Der 35. Gempen-Berglauf in Dornach stand ganz im Zeichen des 19-jährigen Berner Oberländers Joey Hadorn. Der Orientierungsläufer aus Fahrni bei Thun holte sich den Sieg und stellte dabei gleich noch einen neuen Streckenrekord auf. Hadorn unterbot die 17 Jahre alte Bestmarke, aufgestellt vom ehemaligen Waffenlauf-Schweizer-Meister Martin von Känel um 1,7 Sekunden. Bei den Frauen feierte die Thalerin Petra Eggenschwiler an der vierten Station der diesjährigen Jura-Top-Tour ihren zweiten Tagessieg. Wurde der Gempen-Berglauf in den ersten zwanzig Jahren noch von der OL-Gruppe Basel durchgeführt, war heuer der TV Dornach bereits zum 15. Mal der Organisator des 7,8 Kilometer langen Rennens mit einer Höhendifferenz von 426 Metern.

OK-Präsident Fabian Mathiuet und seine über hundert Helferinnen und Helfer vom örtlichen Turnverein sorgten auch dieses Jahr für einen perfekten Ablauf. Insgesamt gingen in Dornach 762 Teilnehmer an den Start. 219 Frauen und 543 Männer. Das sind zwar rund 80 Starter weniger als im Vorjahr, trotzdem ist der Gempen-Berglauf von der Teilnehmerzahl her immer noch die Top-Adresse der Berglauf-Serie.

Hartes Rennen für den Sieger

Joey Hadorn, der mehrfache Schweizer Junioren-Meister im Orientierungslauf, hatte bereits im Vorjahr am Gempen als Zweiter mit nur zwölf Sekunden Rückstand auf Christian Mathys auf sich aufmerksam gemacht. Dieses Jahr hatte er schon den Tüfelsschlucht-Berglauf zum Auftakt der Jura-Top-Tour 2016 für sich entschieden. Am Mittwochabend doppelte der Mechaniker-Lehrling in Dornach nach. Hadorn siegte vor seinem OL-Nationalmannschafts-Kollegen Thomas Curiger und dem Jurassier Jérémy Hunt. «Das war ein hartes Rennen», kommentierte Hadorn seinen Erfolg. «Trotzdem konnte ich schon kurz nach Rennhälfte meinen letzten Begleiter abschütteln. Danach kämpfte ich nur noch gegen die Uhr.»

Fünfter Erfolg für Eggenschwiler

Nach 2012 feierte Petra Eggenschwiler vorgestern ihren zweiten Sieg am Gempen-Berglauf. Es war insgesamt der fünfte Tagessieg in der Geschichte der Jura-Top-Tour für die 28-jährige Geologie-Studentin aus Laupersdorf. Eggenschwiler lag zwar während des gesamten Rennens an der Spitzenposition, machte es am Schluss allerdings noch einmal spannend und überquerte die Ziellinie nur mit einem knappen Vorsprung von 2,6 Sekunden. Beinahe hätte Bettina Steiger die Laupersdörferin auf den letzten Metern noch abgefangen.

«Mir lief es super», strahlte die Siegerin Eggenschwiler im Ziel. «Obwohl ich eigentlich keine Sprinterin bin, konnte ich die Spurtwertung nach 700 Metern für mich entscheiden und dann durchziehen.» Dass Steiger und die Drittplatzierte Sarina Jenzer am Ende so nahe hinter ihr waren, habe sie gar nicht realisiert. Auch die zweitrangierte Bettina Steiger, die Mentaltrainerin der abwesenden Martina Strähl, war mit ihrem Lauf zufrieden: «Petra Eggenschwiler war während des ganzen Rennens stets etwa hundert Meter vor mir. Doch ich kam erst auf dem letzten Kilometer auf den Waldwegen näher an sie heran.» Die Jura-Top-Tour 2016 geht am Freitag, 10. Juni, mit dem Roggen-Berglauf in die nächste Runde.