Laut «NZZ» zieht Olten den Fall des querschnittgelähmten Ronny Keller an das internationale Sportschiedsgericht (CAS) weiter. Im Juli hatte das Verbandssportgericht das erstinstanzliche Urteil des Einzelrichters bestätigt und die Berufung des NLB-Vereins abgewiesen.

Anfang März war der Oltner Verteidiger Ronny Keller in den NLB-Playoff-Halbfinals nach einem Zweikampf mit dem Langenthaler Stürmer Stefan Schnyder kopfvoran in die Bande geprallt. Seither ist er auf den Rollstuhl angewiesen. Nationalliga-Einzelrichter Reto Steinmann eröffnete nach dem tragischen Vorfall ein Disziplinarverfahren gegen Schnyder, stellte es aber noch im März ein, weil der Angeschuldigte kein Foul begangen habe.

Steinmann stützte sich bei seinem Entscheid massgeblich auf ein Gutachten, welches er bei der Arbeitsgruppe für Unfallmechanik (AGU) in Zürich eingeholt hatte. In Olten ist man der Meinung, dass dieses Gutachten der Ergänzung bedarf und von den ersten beiden Instanzen in gewissen Punkten falsch gewürdigt worden sei.

Kein persönlicher Angriff

Das Disziplinarverfahren ist eine wichtige Weichenstellung für die haftpflichtrechtliche Erledigung der Unfallfolgen. «Es geht uns mit dem Rechtsmittel an den CAS nicht darum, Stefan Schnyder als Person eins auszuwischen, sondern vor allem um die finanziellen Folgen und den Anspruch von Ronny Keller auf Gerechtigkeit», wird Benvenuto Savoldelli, Präsident des EHC Olten und Rechtsanwalt, in der «NZZ» zitiert.

Staatsanwaltschaft wartet ab

Die Staatsanwaltschaft des Kantons Solothurn, die ein Strafverfahren gegen Schnyder wegen fahrlässiger schwerer Körperverletzung eröffnet hat, wartet nach Auskunft ihrer Mediensprecherin den rechtskräftigen Ausgang des Disziplinarverfahrens gegen Schnyder ab. Dieser hatte kürzlich seinen Vertrag mit dem SC Langenthal um zwei Jahre verlängert.