Ein Hund möchte spielen, ein anderer gefüttert werden und ein weiterer liegt gemächlich auf seinem Plätzchen und erwartet mit einem unwiderstehlichen Blick sehnsüchtig Streicheleinheiten. Mutter Pia Rutishauser und ihr Sohn Lars starten regelmässig an Schlittenhunderennen. Am internationalen Schlittenhunderennen erreichte Pia in der Disziplin bei den Frauen den 3. Rang, während Lars bei den Junioren im 2-Hunde-Sprint zuoberst auf das Podest kletterte. Doch wie kommen Solothurner überhaupt dazu, diese Sportart auszuüben? Für Mutter Pia ist der Fall klar: «Ich bin im Berner Oberland aufgewachsen. Ein Kollege von mir hat Huskies gezüchtet und dann bin ich auf den Geschmack gekommen. Es war schon immer mein Traum gewesen.» Diese Begeisterung sprang auch auf ihren Sohn über. Der Neuntklässler stand schon mit fünf Jahren zum ersten Mal auf einem Hundeschlitten. Bis heute liess ihn die Faszination nicht mehr los. «Mir gefällt die Zusammenarbeit mit dem Hund», sagt der Schüler. Die Mutter pflichtet ihrem Schützling bei: «Man muss mit den Hunden ein Team bilden, sonst funktioniert gar nichts. Es ist eine Kunst, die Zeichen der Vierbeiner zu deuten. Der Hund arbeitet für dich, aber du musst auch für ihn arbeiten.» Mutter Pia ist für ihren Sprössling ein Vorbild, obwohl die beiden in unterschiedlichen Disziplinen an den Start gehen. Sie wiederum zeigt sich stolz auf ihren Nachwuchs: «Er macht das sehr gut, obwohl er nicht so viel Zeit mit den Tieren verbringen kann. Er bringt die Hunde ins Ziel und man sieht, dass sie Freude haben und nicht kaputt sind – das ist wichtig.»

Ohne Unterstützung der Familie geht es nicht

Obwohl der Unterhalt der insgesamt neun Hunde zeitaufwendig ist, arbeitet Pia Rutishauser als Verkäuferin in einem Sportwarengeschäft. Dadurch, dass sie auf Unterstützung seitens der Familie zählen könne, gehe alles auf, meint die 43-Jährige. Auch für den angehenden Plattenleger-Lehrling Lars ist der Mehraufwand abseits der Hausaufgaben nicht hinderlich: «Ich gehe mit den Hunden laufen und füttere sie. Wir ergänzen uns prima.»

Rare Trainingsmöglichkeinten im Schnee

Doch wie trainieren die «Buechiberger» die Hunde für ihre Wintersportart? «Im jurassischen Tramelan wird ein Trail unterhalten, der es uns Schlittenhunde-Sportlern ermöglicht zu trainieren», sagt Pia. Ansonsten werden die Hunde vor einen Wagen oder ein Velo gespannt. So kann sich die Familie im Limpachtal auf die bevorstehenden Wettkämpfe vorbereiten. Der milde Winter dieses Jahr wirkt sich allerdings negativ auf das Training der Tiere aus. Temperaturen über zwölf Grad sind für Hunde zu hoch, da diese nicht schwitzen können. Deshalb könne man im Sommer mit den Vierbeinern nur schwimmen, wandern oder laufen.

An freien Tagen und an den Wochenenden geht es mit dem Rudel in die Berge zum Schneetraining. Die Saison dauert zwar nur zwei Monate (Januar, Februar), aber dafür findet praktisch jede Woche ein Rennen statt. Das ist für die Hunde und auch für ihre Besitzer eine intensive Zeit. Abseits der sportlichen Herausforderung kommen teure Reisen, zum Teil ins Ausland, hinzu.

An den Schweizer Meisterschaften in Gadmen am Start

Die Rutishausers nehmen aber keine fremde Hilfe in Anspruch, um das kostspielige Hobby zu finanzieren. «Wir haben keine Sponsoren, aber das ist gut so, denn ich will nicht abhängig sein. Wenn das Geld nicht da ist, sollte man diese Sportart nicht machen», meint die erfahrene Sportlerin. Die Spitze könne auf die Unterstützung von Sponsoren zählen, fügt sie an. Mit diesen Topcracks können sich Rutishausers zusammen mit ihren Hunden auch dieses Wochenende wieder messen. Dann nämlich stehen die Schweizermeisterschaften der Schlittenhunderennen in Gadmen auf dem Programm.