Landhockey NLA
Extra-Einheiten für den Titel: Nora Wintenberger und der HC Olten starten in die entscheidende Phase

Nora Wintenberger und der HC Olten starten in die entscheidende Phase der NLA. Dafür schieben sie Extra-Einheiten im Training.

Fabio Baranzini
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Die 21-jährige Winznauerin Nora Wintenberger spielt seit sechs Jahren im Fanionteam des HC Olten und will in dieser Saison ihren ersten Meistertitel gewinnen. FBA

Die 21-jährige Winznauerin Nora Wintenberger spielt seit sechs Jahren im Fanionteam des HC Olten und will in dieser Saison ihren ersten Meistertitel gewinnen. FBA

Fabio Baranzini

Am Tisch der Familie Wintenberger dominiert ein Gesprächsthema: Landhockey. Die Sportart mit dem Krummstock, die selbst bei Sportinteressierten nur selten auf dem Radar auftaucht, nimmt bei Wintenbergers praktisch jede freie Minute in Beschlag. Das ist nicht weiter verwunderlich, denn Alex Wintenberger – früher selber jahrelang Spieler in der NLA-Männerequipe des HC Olten – ist seit sechs Jahren Trainer der ersten Frauenequipe des Vereins und die beiden Kinder Nora und Kevin spielen in den HCO-Fanionteams.

Nur Mutter Cornelia greift nicht aktiv ins Geschehen ein. Aber auch sie kann sich dem Hockeyvirus nicht entziehen. «Praktisch jeden Abend hat jemand von uns Training und an den Wochenenden steht fast immer ein Spiel an. Wir können gar nicht anders, als über Hockey zu diskutieren», sagt Nora Wintenberger lachend. «Meine Mutter versucht dann jeweils, nach einer Weile das Thema zu wechseln, aber irgendwie landen wir dann doch wieder beim Hockey.»

Vor Rotweiss Wettingen

Die Landhockeykarriere der 21-jährigen Winznauerin begann früh. Bereits mit sechs besuchte sie regelmässig das Training beim HC Olten, durchlief danach sämtliche Juniorenabteilungen und ist seit mittlerweile sechs Jahren fester Bestandteil der NLA-Equipe, die in den vergangenen sechs Spielzeiten fünfmal den Vizemeistertitel gewann und in der letzten Saison Bronze holte. Trotz all den Erfolgen stand den Oltnerinnen stets eine Mannschaft vor der Sonne: Ligadominator Rotweiss Wettingen.

In der laufenden Meisterschaft präsentiert sich die Ausgangslage nun aber umgekehrt. Es ist der HCO, der nach der Hinrunde von der Tabellenspitze grüsst – vor dem Erzrivalen aus Wettingen. «Der Blick auf die Tabelle ist natürlich eine Extra-Motivation für uns», so Nora Wintenberger. Sie und ihre Teamkolleginnen wissen aber, dass sie sich damit nichts kaufen können, denn die entscheidende Meisterschaftsphase steht erst noch bevor (siehe Box).

Mehr Konditionstraining

Was braucht es also, damit die derzeitigen Kräfteverhältnisse nicht nur eine Momentaufnahme bleiben, sondern bis zum Ende der Meisterschaft Bestand haben? «Wir müssen vor dem Tor noch etwas effizienter werden und weiterhin konsequent unsere Stärken ausspielen.

Ein Vierkampf um den Titel

Am 30. April starten die Frauen des HC Olten in die Rückrunde der NLA-Meisterschaft. Dort duellieren sie sich je zweimal mit Rotweiss Wettingen, Luzern und den Black Boys Genf. Dies waren die drei härtesten Widersacherinnen in der Vorrunde. Die zwei besten Teams küren in der abschliessenden Finalbegegnung (Hin- und Rückspiel) den Schweizer Meister. In den letzten sechs Jahren ging der Titel jeweils an Rotweiss Wettingen. (fba)

Das sind vor allem unsere Kämpferqualitäten und der Teamgeist», sagt Nora Wintenberger, die ihre Mannschaft als Teamverantwortliche gegenüber dem Vereinsvorstand vertritt und auch innerhalb der Equipe eine wichtige Rolle übernimmt. Die Stürmerin ist das Bindeglied zwischen den ganz jungen Spielerinnen der Mannschaft – die jüngste Akteurin ist 14 – und den arrivierten Spielerinnen, die teilweise fast 20 Jahre älter sind.

Damit es für den HC Olten in dieser Saison mit dem ersten Meistertitel seit 2010 klappt, hat Trainer Alex Wintenberger mit seinen Spielerinnen in den letzten Wochen viel in den konditionellen Bereich investiert. «In der Vergangenheit hat uns in den entscheidenden Momenten der Finalspiele jeweils etwas die Kraft gefehlt.

Das sollte uns in diesem Jahr nicht mehr passieren», sagt Nora Wintenberger. Gewinnen die Oltnerinnen nach sieben Jahren Unterbruch erstmals wieder den Schweizer-Meister-Titel, wäre das der bislang grösste sportliche Erfolg in der Karriere von Nora Wintenberger. Beim letzten Titelgewinn gehörte sie nämlich noch nicht zur ersten Mannschaft, sondern war bloss als Zuschauerin dabei.