Nach 14 Spielen ist sie also gerissen, die längste Siegesserie in der Geschichte des EHC Olten. Beim EHCO will man die 2:6-Niederlage in Martigny aber nicht überbewerten. «Im Schlussdrittel haben wir nachgelassen, wohl auch wegen einer gewissen Müdigkeit nach dem Spiel vom Donnerstag gegen Langenthal», analysiert EHCO-Stürmer Philipp Wüst.

Dass seine Mannschaft irgendwann wieder ein Spiel verlieren werde, war für Wüst klar. «Niemand konnte davon ausgehen, dass wir bis zum Saisonende einfach durchmarschieren.» Die Niederlage im Wallis kam daher zur rechten Zeit; zumal das Spitzenspiel gegen die SCL Tigers die Chance zur Korrektur bietet.

Neues Spiel, neues Glück

13 Punkte beträgt der Vorsprung der Oltner auf die Emmentaler. Schlagen die Powermäuse den NLA-Absteiger heute Dienstag also im Direktduell, dürfte ihnen Platz 1 nach der Qualifikation endgültig nicht mehr zu nehmen sein.

Dass die Powermäuse die drei bisherigen Direktvergleiche mit den SCL Tigers alle nach 60 Minuten gewinnen konnten, zählt für Wüst indes nicht mehr. «Jedes Spiel hat eine eigene Geschichte. Wir müssen uns nicht an Vergangenem orientieren, sondern die Konzentration aufs eigene Spiel lenken», sagt Wüst.

Für den pfeilschnellen 27-jährigen Flügel sind die Partien gegen die Tigers eine spezielle Angelegenheit. Wüst ist in Langnau geboren und hat seine gesamte Juniorenzeit bei den Tigers verbracht. «Gerade das erste Auswärtsspiel in Langnau war für mich sehr emotional», erinnert er sich. Er habe sich aber bewusst für den EHCO entschieden, so Wüst, der seinen Vertrag bei den Powermäusen kurz vor Weihnachten um drei Jahre verlängert hat.

Enorm wertvoll

Dass Wüst Olten erhalten bleibt, hat bei den Fans für Freude gesorgt. Der Flügel ist mit seiner Schnelligkeit und seinem kampfbetonten Spiel eine Attraktion im EHCO-Ensemble und für Olten speziell auch im Boxplay enorm wertvoll. Zusammen mit Adrian Brunner bildet Wüst in der dritten Oltner Sturmformation eine spektakuläre Flügelzange, die von Center und Captain Sandro Tschuor defensiv hervorragend abgesichert wird. «Das Zusammenspiel unserer Linie funktioniert wirklich gut und macht grossen Spass», bestätigt Wüst.

Zehn Runden dauert die aus Oltner Sicht so erfolgreiche Qualifikation noch, zehn Partien bleiben, um richtig Schwung zu holen für die entscheidende Saisonphase. Ein Sieg gegen den ersten Verfolger würde beim EHCO für weiteren Rückenwind sorgen.