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Faustball-Nationaltrainer Lang: «Wir sind Aussenseiter»

Nationaltrainer Oli Lang.

Nationaltrainer Oli Lang.

Der EM-Titel vor zwei Jahren mit einer jungen Mannschaft und im ersten Amtsjahr von Faustball-Trainer Oli Lang kam überraschend. Vor heimischem Publikum in Olten will die Schweiz ab Freitag erneut eine gute Leistung zeigen.

Sie steigen als Titelverteidiger ins Turnier, ist dies für Sie und Ihr Team eine Belastung?

Es gibt drei Teams mit Titelchancen, neben uns Deutschland und Österreich. Rein rechnerisch sind unsere Chancen bei 33,3 Prozent. Für uns bedeutet es also keinen zusätzlichen Druck, weil wir Titelverteidiger sind. Die Leute im Umfeld und Fans müssen sich bewusst werden, dass alle drei Teams Chancen auf Gold haben.

Sie haben sich intensiv auf die EM vorbereitet, auch mit einem Trainingslager in Magglingen. Welche Elemente standen dort im Mittelpunkt?

Im Vordergrund stand die Teambildung. Wir konnten eine gute Kameradschaft und Stimmung aufbauen. Im Team mussten wir einiges gegenüber dem letzten Jahr umbauen. Die Länderspiele vor der euro gaben uns Gelegenheit, das Teamgefüge aufzubauen. Wir konnten gegen Österreich und Brasilien allen Spielern eine Wettkampfgelegenheit geben, aber auch den erweiterten Stamm aufeinander einpendeln. Auch Rückkehrer Lukas Lässer konnte so ins Team integriert werden.

Der Verzicht von Hauptangreifer Cyrill Schreiber auf Nationalmannschafts-Einsätze 2014 hat bei Ihnen sicherlich einiges ausgelöst. Wie gehen Sie damit um?

Klar war das Spiel bisher auf ihn aufgebaut, dahinter stand aber ein gutes Kollektiv. Nun können die anderen Spieler die Lücke füllen. Wir verlieren natürlich beim Service einen gewissen Druck, können dies aber kompensieren, weil die Mannschaft näher zusammenrücken muss.

Klar ist, dass Sie ohne Schreiber sicher nicht der Topfavorit sind. Wie sehen Sie dies?

Wir können dies gut mit der Situation vor der letzten EM vergleichen. Damals waren wir der Aussenseiter. Mit Cyrill Schreiber hätten wir jetzt eher als Favorit gegolten. Nun werden wir von den Fachleuten und den Gegner nicht mehr als Top-Favorit an den Start gehen, diese Rolle gehört eher Deutschland. So haben wir wieder eine gewisse Aussenseiterrolle wie 2012. Dies im Gegensatz zum letzten Jahr, wo wir aufgrund des EM-Titel bei den World Games der Favorit waren.

Als Trainer stehen sich vor Heimpublikum auch unter besonderer Beobachtung. Wie gehen Sie damit um?

Bei Turnieren im Ausland sind natürlich viel weniger eigene Anhänger mit dabei. Hier kennen mich natürlich viele Leute. Ich muss mich aber auf unsere Strategie und die Spiele fokussieren. So darf ich nicht zu viele Leute an mich heranlassen. Ich werde mich aber viel mit meinem Staff austauschen, der sehr gut funktioniert.

Wie haben Sie sich seit Ihrem Amtsantritt 2012 als Nationaltrainer verändert?

Der Fokus wird neu bei uns mehr auf die einzelnen Spieler als auf die Selektion als solches gelegt. Wir sind mehr auf den Wettkampf fokussiert als auf die Selektion. Ausserdem lege ich mehr Wert auf die Teambildung beim Stamm. Insgesamt konnte ich bisher viel in meiner Funktion lernen.

Was bedeutet es für Sie und die Spieler, an einer Heim-EM antreten zu können?

Die meisten Spieler erleben eine Heim-EM nur einmal in ihrer Karriere. Es ist deshalb für uns alle ein ganz spezieller Anlass. Die EM findet rund alle acht Jahre in der Schweiz statt und ein Titelturnier ist immer etwas Besonderes. Bekannte, Verwandte, Freunde usw. werden dabei sein. Dies sollte für uns aber kein Druck sondern eine zusätzliche Motivation bedeuten. Entscheidend wird die Tagesform sein. Die Nähe zu den Zuschauern ist bei einer Heim-EM natürlich da, es wird für alle ein einmaliges Erlebnis werden.

In Olten wird eine grosse Tribüne aufgestellt, was erhoffen Sie sich von den Zuschauern für einen Support?

Es ist bekannt, dass im Ausland die Schweiz jeweils die grösse Anhängerschar hat und die Schweizer auch die besten Fans sind. Wir hoffen natürlich, dass wir in Olten ein richtiges Heimturnier erleben. Ich erwartet ein grandioses Publikum, welches uns hilft, unsere Ziele zu erreichen.

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