Cupfinal-Niederlage
«Es ist nicht alles kaputt»: Nach der Cupfinal-Niederlage will Martin Hert mit Fulenbach in der 2. Liga die zweite Chance packen

Vor zwei Jahren unterlag der SC Fulenbach im Solothurner Cupfinal dem FC Iliria im Penaltyschiessen. Vorgestern, bei der zweiten Finalteilnahme unter Trainer Martin Hert, zog der SCF gegen Bellach den Kürzeren. Und zwar deutlich, was aufgrund des guten Laufs in der 2. Liga, Fulenbach hatte zuletzt mit drei Siegen in Serie zum Spitzenreiter FC Subingen aufgeschlossen, nicht zu erwarten war.

Raphael Wermelinger
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Martin Hert, Trainer des SC Fulenbach, will die zweite Chance nutzen.

Martin Hert, Trainer des SC Fulenbach, will die zweite Chance nutzen.

Hans Peter Schläfli

Martin Hert, Auffahrt war offenbar nicht der Tag des SC Fulenbach.

Martin Hert: Nein, definitiv nicht. Ich war total enttäuscht von der Leistung meiner Mannschaft. Wir waren richtig verkrampft, konnten keine Zweikämpfe gewinnen und fanden gar nie ins Spiel.

Wie lässt sich der schwache Auftritt begründen?

Einerseits liegt uns der FC Bellach wohl einfach nicht. Bellach hat zum Beispiel jüngst gegen den FC Iliria verloren, den wir in den letzten drei Duellen mit 5:2, 6:0 und 6:2 schlagen konnten. Gegen Bellach verloren wir aber auch in der Meisterschaft beide Male.

Andererseits fehlten uns im Cupfinal zwei wichtige Aggressivleader. Stanko Imbach im Mittelfeld und Rafael Ingold in der Verteidigung. Und manch anderer Schiedsrichter hätte in der 37. Minute einen Penalty gegeben, dann wären wir wohl plötzlich 2:0 vorne gewesen. Nicht dass es verdient gewesen wäre. Aber vielleicht hätte dies den Knoten gelöst.

Was machten die Bellacher besser als Ihre Mannschaft?

Sie hatten einfach viel mehr Schlagkraft als wir. Der Ausgleich kurz vor der Pause gab ihnen zusätzlich Auftrieb. Aus unserer Sicht ein sehr unglückliches Gegentor. Wir hatten einen Freistoss, alle gehen nach vorne und wir laufen in einen Konter. Auch das 1:2 war unnötig.

Wir bringen den Ball nicht weg und sie erzielen aus dem Getümmel heraus die Führung. Danach war Bellach und vor allem Kevin Marthaler mit seinen vier Toren nicht mehr zu bremsen. Unter dem Strich ist der FC Bellach natürlich der verdiente Sieger.

Befürchten Sie, dass die Niederlage einen negativen Effekt auf die Meisterschaft auslöst? Ihr Team kämpft in der 2. Liga um den Titel.

Nein, das Team hat einen guten Zusammenhalt und kann die Niederlage verkraften. Dass wir den Cup nicht geholt haben, heisst nicht, dass jetzt alles kaputt ist. Jetzt wollen wir in der 2. Liga die zweite Chance auf einen Titel nutzen. Mit Lommiswil und Subingen treffen wir in den nächsten Spielen gleich auf die in der Tabelle um uns rangierten Klubs. Ich hoffe, dass wir den Tritt wieder finden. Es wird nicht einfach wegen den vielen Angeschlagenen und Verletzten.

Aber das geht in dieser Phase der Saison auch den anderen Klubs so. Jetzt sind Wille und Charakter gefragt. Der Sonntag mit dem Heimspiel gegen Lommiswil wird für uns zum Tag der Wahrheit. Wir können zeigen, dass wir eine Spitzenmannschaft sind.

Wer wird Meister? Subingen, Fulenbach oder doch noch ein Dritter?

Es kann noch viel passieren in den letzten fünf Runden, denn es stehen noch diverse Direktduelle und Sechs-Punkte-Spiele an. Lommiswil wittert nun natürlich seine Chance und hat das Glück, dass alle Leistungsträger in Form sind.

Für Subingen, und auch für uns, spricht aber die Breite des Kaders. Ich denke nicht, dass Grenchen oder Bellach den Titel holt. Die müssten schon voll durchziehen in den fünf Spielen.

Nach vier Saisons werden Sie im Sommer beim SC Fulenbach aufhören. Wieso?

Eigentlich wollte ich noch eine Saison anhängen, habe aber im Umfeld zuletzt leise, kritische Stimmen wahrgenommen. Sollte es mal wirklich schlecht laufen, werden diese aus den Löchern kommen.

Dann hat man nur noch Schwierigkeiten. Das habe ich in meinen vierzig Jahren als Trainer erst einmal erlebt, als ich in Welschenrohr das Handtuch werfen musste. Das soll mir nicht wieder passieren.

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