenende ein sehr gutes Spiel und sind definitiv gerüstet für den Cupfinal.»

Sein Team konnte jüngst mit fünf Vollerfolgen eine gute Serie hinlegen, doch auch der Gegner habe einen guten Lauf, mahnt Demiral: «Im Final treffen zwei Mannschaften mit viel Selbstvertrauen aufeinander.» Auf dem Papier sei seine Mannschaft zwar der Aussenseiter, sagt Demiral und fügt sogleich an: «Gegen starke Gegner sehen wir eigentlich immer gut aus.»

Topskorer Cubuk fraglich

Demiral hat in den letzten Wochen spioniert und sich Partien des FC Bellach vor Ort angeschaut. Seine Erkenntnisse: «Bellach ist eine eingespielte Mannschaft. Die meisten Spieler kennen sich schon länger. Sie verfügen über zwei, drei sehr gute Einzelspieler. Allen voran natürlich Goalgetter Alessandro Fragale. Aber sie haben auf der anderen Seite auch laufstarke Spieler, die richtig ackern auf dem Platz.»

Bellachs Regisseur Alban Xhema im Abschluss, rechts daneben lauert Topskorer Alessandro Fragale.

Bellachs Regisseur Alban Xhema im Abschluss, rechts daneben lauert Topskorer Alessandro Fragale.

Gesperrte Spieler gibt es auf beiden Seiten nicht zu beklagen. Doch der Türkische SC Solothurn bangt um Topskorer Selcuk Cubuk, der in der laufenden Meisterschaft fast dreissig Tore erzielt hat in der 3. Liga. «Am Wochenende kam er zu einem Teileinsatz und hat sogar getroffen», so Coach Demiral, «ob es reicht für den Final, wird sich kurzfristig zeigen. Schliesslich geht es um die Gesundheit des Spielers.»

Beim FC Bellach wird definitiv Yves Kocher verletzungsbedingt fehlen. «Sonst sind alle fit», gibt Trainer Sandro De Cubellis Auskunft. Die Bellacher werden sich am Donnerstag übrigens erst in Hägendorf treffen. Der Cupfinal soll wie ein ganz normales Spiel angegangen werden. Gefeiert wird hinterher aber auf jeden Fall. «Der FC Bellach ist mit insgesamt drei Teams im Cupfinal», sagt De Cubellis stolz, «deshalb treffen wir uns alle am Abend im Klubhaus.»