Eishockey NLB
Ex-Olten-Trainer Kent Ruhnke: «Der EHC Olten muss aufpassen»

Der letztjährige Olten-Trainer, Kent Ruhnke, hat auf den Playoff-Viertelfinal des EHCO ein besonderes Augenmerk. Auch weil sein Sohn Corey bei Gegner La Chaux-de-Fonds spielt.

Michael Schenk
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Kent Ruhnke: «Als Vater hoffe ich, dass Corey und sein Team die Serie gewinnen.»

Kent Ruhnke: «Als Vater hoffe ich, dass Corey und sein Team die Serie gewinnen.»

KEYSTONE

Derzeit ist er in Haliburton am «Head Lake» in der kanadischen Provinz Ontario am Eisfischen, Langlaufen und Schneeschuhlaufen und geniesst den kanadischen Winter. Ausserdem kümmert er sich um seine Eltern in Toronto, die dem 90. Geburtstag zu gehen. «Da gibt es schon das eine oder andere zu helfen», sagt er.

Am nächsten Freitag freilich, nach seiner Rückkehr in die Schweiz, will er sich ganz bestimmt Playoff-Viertelfinal Nummer 4 in der Patinoire Les Mélèzes zwischen Chaux-de-Fonds und Olten live ansehen. Und je nach dem am darauffolgenden Sonntag dann auch Spiel fünf im Kleinholz.

«Ich verfolge das Schweizer Eishockey natürlich nach wie vor sehr, sehr intensiv», sagt Kent Ruhnke. Darum nimmt er es auch in Kauf, zu spät zum Coiffeur-Termin zu kommen, um Red und Antwort zu stehen. Im Dezember 2011 für den geschassten Colin Muller als Headcoach des EHC Olten eingesprungen, stand der 60-jährige Kanadier mit Wohnsitz in Zürich bis vor einem Jahr an der Bande der Powermäuse. Bis zum «Out» in er ersten Playoff-Runde damals gegen Visp. Die diesjährige Viertelfinalserie zwischen Chaux-de-Fonds und Olten steht für Ruhnke aber nicht allein darum unter einer ganz besonderen Affiche.

Ruhnke hat Grosses für den EHC Olten geleistet. Er führte den Klub 1988 zum Meistertitel in der NLB und dem Wiederaufstieg in die NLA. Nebenbei wurde er mit Biel (1983), den ZSC Lions (2000) und dem SC Bern (2004) Meister. «Ich freue mich, meine Oltner Freunde zu sehen», blickt der frühere NHL-Spieler der Boston Brunis und Winnipeg Jets der Partie am Freitag entgegen. Und von diesen Freunden gibt es noch viele.

Hinsichtlich Unterstützung des EHCO fällt es dem Meistertrainer indes schwer, in dieser Serie hinter Olten zu stehen. Obwohl ihm der Klub sehr viel bedeutet. Bei La Chaux-de-Fonds indes spielt Ruhnkes Sohn Corey. Der 27-jährige Verteidiger konnte gestern in Viertelfinal 1 nicht mittun, weil er im Training von einem Slapshot am Fuss getroffen worden ist. «Er war sehr enttäuscht», erzählt sein Vater. Aber im Verlauf der Serie sollte einem Comeback des ehemaligen EHCO-Juniors Corey Ruhnke nichts im Wege stehen. «Als Vater hoffe ich natürlich, dass Corey und sein Team die Serie gewinnen», gibt Ruhnke zu. Und den Oltnern eine harte Zeit bevorstehe Allein: «Vom Talent kann Olten ohne Frage NLB-Meister werden», hält Ruhnke fest.

Etwas überrascht hat den letzten EHCO-Coach vor Scott Beattie, wie viele gute, neue Spieler auf diese Saison hin zu Olten gekommen sind. «Als ich letzte Saison um Verstärkungen gebeten habe, um die vielen Verletzten, die wir hatten, zu kompensieren, war kein Geld dafür da», sagt er. Insofern habe das aktuelle Olten mit dem, das er im März verlassen hat, nicht mehr sehr viel gemeinsam. «Nein, das ist eine andere Mannschaft. Ein starke Mannschaft mit sehr starken Individualisten, die nur schwer zu schlagen sein wird, wenn alle gesund bleiben.».

Freilich hebt der erfahrene Coach, in der Schweiz 2005 zum Trainer des Jahres gewählt, den Mahnfinger Richtung Kleinholz: «Olten muss aufpassen – La Chaux-de-Fonds ist durchaus fähig, die Serie zu gewinnen.» Ruhnke sagt dies neutral der familiären Bande, die ihm mit den Neuenburgern verbindet. «Sie sind ein sehr schnelles Team und sehr unberechenbar.» Launisch auch – welsch eben. «Chaux-de-Fonds kann an einem Abend spielen die Montreal Canadiens und am anderen Abend wie die Toronto Maple Leafs», sagt Ruhnke. Das heisst für ihn, von Himmel bis Hölle ist alles möglich.

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