Beim 4:2 gegen die Slowakei zeigte der Verteidiger mit Jahrgang 2000 am Mittwoch eine gute Leistung. Sein Block steuerte ein Tor zum Sieg bei und während Stampflis Eiszeit kassierte die Schweiz keinen Gegentreffer.

Wieder einmal auf dem Gletscher stehen, auf dem er seine ersten Erfahrungen mit dem Puck machen durfte. Das geht auch an einem erst 17-jährigen Junior nicht spurlos vorbei. «Ja, es ist speziell, hier im Dress der Nationalmannschaft einlaufen zu dürfen.» Bis zu den «Minis» hatte Yanick Stampfli nämlich für den EHC Zuchwil Regio gespielt, dann wechselte er zu den Elite Novizen nach Biel. «Weil es dort die Top-Stufen in der Nachwuchsförderung gibt», erklärt der in Subingen wohnhafte 17-Jährige. Zum EV Zug habe er gewechselt, weil ihn das Ausbildungskonzept der Zuger Academy überzeugt. Nun kann er in Gisikon die KV-Lehre absolvieren.

Es darf geträumt werden

«Die Slowakei ist ein schwieriger Gegner, den man nur schlagen kann, wenn man die Sache ernst nimmt und mit vollem Einsatz spielt», analysierte Stampfli nach der Sirene den Match. Die kommenden Gegner Tschechien und Finnland stuft er aber deutlich höher ein. Und seine persönliche Leistung? «Ich bin ganz zufrieden, weil es mir immer besser läuft. Ich habe meine Position in der Mannschaft gefunden.» Wie wichtig ist es, solche Spiele zu gewinnen? «In erster Linie geht es natürlich darum, möglichst viel zu lernen. Aber es ist schöner, mit einem Sieg vom Eis zu gehen als mit einer Niederlage wie gegen Deutschland.»

«Es ist mein Traum, einmal in der A-Nationalmannschaft spielen zu dürfen. Das nächste Ziel ist es nun, vom EV Zug einen Profivertrag angeboten zu bekommen. Dabei sind die Spiele mit der Nachwuchs-Nationalmannschaft ein gutes Schaufenster, um sein Können präsentieren zu können», blickt Yanick Stampfli in die Zukunft. Vielleicht hat ihn ja einer der vielen internationalen Scouts notiert, die das Sportzentrum derzeit bevölkern.

Seine Grösse von 187 Zentimetern ist für einen Verteidiger auf jeden Fall ideal. «Das Höchste der Gefühle wäre es natürlich, für die NHL gedraftet zu werden. Aber das ist ein weiter und harter Weg. Davon träumt jeder, der Eishockey spielt, aber nur ganz wenige schaffen es», meint Yanick Stampfli.

Viel harte Arbeit wartet auf Talente

Mit der Nummer 8, Janis Moser aus Safnern, stand gegen die Slowakei noch ein weiterer Verteidiger für die Nachwuchs-Eisgenossen im Einsatz, welcher das Eishockey-ABC bei Zuchwil Regio gelernt hatte. Moser, der jetzt beim EHC Biel spielt, zeichnete sich gegen die Slowakei durch ein gutes Auge für den langen Pass aus, er leitete so mehrere überfallartige Angriffe ein. Und er stand bei zwei der vier Schweizer Tore auf dem Eis.

Als grösstes Talent mit Jahrgang 2000 gilt der Davoser Gian-Marco Wetter. Die Nummer 28 stach als brillanter Schlittschuhläufer aus dem Schweizer Kollektiv heraus und wirbelte die Slowaken mit seinen Sololäufen mehrfach durcheinander. Wetters grosser Nachteil: Er ist 170 Zentimeter klein und wird wohl Mühe haben, sich körperlich durchzusetzen, obwohl er sehr flink ist. Ganz allgemein fiel auf, dass die Schweizer Talente im Durchschnitt sieben Zentimeter kleiner sind als die Tschechen und die Finnen, die am gleichen Tag spielten.

Was das Schlittschuhlaufen betrifft, waren die Schweizer den Slowaken zwar deutlich überlegen, an der Stocktechnik müssen sie allerdings noch arbeiten. Als Trainer der U18-Nationalmannschaft wollte übrigens Reto von Arx weder im Anschluss an den Match gegen die Slowakei noch am spielfreien Tag danach etwas zum Turnier oder zu den Schweizer Talenten mit dem Jahrgang 2000 sagen.