Sowohl für Solothurn wie für Sursee war bis zuletzt beide möglich. Letztlich blieb es beim 1:1. Die beiden letzten Chancen boten sich den Einheimischen. Bevor Reber eine Walther-Flanke von links verpasste (94.), sah Titton seinen Kopfball von Gästehüter Kaufmann mit mirakulösem Reflex spektakulär abgewehrt – ebenfalls auf eine Walther-Flanke von links nach seinem hartnäckig gewonnenen Zweikampf (91.). «Wir nehmen diesen Punkt dankbar, im Wissen, dass mehr drin gelegen war», sagte Solothurns Trainer Patrik Grolimund.

Offensiv ausgerichteter FCS

Dass die Ambassadoren ihren zweiten Heimsieg wollten, gaben sie mit ihrer offensiven Start-Ausrichtung zu erkennen. Vor der Dreimann-Verteidigung Kohler, Gashi, Sasso war das Fünfer-Mittelfeld Hunziker, Oezdemir, Sülüngöz, Fleury, Kara für den Druckaufbau hinter den beiden Sturmspitzen Walther, Elezi bereit. Die Rechnung ging rasch auf. Walther konnte von Sursee-Captain Imbach beim energischen Eindringen in den Strafraum nur mit einer Regelwidrigkeit auf seinem Weg gegens Tor so behindert werden, damit er auf Torhüter Kaufmann auflief. Penalty und Verwarnung waren die Folge.

Der Gefoulte übernahm die Verantwortung und traf sicher zur Führung (10.). Nach einer kurzen Konfusion begann die Reaktion der Luzerner. Obwohl hektisch und nervös agierend, setzten sie die Platzherren zunehmend unter Druck. Grolimund passte Taktik und Organisation der neuen Situation an.

Mit ihrer Umstellung auf das 4-1-4-1-System gerieten die Solothurner jedoch ins Wanken. Sicherheit und klare Linie gingen verloren. Die erhöhte Fehleranfälligkeit wurde augenfällig. Sursee kam immer besser in Abschlusspositionen. So in der 37. Minute, als Fries Trittibach umspielte, aber übers Tor schoss.

Die Entschlossenheit der Zentralschweizer erhielt weiter Auftrieb. Der Ausgleich zwei Minuten nach Wiederbeginn war die Bestätigung. Ein unnötig verursachter Eckball zielte Dätwyler in den Gefahrenbereich, wo Souto den Ball auf Stephan weiter leitete: 1:1. «Nach einer guten Pause wollten eigentlich wir unsererseits ein Zeichen setzen und das 1:0 festigen», bedauerte Grolimund.

Der Dank an Trittibach

Damit waren die Begehrlichkeiten der Surseer geweckt. Trittibach bewahrte sein Team nicht nur ein Mal vor dem Rückstand. «Wir können uns absolut bei ihm bedanken, denn er zeigte grossartige Szenen», lobte sein Trainer. Im intensiver gewordenen Abnützungskampf konnten die Solothurner mit ihren Wechseln neue Kraftreserven einbringen, über den Kampf das Chancenplus der Besucher zurück binden und das Remis glücklich halten.