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Ex-Trainer Patrick Bösch betreibt den FC Grenchen

Patrick Bösch ist nicht mehr länger Trainer des FC Grenchen.

Patrick Bösch ist nicht mehr länger Trainer des FC Grenchen.

Am Wochenende hat Trainer Patrick Bösch den Bettel beim FC Grenchen hingeschmissen. Jetzt ist klar, weshalb. Mannschaft und Trainer warten seit Monaten auf ihre Entschädigungen.

Die offizielle Begründung lautete anders als das, was jetzt publik geworden ist: Patrick Bösch und sein Assistent Roland Güggi legten am Samstag ihr Amt nicht wegen der Derby-Niederlage gegen den FC Solothurn nieder (1:2), sondern wegen ausstehender Zahlungen. Genauer: Seit mehreren Monaten warten Mannschaft und Trainer auf ihre Entschädigungen. «Das stimmt», sagt Lilo Dellsperger. Die Vorsitzende des finanziell angeschlagenen Vereins gibt zu, dass man mit den Zahlungen im Rückstand sei. «Das haben wir Herrn Bösch auch so mitgeteilt und ihn gebeten, sich noch ein wenig zu gedulden.» Die Spieler hätten inzwischen ihre Spesen erhalten, versichert Lilo Dellsperger.

Bei Patrick Bösch ist dagegen der Geduldsfaden gerissen. Er leitete gegen den FC Grenchen eine Betreibung ein. Gemäss seinen Aussagen schuldet ihm der Klub einen hohen vierstelligen Betrag. «Die diversen Extras allesamt nicht eingerechnet», ergänzt er. Er habe Tankfüllungen seiner Spieler bezahlt, weil die Mannschaft mit Privatautos zu Spielen fahren musste. Ausserdem soll er für die angefallenen Spesen von einigen Spielern aufgekommen sein. Dabei handelt es sich um Akteure, die mit einem Touristenvisa in der Schweiz weilten und den FC Grenchen bis zum Saisonende hätten verstärken sollen. «Wir haben Patrick Bösch deutlich gemacht, dass diese Spieler nicht für den FC Grenchen im Einsatz stehen werden», sagt Lilo Dellsperger. Der Klub befürchtete, Probleme mit dem Amt für Migration zu erhalten. Bösch bringt für diese Haltung kein Verständnis auf. Weil sie praxisüblich sei.

Die kurze Liaison zwischen ihm und dem FC Grenchen, Bösch trat sein Amt erst im Herbst an, endet nun auf dem Rechtsweg. Lilo Dellsperger bedauert, dass es so weit kommen musste. «Aber wir können Patrick Bösch nicht daran hindern, von seinem Recht Gebrauch zu machen.»

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