Inlineskating
Experiment gescheitert – das Swiss Skate Team zerfällt

Wie der Obergösger Mannschaftsleader Severin Widmer gehen auch seine beiden Kollegen Nicolas Iten und Michi Achermann eigene Wege.

Jürg Salvisberg
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Das Swiss Skate Team ist Geschichte.

Das Swiss Skate Team ist Geschichte.

Nachdem die Mannschaft dieses Jahr schon den Nachwuchs ausgegliedert hatte und wieder in den Farben der angestammten Vereine an Schweizer Rennen antreten liess, gibt auch das internationale Spitzentrio sein Zusammenwirken auf.

Dies ist jedenfalls die Konsequenz, die Severin Widmer aus der abgelaufenen Saison ziehen muss. Obwohl der Obergösger an Wettbewerben nie ausserhalb der Top Ten abschloss und insgesamt rangmässig kaum an Terrain einbüsste, konnte er aus dem Sport keine richtige Befriedigung mehr schöpfen.

Das mangels zahlungskräftiger Sponsoren kleine Budget des Swiss Skate Teams erlaubte nur noch beschränkte Auslandeinsätze, doch nur diese sind für einen ehrgeizigen und leistungsstarken Skater eine echte Herausforderung. Die sporadischen Läufe bremsten den Rhythmus in der Zusammenarbeit, den Trainings und auch in der internen Kommunikation.

Berlin bleibt in der Agenda

Sportlich konnte der Weltcupsieger von 2011 nur an einem Ort an ruhmreiche Zeiten anknüpfen. «Berlin hat mir die Saison gerettet.» Dort erlebte er im März mit dem dritten Platz am Halbmarathon einen guten Saisoneinstieg und belegte Ende September am Marathon hinter Überflieger Bart Swings den 2. Rang.

Mit der Premiere von zweiwöchigen Ferien im Mai und dem Zusammenzug mit seiner Partnerin in Reiden liess er dazwischen auch andere Prioritäten zu. Obwohl er immer noch gleich viel Trainingsaufwand betrieb, stellte sich der 26-Jährige auch die Sinnfrage: «Ich ging jedes Mal gerne skaten, aber es kostete mehr Überwindung.»

Der Abwärtsspirale im Swiss Skate Team will Severin Widmer auch nach einem Gespräch mit Coach Johnny Diethelm nicht mehr länger zusehen. «Im alten Stil geht es nicht mehr weiter.» Seiner Sportart den Rücken kehren, möchte der Niederämter aber auch nicht.

Denn der Verlockung von ewigen Comebacks, wie sie sein langjähriger Erzrivale Yann Guyader vorlebt, möchte er aus dem Weg gehen. Zudem kann er noch nicht zurücktreten, weil er nach seinem Exploit am Berlin-Marathon für nächstes Jahr in der deutschen Hauptstadt schon einen Termin als Gratisstarter in der Agenda hat.

Neues mit eigener Handschrift

Der Obergösger schliesst eine neue Karriere als Alleinstarter nicht aus, sollte er dafür die nötigen privaten Sponsoren finden. Parallel dazu will er mit Mountainbike und Laufsport, in zwei für ihn nicht neuen Feldern, weitere Akzente setzen.

Ihm schwebt ein polysportives Programm «mit eigener Handschrift» vor. Impulsen aus dem Swiss Skate Team will sich Severin Widmer nicht verschliessen. Zwar ist das Eliteteam, das wegen des Krachs vieler Klubs mit dem Verband den Status einer Ersatznationalmannschaft hatte, wohl Geschichte.

Gleichzeitig gelang es den Swiss Skatern, zur Unterstützung und Stärkung des Breitensportes neue Pflöcke einzuschlagen. So lebte der Inline-Lauf um den Sempachersee wieder auf und für 2015 ist das Projekt eines neuen Engadiner Wettbe- werbes in der Pipeline.

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