Minigolf

Erstes Familientreffen im Jahr 2015

Die Familie vom Minigolfklub Olten mit ihren gewonnenen Medaillen.

Die Familie vom Minigolfklub Olten mit ihren gewonnenen Medaillen.

In der Minigolfhalle Meierhof in Olten findet dieses Wochenende das 25. Hallenturnier des MC Olten statt. Ein Augenschein, mit was für Sorgen die Sportart zu kämpfen hat.

Ein Minigolf-Freak wird belächelt, wenn er mit seinem Minigolfköfferchen an einem schönen Sonntagnachmittag auf einer Minigolfanlage aufkreuzt. Familien, die bei einer Partie das Wetter geniessen, wissen kaum, dass Minigolf in der Schweiz auch als Wettkampfsport betrieben wird. Aber es gibt sie. Die knapp 700 lizenzierten Minigolfer, die sich auch als «eine grosse Familie» sehen. «Der gesellige Aspekt ist beim Minigolf immer dabei. Egal ob bei Hobby-Minigolfern oder bei Spielern mit mehr Ambitionen», erklärt Peter Arber, Präsident vom Minigolfclub Olten.

Reich wird man an Minigolfturnieren nicht. Auf die Gewinner in den verschiedenen Kategorien warten Preise, die an eine Tombola erinnern. Naturalien wie Früchtekörbe oder Bargeld bis 200 Franken. «Die Spieler spielen für einen guten Rang nicht für einen lukrativen Preis.», sagt Arber. Die Bühne auf der Minigolf gespielt wird ist klein. Nur um Plausch geht es dann doch nicht. Minigolf wird von «Swiss Olympic» als vollwertige Sportart akzeptiert. So ist zum Beispiel während den Wettkämpfen Rauchen und Alkohol strengstens verboten.

Starkes Potenzial

Die Schweiz steht im internationalen Vergleich sehr gut da. Der Burgdorfer Reto Sommer gewann 2014 die Europameisterschaft in Deutschland. Und sogar für ein Team reichte es letztes Jahr zum Titel. Das Frauenteam holte sich überraschenderweise Gold. Gerade in der Breite sind Schweden und Deutschland grundsätzlich stärker einzustufen als die Schweizer.

Der Präsident des Minigolfklubs Olten stellt seinen Verein vor.

Der Präsident des Minigolfklubs Olten stellt seinen Verein vor.

Trotz diesen letzten Erfolgen gestaltet sich nationale Nachwuchsförderung schwierig. «Minigolf ist keine Trendsportart. Darts oder Billard sind dem Minigolf eigentlich sehr ähnlich. Um diese Sportarten im Fernsehen zu übertragen, braucht es eigentlich nur eine Kamera», so Peter Arber. Minigolf hingegen sei schwieriger zu erfassen, da Wettkämpfe gleichzeitig in kleinen Gruppen gespielt würden. Für eine TV-Übertragung ist der Modus ungeeignet.

Vorstände von Minigolfclubs müssen andere Wege nutzen, um Kinder und Jugendliche für den Minigolfsport zu gewinnen. Der Verband «Swiss Minigolf» lanciert immer wieder Aktionen wie Ferienlager oder Minigolfbahnen in Einkaufszentren, um Aufsehen zu erzeugen. «Werbung für unseren Sport machen, ist Knochenarbeit», sagt Peter Arber.

Zukunftsvision: Freestyle-Kategorie

Da stellt sich die Frage, ob sich dieser Aufwand überhaupt lohnt und ob es nicht auch andere Möglichkeiten gibt, den Sport attraktiver zu machen. Auf «Youtube» finden sich Videos von modernen Interpretationen des Sports. Freestyle-Minigolfer, die Bälle auf eine künstlerische Art versenken, begeistern mit ausgeklügelten Tricks.

Minigolf Trick Shots.

Minigolf Trick Shots.

Spektakuläre Bilder die begeistern. «Eine neue Freestyle-Kategorie, in der Kampfrichter Noten für Tricks vergeben, wäre vielleicht ein Weg, junge Leute mehr anzusprechen», ist Arber überzeugt. Warum nicht? Vielleicht geht es für die Minigolffamilie bald darum, das Runde möglichst spektakulär und «trendy» ins Runde zu befördern.

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