Eishockey
Es kommt zur «Belle» zwischen Olten und La Chaux-de-Fonds

Der EHC Olten muss nach der 1:3-Niederlage in La Chaux-de-Fonds über die volle Distanz. Am Freitag kommt es zur «Belle», der alles entscheidenden siebten Partie im Kleinholz.

Michael Forster
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Michael Neininger (Mitte) bezwingt Oltens Torhüter Michael Tobler zum 1:0. Leuenberger/OT

Michael Neininger (Mitte) bezwingt Oltens Torhüter Michael Tobler zum 1:0. Leuenberger/OT

Die zweitletzte Partie der Viertelfinalserie zwischen La Chaux-de-Fonds und Olten lieferte ein Déjà-vu, auf welches die Gäste wohl gerne verzichtet hätten. Wieder gelang es ihnen nicht, die eigenen Fähigkeiten aufs Eis zu bringen und das Spiel nach den eigenen Vorstellungen zu gestalten. Wieder liefen sie dem Gegner lange, viel zu lange hinterher und mussten so reagieren, anstatt zu agieren. Nach Spiel eins gelang es nie mehr, über die volle Distanz Druck zu erzeugen. Gestern beschränkte sich die dominante EHCO-Phase, wie schon in den beiden Partien zuvor, auf die letzten rund zehn Minuten. Hatte man bis anhin den Anschluss jeweils noch herstellen können, war diesmal bereits nach der regulären Spielzeit Feierabend.

So kann man die gestrige Partie getrost mit «Nichts Neues aus dem Neuenburger Jura» zusammenfassen. Den Oltnern gelang es auch im vierten Versuch hintereinander nicht, den ersten Treffer der Partie zu erzielen. Ja, sie waren vielleicht so weit vom 1:0 entfernt, wie noch gar nie in der Serie gegen den HCC. Der Playoff-Motor der Gäste wollte nicht zum Laufen kommen, wurde immer wieder abgewürgt. Mit Strafen, sehr ärgerlichen Offsides oder ungenügenden Pässen. Das Timing stimmte ganz und gar nicht, und so hatte Ciaccio einen unerwartet geruhsamen Auftakt in diese sechste Viertelfinalpartie. Zum Auftritt der Oltner passte denn auch die Führung der Neuenburger: Ohnehin schon in Unterzahl, verlor Hirt seinen Stock, und Neininger konnte nach Vorarbeit des Ausländerduos Jinman/Roy einen Tobler-Abpraller zum 1:0 verwerten.

Und es passte auch, dass das erste Powerplay der Gäste ohne jegliche Wirkung verstrich und sich die Oltner, wie schon im Spiel zuvor, zudem einen Wechselfehler leisteten. Folgen hatte diese Unachtsamkeit zwar keine, doch sie offenbarte die Probleme der Gäste, die einfach nicht recht ins Spiel finden wollten. Dafür konnten sie plötzlich Jubeln, dank Remo Hirt. Mit einer schönen Körpertäuschung setzte er die um einen Mann dezimierte HCC-Abwehr ausser Gefecht und traf zum wirklich sehenswerten Ausgleich in der 25. Minute. Die Oltner Freude dauerte indes nur kurze Zeit. Das Schiedsrichter-Quartett machte eine knappe Zeigerumdrehung später ein überhartes Einsteigen Cormiers aus, und es war Régis Fuchs, welcher seine Farben umgehend wieder in Führung schoss.

Das Spiel, welches bis zu diesem Zeitpunkt ohnehin kaum Playoff-Fahrt aufgenommen hatte, wurde nun zunehmend fahrig. Immer wieder verwickelten sich Spieler und Unparteiische in längere Diskussionen, was den Spielfluss zusätzlich hemmte. Und das war natürlich ganz im Sinn der Einheimischen. Sie lagen in Führung und hatten kein Interesse daran, die Oltner ins Spiel kommen zu lassen. Die Sorge, sofern denn überhaupt vorhanden, war jedoch unbegründet: Von den Gästen war auch in Drittel zwei praktisch nichts zu sehen.

Einige Akzente zu setzten vermochte Colton Fretter, der für den zuletzt formschwachen Marty Sertich ins Team zurückkehrte und seine erste Playoff-Partie für den EHCO absolvierte. Seine markigen, meist fairen Checks gaben (aufseiten der Chaux-de-Fonniers) immer wieder zu Gesprächsstoff Anlass, weniger jedoch sein spielerischer Auftritt. Wie seine Teamkollegen konnte auch er nicht an die Leistungen aus der Qualifikation anknüpfen, so war auch das Powerplay, bis die eine Ausnahme beim 1:1-Ausgleich, eine Enttäuschung. Wüst hatte kurz vor der Siegsicherung Jinmans in der letzte Minute die wohl beste Chance des gesamten Spiels, doch Ciaccio lieferte genau in jenem Moment seine beste Parade. So kommt es am Freitag zur «Belle», der alles entscheidenden siebten Partie im Kleinholz.