1. Liga

«Es braucht Erfahrung und Dynamik» – der FC Solothurn startet in die neue Saison

Nebst den Testspielen setzte Solothurns Trainer Jürg Widmer in der Vorbereitung insgesamt 16 Trainingseinheiten an. Bild: Hanspeter Bärtschi (Solothurn, 4. Juli 2019)

Nebst den Testspielen setzte Solothurns Trainer Jürg Widmer in der Vorbereitung insgesamt 16 Trainingseinheiten an. Bild: Hanspeter Bärtschi (Solothurn, 4. Juli 2019)

Mit dem heutigen Auswärtsspiel beim SC Goldau beginnt für den FC Solothurn und den neuen Trainer Jürg Widmer die Saison 2019/20.

Jürg «Gügs» Widmer, der neue Cheftrainer des FC Solothurn, hatte seit dem Trainingsstart am 4. Juli einen Monat Zeit, den Erstligisten auf den heutigen Meisterschaftsstart beim SC Goldau (18 Uhr) vorzubereiten. Dazu dienten ihm 16 Trainingseinheiten, fünf Testspiele und ein Blitzturnier.

Gegen den FC Aarau aus der Challenge League mit dem 0:7 sowie Köniz und Breitenrain aus der Promotion League mit je einem 2:5 resultierten Niederlagen. Den regionalen Sparringpartnern FC Biberist (2. Liga) und Grenchen (2. Liga inter) hingegen musste kein Gegentor zugestanden werden: 9:0 gegen die Wasserämter, 2:0 gegen die Uhrenstädter.
Ebenfalls schadlos hielten sich die Ambassadoren beim 2:0 gegen Zweitligist Kirchberg und dem 1:0 gegen Münsingen aus der Promotion League am Blitzturnier in Kirchberg. «Die letzten zehn Tage waren aufschlussreich. Die Spiele gegen Münsingen und Grenchen gaben Klarheit. Es begann sich ein Stamm herauszukristallisieren», fasst Widmer zusammen.

Drei verletzungsbedingte Ausfälle in der Startphase

«Von der aktuellen Kadersituation her habe ich allerdings nicht allzu grosse Möglichkeiten», sagt der Aargauer. Aus dem 20-köpfigen Kader fehlen derzeit Massimo Veronica (Ferien) sowie die verletzten Noel Anderegg, Topskorer Loïc Chatton und Flügel Leo Schrittwieser. Anderegg wurde am Mittwoch das Syndesmoseband operiert; er fällt mindestens acht bis zwölf Wochen aus. Wie lange Chatton und Schrittwieser nicht zur Verfügung stehen, ist schwer abschätzbar.

Beim Stürmer ist die alte Fussverletzung ebenso wieder aufgebrochen, wie beim Aussenläufer die chronischen Leistenprobleme anhalten. «Möglicherweise werden Junge aus dem Junior-League-A-Team mitkommen», will er nicht hadern. In den Testspielen waren deshalb Samuel Domgjoni, Valentin Nushi und Roman Straumann dabei.

Ein Kader von 18 bis 20 Spielern ist optimal

«Allgemein haben wir eine routinierte Mannschaft und eine sehr gute Mischung mit alten und jungen Spielern, denn es braucht Erfahrung und Dynamik», betont der 61-Jährige. «Ich habe lieber ein kleines Kader, mit 18 bis 20 Spielern ist es optimal», so Widmer. Das Kapitel Testspieler ist ohne weitere Zuzüge abgeschlossen. «Ich hoffe, dass der eine oder andere aus dem Nachwuchs den Schritt macht und herankommt», findet er.

Dank den Zuzügen sieht Widmer, der als Geschäftsführer seiner in Gränichen ansässigen Sportwohl GmbH dieses Traineramt als Mandat ausübt, Potenzial. «Es sind sehr gute Transfers, gerade Marco Mathys ist eine Bereicherung für die Jungen und ist unglaublich gut für den FC Solothurn», hält der Trainer fest. Nebst Mathys setzt er auf die langjährigen Stammspieler Sacha Stauffer, Hannes Hunziker, Marc Du Buisson und Fabian Kohler als zentrale Akteure.

«Wir wollen agieren, dynamisch sein und nach vorne spielen. Wie hoch und tief wir stehen, kommt auf den Gegner an», beschreibt Widmer seine Strategie. Erfolgskriterien sind für ihn Leidenschaft, Emotionen, Engagement, Initiative, Kommunikation, Ehrgeiz und die Umsetzung der zugewiesenen Rolle. «System und Taktik passe ich auf die Spieler an, dabei gewisse verborgene Qualitäten abholend», ist für den Inhaber des Diploms für Berufstrainer Leistungssport Swiss Olympic grundlegend.

Der erste Gegner ist robust und leidenschaftlich

«Es wird spannend. Ich gehe nicht davon aus, dass in dieser Liga eine Mannschaft davonziehen wird», prognostiziert Widmer. Vorne sieht der SFV-Instruktor den FC Baden, weil es keine grossen Wechsel beim letztsaisonalen Finalisten der Gruppe 3 gab. Den FC Wohlen, den er trotz Abstieg stärker einstuft. Delsberg, Schötz, Biel, aber auch Langenthal, die mit ihren Verstärkungen Ambitionen angemeldet haben.

«Es werden viele Matches auf der Kippe stehen», sagt er. Die Finalrundenteilnahmen seines neusten Kunden in den letzten drei Saisons sind durchaus Gradmesser für das persönliche Saisonziel, wie er durchblicken lässt: «In meinem letzten Berufslebensabschnitt will ich mich so strukturieren, dass ich mir die Zeit nehmen kann, auch im Nebenjob hundert Prozent zu geben.» Weil ein guter Start immer wichtig ist, hat er Goldau in den Vorbereitungen zweimal gesehen. Die Schwyzer schätzt er als robust, mit Herz und Leidenschaft kämpfend ein.

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