Eishockey
«Es war heute wirklich wie verhext»

Der SC Langenthal verliert das erste Spiel der Playoff-Viertelfinalserie gegen Visp mit 2:4. Die Langenthaler sind ihren Heimvorteil damit los. Langenthal hatte zwar viliele Chancen, mahte aber zu wenig daraus.

Quentin Schlapbach
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Der Puck flog gestern nicht für Daniel Carbis (re.)– hier gegen Visps Heynen – und den SC Langenthal. m. bieri Der Puck flog nicht für Daniel Carbis (rechts) und den SCL. m. bieri

Der Puck flog gestern nicht für Daniel Carbis (re.)– hier gegen Visps Heynen – und den SC Langenthal. m. bieri Der Puck flog nicht für Daniel Carbis (rechts) und den SCL. m. bieri

Solothurner Zeitung

Achtung, Fertig, Los: Die Playoffs kennen kein Vorgeplänkel. Gleich in den Startminuten brannte es vor beiden Toren lichterloh. 35 Schüsse wurden während den ersten 20 Minuten abgefeuert. 18 davon entsprangen einem SCL-Stock. Rein ging aber nur einer: Jeff Campell brachte das Heimteam, nach herrlicher Vorarbeit von Brent Kelly, in Führung.

Die Statistik besagte es: Langenthal hatte mehr vom Spiel. Chance um Chance erspielte sich der SCL, aber rein wollten die Dinger einfach nicht. Brägger vergab gleich zweimal aus hochaussichtsreicher Position. Auch Lemm vergab eine Topchance. Was war los? «Wir hatten zwar viele Schüsse, aber richtig gefährlich waren nur wenige», so Yanick Bodemann nach dem Spiel. «Es fehlte der Mann vor dem Tor, der die Abpraller verwerten konnte.»

Visp: Schiessen aus jeder Lage

Besser machte es Visp. Die Angriffstaktik des Gastes ist schnell erklärt: Schiessen aus jeder Lage. Und weil die Walliser nicht nur was Wölfe angeht ein scharfes Visier haben, ging diese Taktik im ersten Drittel voll auf. Insbesondere die zweite Visper Sturmlinie zeigte sich von ihrer bissigen Seite. Erst war es Brunold, der SCL-Topskorer Stefan Tschannen an der Mittellinie die Scheibe wegschnappte und mit einem Knaller ins rechte Lattenkreuz für den Ausgleich sorgte. Fünf Minuten später brachte Sturmpartner Triulzi die Visper mit einem weiteren «Laserschuss» in Führung. Und da bekanntlich aller guten Dinge drei sind, traf auch der dritte im Bunde – Tomas Dolana – noch vor Ende des Startdrittels zur 3:1-Führung.

«Kein schlechtes Spiel»

Das aus SCL-Sicht wenig schmeichelhafte Drittelsresultat verschlechterte sich im zweiten Spielabschnitt ein weiteres Mal. Wieder war es Triulzi, der gestern übrigens seinen 28. Geburtstag feierte, welcher für die Walliser im Powerplay traf. Zur Spielmitte lag der SCL mit drei Toren Rückstand hinten, wie sollte das noch gut gehen? Dank Yanick Bodemann wurde es noch einmal spannend. Mit einem Energieanfall tankte sich der SCL-Stürmer unaufhaltsam durch die Visper Abwehr und bezwang Reto Lory zwischen den Beinen. Das letzte Drittel war dann ein stetes Anlaufen des SCL, aber kein zwingendes. Visp machte hinten dicht und schaukelte die Partie problemlos nach Hause.

«Es war heute kein schlechtes Spiel, das wir gezeigt haben. Wir haben einfach die Tore nicht gemacht. Es war wie verhext», so Bodemann. Positives für das Spiel von morgen Sonntag in Visp hatte der Stürmer schnell gefunden: «Wir hatten über 40 Schüsse aufs Visper Tor abgegeben. Darauf können wir aufbauen.»