Handball
«Es hat trotzdem viel Spass gemacht»: Das letzte Saisonspiel des TV Solothurn

Der TV Solothurn schliesst die Meisterschaft der Nationalliga B nach einer 29:33-Niederlage gegen Steffisburg auf dem 8. Schlussrang ab. Nach den ersten guten 15 Minuten passte nicht mehr viel zusammen bei den Solothurnern und trotz einer Aufholjagd zum Schluss konnten sie die Niederlage nicht mehr abwenden.

Hans Peter Schläfli
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Der TV Solothurn schliesst die Saison mit einer Niederlage gegen Steffisburg ab.

Der TV Solothurn schliesst die Saison mit einer Niederlage gegen Steffisburg ab.

Hans Peter Schläfli

Es war keine Glanzleistung, die Solothurn zum Saisonabschluss gegen Steffisburg ablieferte. «Es hat trotzdem viel Spass gemacht», fasste Oliver Zimmermann seinen letzten Match in der Nationalliga B zusammen. «Wir haben uns gegen Ende nochmals zusammengerissen und eine Aufholjagd begonnen. Die letzten Minuten haben wir stark gespielt. Schade, dass es nicht ganz gereicht hat.»

Das erklärte Ziel der Solothurner war vor der Saison der 6. Platz und der wäre mit einem Sieg gegen Steffisburg sicher gewesen. Dass es nun wegen der Niederlage der 8. Schlussrang wurde, sei nicht so schlimm, meint Zimmermann. Trainer Marco Kurth habe die junge Mannschaft einen grossen Schritt weiterentwickelt. «Ich denke, wir haben insgesamt eine gute Saison mit einigen Hochs und Tiefs gesehen.»

Nur 15 gute Minuten

Hochs und Tiefs gabe es auch im Spiel. Nach gutem Start und einer 3:2-Führung wurde Solothurn nachlässig. Ganz nach dem Motto des grossen Müslüms-Hit liess es der TVS in der Defensive «la bambele». Bezeichnend für die fehlende Anspannung war die letzte Szenen vor der Pause.

Trainer Kurth nahm ein Timeout und erklärte, wie er den Angriff ausgeführt haben will. Aber drei Sekunden vor der Pause konnte Steffisburs Goalie Ramon Stettler den Wurf von Tom Althaus parieren. Geistesgegenwärtig warf Stettler den Ball durch die ganze Halle ins verlassene Solothurner Tor – Taro Diethelm war schon in der Pause, als das 14:19 fiel.

Die Hoffnung auf eine Steigerung nach der Pause wurde arg enttäuscht. Die Solothurner verteidigten lustlos und ohne Biss. Der Rückstand wuchs auf 19:28 an. Die Solothurner begingen ein paar grobe Fouls, um einen Adrenalinkick zu bekommen.

«Handball ist ein harter Sport, manchmal braucht es das, damit man zurück zum nötigen Kampfgeist findet», meinte Zimmermann. Plötzlich waren sie wieder präsent und die Solothurner verkürzten den Rückstand auf vier Tore. Doch für eine Wende war es zu spät. Hätte der TVS den ganzen Match diese Postur gezeigt.

Umbruch zeichnet sich ab

Als echtes TVS-Urgestein hat Zimmermann den Verein nie gewechselt. «Der Aufstieg und letztes Jahr der dritte Platz in der Nationalliga B gehören zu den unzähligen Höhepunkten», erzählt der Linkshänder. Unter den bitteren Momenten ragt die überraschende Niederlage in Wädenswil heraus, als Solothurn 2015 in der 1. Liga als scheinbar übermächtiger Favorit den Aufstieg kläglich verschenkte.

«Auch das gehört dazu, dann hat man etwas zu erzählen», sieht Oliver Zimmermann im Nachhinein auch in der Niederlage Positives. «Aber nach acht Jahren in der ersten Mannschaft ist es an der Zeit, die Prioritäten neu zu setzen. Beziehung und Beruf stehen nun im Vordergrund. In der zweiten Mannschaft werde ich mit den Kollegen spielen, die ich von früher gut kenne.»

Neben Zimmermann wurden Trainer Kurth sowie mit Sven Schafroth und Oliver Rätz auch noch die beiden besten Torschützen der Saison verabschiedet. Auf den neuen Trainer Jürg Lüthi, bekannt vom HV Herzogenbuchsee, kommt also die schwierige Aufgabe zu, nach den Erfolgen die Mannschaft neu aufzustellen.