Eishockey
Es beginnen die Playoffs neben dem Eis

Die Huttwil Falcons holen mit dem 4:1-Sieg in Martigny den Schweizer-Amateur-Meister-Titel. Für Präsident Heinz Krähenbühl beginnen nun die Playoffs zur Erfüllung der wirtschaftlichen Kriterien für den Aufstieg in die NLB.

Bruno wüthrich
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Daniel Bieri, Rolf Portmann, Claudio Berthold, Thomas Studer, Marcel Felder, Yanick Holzer und Alain Saegesser (v. l.) feiern auf dem Brunnenplatz in Huttwil in voller Montur. Marcel Bieri

Daniel Bieri, Rolf Portmann, Claudio Berthold, Thomas Studer, Marcel Felder, Yanick Holzer und Alain Saegesser (v. l.) feiern auf dem Brunnenplatz in Huttwil in voller Montur. Marcel Bieri

Der Erfolg der Huttwil Falcons ist nicht selbstverständlich. Der tragische Unfalltod von Teammitglied Michael Jenni am 10. Januar traf das Team hart. So richtig in Fahrt kamen die Emmentaler erst wieder ab Beginn der Playoffs. Ohne eine einzige Niederlage qualifizierten sich die Huttwiler auf kürzest möglichen Weg für die Finalrunde mit den Siegern der Ost- und Westgruppe.

In dieser legten die Falken die Basis zum Erfolg mit dem Sieg im hochklassigen Spiel über Red Ice Martigny. Beinahe hätten Othmann, Bieri und Co. die Berechtigung zur Teilnahme am ultimativen Finalspiel in der Partie gegen den neunfachen Schweizer Meister Arosa noch verspielt.

Bei der 2:4-Pleite schrammten die Huttwiler lediglich um ein Gegentor am Ausscheiden vorbei. Dazu der 31-jährige Flügelstürmer Daniel Bieri: «In Arosa erhielten wir genau zur rechten Zeit einen Schlag ins Gesicht. Dieser ermöglichte es uns, im Finalspiel diese Leistung abzurufen.»

Grossartige Darbietung

In der Tat boten die Falken in Martigny sowohl spielerisch als auch taktisch und mental eine grossartige Darbietung ab und liessen dem stark aufspielenden HC Red Ice Martigny-Verbier zum zweiten Mal innert Wochenfrist keine Chance. Selbst in der zweiten Hälfte des Mitteldrittels, als die Huttwiler kaum mehr aus ihrer Zone kamen, gewährten sie den Wallisern keine erfolgsversprechende Torchancen.

Coach Alfred Bohren, 1976 Schweizer Meister mit dem SC Langnau, holte als Trainer bereits 1999 mit Wiki-Münsingen den Titel des Amateur-Meisters. «Wir unterteilten die Meisterschaft in verschiedene Phasen und färbten jede erfolgreich abgeschlossene Periode grün ein», sagte Bohren, der vom und fürs Eishockey lebt. Er betreut nebst Huttwil gemeinsam mit Assistent Samuel Balmer auch das U17-Nationalteam und betreibt eine Hockeyschule.

Hauptsponsor zieht sich zurück

Nun bleibt eigentlich nur noch eine Frage offen: Schaffen die Falken auch den wirtschaftlichen Aufstieg? Für Falken-Präsident Heinz Krähenbühl beginnen nun die «Wirtschafts-Playoffs». Dabei geht es nicht nur darum, das Klubbudget zu erhöhen und die Verbandsoberen von seinem Konzept zu überzeugen. Er muss auch den Abgang von Sportcenter-Besitzer Markus Bösiger als Hauptsponsor verkraften.

Krähenbühl wollte sich zum bevorstehenden Seilziehen mit dem Verband eigentlich nicht äussern, legte sich schliesslich aber doch fest: «Ab Montag wartet harte Arbeit für die Huttwil Falcons auf mich. Ich werde alles daran setzen, damit wir künftig in der Nationalliga B spielen werden.» Der Präsident verspricht, dass er auf keinen Fall einen Rohrkrepierer produzieren wolle und werde. «Wir werden den Verband nicht mit falschen Angaben zu täuschen versuchen und damit riskieren, dass bei uns im Dezember die Lichter ausgehen.»

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