2.-Liga-Eishockey

Ex-EHCO-Spieler Cédric Schneuwly zwischen Arbeitsalltag und Amateurhockey

Neues Leben, neuer Verein: Ex-EHCO-Stürmer Cédric Schneuwly im Dress des SC Altstadt Olten.

Neues Leben, neuer Verein: Ex-EHCO-Stürmer Cédric Schneuwly im Dress des SC Altstadt Olten.

Heute Donnerstagabend kommt es im Kleinholz in Olten, 20.15 Uhr, zum Solothurner 2.-Liga-Kantonsderby zwischen dem SC Altstadt Olten und dem EHC Bucheggberg – ­mittendrin: Der 27-jährige ehemalige EHC-Olten-Stürmer Cédric Schneuwly.

Es war im Oktober vor einem Jahr, als Stürmer Cédric Schneuwly nur 152 Tage nach seiner Hüftoperation in La Chaux-de-Fonds sein Comeback gab für den EHC Olten ‑ und als Torschütze den Weg zu einem 6:3-Sieg ebnete. Nur Wochen später musste er aber eingestehen und resignieren: Es geht nicht mehr, zu viel hat er in all den Jahren zuvor seinem ­Körper abverlangt. Cédric Schneuwly muss im Alter von 27 Jahren seinen Rücktritt vom Spitzensport geben.

Heute sagt er: «Ich habe den Schritt noch keine Sekunde bereut. Es war richtig, zurückzutreten.» Cédric Schneuwly hätte für den Profisport nach seiner Operation an der linken Hüfte auch die ebenfalls lädierte rechte Seite operieren müssen – mit ungewissem Ausgang, ob er überhaupt weiterhin professionell Eishockey spielen könnte. «Diese Energie, danach wieder zurückzukehren – ich hätte sie nicht gehabt. Es ist definitiv gut so, wie es ist», sagt er.

Nach Profizeit: Die Hosen sind enger ­geworden

Obwohl er das Ende seiner Profikarriere zu verdauen hatte und kurzzeitig ein wenig Abstand vom Eishockey gewinnen musste, war für Cédric Schneuwly klar, dass er seine grosse Passion, das Eishockey, nicht aufgeben möchte.

Und es war auch von Anfang an klar, welchen Verein es sein sollte: Den SC Altstadt Olten in der 2. Liga, geprägt von ehemaligen ­EHCO-Spielern. «Für mich war klar, dass ich für Altstadt spielen will. Sie mussten sich deshalb auch nicht gross um mich bemühen», sagt er und lacht.

«Viele Jungs kenne ich noch von früher. Und mit Meister, Pargätzi oder Wüthrich hatte ich den Kontakt ohnehin nie verloren. Es gefällt mir sehr gut», sagt Cédric Schneuwly, der sich in der neuen Garderobe deshalb auch kaum anpassen musste.

Eine Eingewöhnungszeit habe er höchstens auf dem Eis gebraucht. «Jahrelang spielt man als Profi in einem komplexen System. In der 2. Liga ist alles etwas oberflächlicher, einfacher gestaltet. Aber es braucht auch gar nicht viel mehr», sagt Schneuwly.

Frisch von der Leber spielen, heisst das Motto im Amateurhockey – das Rezept, das «90 Prozent der Spieler in der Liga» verfolgen würden. Und dennoch: «Ich habe gestaunt: Das Niveau ist sehr hoch. Seit es die MySports-League gibt, haben viele gute Spieler in die Amateurligen gewechselt», weiss Schneuwly.

Und auch in den Trainings gehe beim SC Altstadt immer wieder die Post ab. Zweimal wöchentlich trainiert das Oltner Zweitliga-Team, montags und donnerstags. Dazu jeweils mindestens ein Spiel pro Woche. Aus beruflichen Gründen kann Cédric Schneuwly jeweils nur das Montagstraining besuchen.

Ohnehin fehle ihm etwas der alltägliche Sport. «Und man bekommt es zu spüren: Die Hosen sind etwas enger geworden», sagt Schneuwly und lacht. «Aber davon können ja viele zurückgetretene Profispieler ein Liedchen singen.» Immerhin: Die Hüfte schmerzt im Alltag nicht mehr und Schneuwly ist froh, nicht mehr sechs Eistrainings pro Woche zu haben.

100%-Pensum, Weiterbildung – und das Eishockey

Für den alltäglichen Sport fehlt Cédric Schneuwly fast etwas die Zeit. Beim Handelsunternehmen e + h services arbeitet der 27-Jährige im 100-Prozent-Pensum als Junior Category Manager und lässt sich, so ganz nebenbei, zum Betriebswirtschafter an der Höheren Fachschule in Aarau weiterbilden.

Um sein Ziel zu erreichen, drückt er jeweils dienstags und donnerstags abends während je vier Stunden die Schulbank. Den Schritt in den Berufsalltag mit einem solch hohen Pensum sei ihm überraschend gut gelungen. «Ich hatte grossen Respekt davor und dachte, dass es mir nicht einfach fallen würde. Aber nach ein paar Wochen war ich voll drin. Es gefällt mir sehr, auch wenn es mit viel Studium und Schreiben von Arbeiten sehr intensiv ist. Ich bereue es keine Sekunde.»

Obwohl der Leistungsdruck im Vergleich zum Profisport des EHC Olten beim SC Altstadt spürbar weniger ist, bleibt Cédric Schneuwly im Eishockey mit der nötigen Ernsthaftigkeit am Puck. «Natürlich nehmen wir es sehr ernst. Stehen wir auf dem Eis, wollen wir gewinnen.»

Doch so einfach sei es auch als Ex-Profi in der zweiten Liga nicht, sagt Schneuwly. «Unsere Gegner wissen, dass wir ein breites Kader mit viel Erfahrung haben. Da treten sie jeweils besonders motiviert an.»

Vier Spiele hat der SC Altstadt Olten bislang absolviert, woraus zwei Siege und zwei Niederlagen im Penaltyschiessen resultierten. «Mit den beiden Siegen sind wir zufrieden, auch wenn wir es noch in keinem Spiel geschafft haben, unsere Leistung über 60 Minuten abzurufen.» So würden sie manchmal etwas ins Schönwetterhockey abdriften. «Das reicht dann halt auch in der zweiten Liga nicht mehr. Aber es ist auch im Amateurhockey so: Auch wir müssen uns noch finden», hält Schneuwly fest.

Die nächste Chance dazu bietet sich heute, 20.15 Uhr, im Solothurner 2.-­Liga-Derby gegen den EHC Bucheggberg, der in vier Spielen drei Mal als Sieger vom Eis ging.

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