Volleyball-NLA

«Es fällt mir schwer, mir mein Leben ohne Volleyball vorzustellen»: Nikodem Wolański will mit Volley Schönenwerd durchstarten

Ein Doppeljubiläum und hohe Ansprüche: Volley Schönenwerd feiert sein 10-Jahre-NLA-Jubiläum und zugleich den Start in die 40. Saison.

Ein Doppeljubiläum und hohe Ansprüche: Volley Schönenwerd feiert sein 10-Jahre-NLA-Jubiläum und zugleich den Start in die 40. Saison.

Der polnische Neuzuzug Nikodem Wolański soll mit Volley Schönenwerd in der kommenden Saison überzeugen. Der 25-Jährige Passeur bringt viel Erfahrung mit und will mit seinem Engagement den nächsten Schritt in seiner Karriere wagen.

Berstend volle Hallen, frenetische Fans, eine Karriere im Land des amtierenden Doppelweltmeisters und der Gewinn der Bronze-Medaille in der vergangenen Saison: Mit 25 Jahren hat Nikodem Wolański schon einiges erlebt. Aus einer volleyballverrückten Nation stammend, lässt die Sportart den Polen selten los.

 «Es fällt mir schwer, mir mein Leben ohne Volleyball vorzustellen», sagt er. Seit er 10 Jahre alt ist, spielt er Volleyball, seit diesem Sommer nun in der Schweiz. Zu seinem Wechsel nach Schönenwerd hat die fehlende Spielpraxis bei seinem letzten Verein geführt. Der Konkurrenzkampf bei Jastrzębski Węgiel war enorm hoch. Die Mannschaft ist gespickt mit Spielern aus der Nationalmannschaft. Voller Weltmeister.

Dass er den Platz nicht allzu oft von Nahem sehen würde, war Wolański von Anfang an bewusst. «Ich bin dorthin gewechselt, um zu lernen und mir das Verhalten der besten Spieler der Welt abzuschauen. Jetzt möchte ich das Gelernte anwenden», sagt er.

Der Sprung ins Ungewisse ist geglückt

Nachdem er zuvor schon in Belgien gespielt hatte, soll ihn das Engagement bei Volley Schönenwerd noch einmal voranbringen. Polen erneut verlassen zu müssen, hinterliess bei ihm allerdings gemischte Gefühle. «Es ist nicht einfach, seine Familie und Freunde hinter sich zu lassen. Aber ich wollte die Möglichkeit nutzen», sagt er. Vereinfachend kommt hinzu, dass er sich in der Mannschaft optimal aufgehoben fühlt.

Er schwärmt von der Offenheit der Spieler und dem Zusammenhalt. Dass mit Assistenztrainer Łukasz Motyka und Mitspieler Marcin Ernastowicz zwei Landsmänner mit an Bord sind, ist ein weiterer Pluspunkt. Der Sprung ins Ungewisse – Wolański kannte die Schweiz nur von Instagram oder aus Filmen – scheint geglückt zu sein.

Viel herumgekommen ist er allerdings noch nicht. «Ich war bis jetzt nur in Zürich. Aber ich hoffe, dass ich an meinen freien Tagen mehrere Plätze besuchen kann.» Dass er neugierig darauf ist, das Land zu entdecken, ist spürbar. Noch gibt es keinen Grund, Polen zu vermissen, auch keine kulinarischen: «Ich lerne gerne neue Kulturen kennen. Und an Weihnachten werde ich sowieso in Polen sein, dann kann ich so viele polnische Spezialitäten essen, wie ich will», sagt er lachend.

Auch dem in der polnischen Liga vorherrschenden Druck wird er wohl nicht hinterhertrauern. Selbst wenn er das Ganze pragmatisch sieht: «Wenn du ein Sportler bist, darfst du dich nicht darüber beklagen. Wer unter Stress gut spielen kann, der kann viel erreichen».

Hintere Reihe von links: Manuel Stadtmann (Scout), Lukasz Motyka (Assistenztrainer), Bujar Dervisaj (Trainer), Janick Sommer, Nikodem Wolanski, Mischa von Burg, Yves Künzli (Präsident), Daniel Bühlmann (Sportchef), Monika Allemann (Teammanagerin), Monika Prader (Sekretariat). Vorder Reihe von links: Yves Roth, Luca Häfliger, Marcin Ernastowicz, Luc Kiener, Julian Fischer, Leandro Gerber, Luca Ulrich, Christopher Frame.

Hintere Reihe von links: Manuel Stadtmann (Scout), Lukasz Motyka (Assistenztrainer), Bujar Dervisaj (Trainer), Janick Sommer, Nikodem Wolanski, Mischa von Burg, Yves Künzli (Präsident), Daniel Bühlmann (Sportchef), Monika Allemann (Teammanagerin), Monika Prader (Sekretariat). Vorder Reihe von links: Yves Roth, Luca Häfliger, Marcin Ernastowicz, Luc Kiener, Julian Fischer, Leandro Gerber, Luca Ulrich, Christopher Frame.

Der grossen Verantwortung als ausländischer Passeur dürfte er zumindest mit dieser Einstellung gerecht werden. Zu einer Saisonprognose lässt er sich hingegen nicht hinreissen. «Es ist schwierig, etwas vorherzusagen, weil ich noch ein Neuling bin. Ich habe bisher nur drei Spiele gegen Schweizer Teams gespielt», sagt er.

Dass Volleyball in seinem Heimatland populärer ist als hierzulande, fiel ihm allerdings schnell auf. Im Land des Weltmeisters hat nahezu jeder Verein einen eigenen Fanklub. Trotz grosser Hallen muss sich keiner über leere Ränge beklagen. Dass auch in der Schweiz mehr Zuschauer an die Spiele kommen, ist ein grosser Wunsch von Wolański.

«Mit unseren Punkten und Siegen will ich dafür sorgen, dass mehr und mehr Fans an die Spiele kommen», sagt er. Das grosse Ziel: Eine bis auf den letzten Platz besetzte und berstend volle BetoncoupeArena.

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