EHC Olten

Erste Niederlage des Jahres und Siegesserie gerissen: Der EHC Olten unterliegt dem HC Thurgau 1:3

Jewgeni Schirjajew wird von den aufsässigen Thurgauern unter Druck gesetzt

Jewgeni Schirjajew wird von den aufsässigen Thurgauern unter Druck gesetzt

Der EHC Olten verliert auswärts beim HC Thurgau wegen drei individuellen Fehlern und wenig durchschlagender Offensivkraft 1:3. Es ist für die Oltner die erste Niederlage des Jahres 2020, womit auch die Serie von sieben Siegen gerissen ist. Das einzige Oltner Tor schoss Garry Nunn.

Nein, dieser Gegner scheint dem EHC Olten einfach nicht zu liegen. Hartnäckig und aufsässig in den Zweikämpfen, eiskalt und effizient in den Abschlüssen. Der EHC Olten geht beim HC Thurgau mit einer 1:3-Niederlage vom Eis. Mit der ersten Niederlage des Jahres reisst die Serie von sieben Siegen. Wir erinnern uns: Bereits Mitte November hiess der Spielverderber Thurgau, der damit eine Serie von acht Siegen beendete.

Der Fluch der Güttingersreuti! Der EHC Olten tut sich schwer in der Ostschweiz, die letzten vier Auswärtsspiele gingen verloren. Der letzte EHCO-Sieg beim HC Thurgau datiert vom 9. März 2018, der den Playoff-Finaleinzug bedeutete. Für den letzten Qualifikationssieg in der Güttingersreuti blättert man sogar bis zum 11.12.2016 zurück. «Sie spielen simpel, aber gut – Scheibe tief und Druck ausüben», konstatierte Trainer Fredrik Söderström. Er sei enttäuscht, denn eigentlich hätten sie gut begonnen. Doch plötzlich hätten sie die Puckkontrolle verloren, «was uns eigentlich in den letzten 15 Spiele so stark machte.»

Drei individuelle Fehler, drei Gegentore

Tatsächlich schlichen sich nach einem Start, in dem der EHCO den Ton angab, allmählich Fehler ein. Erst spielten Eigenmann und Rouiller haarsträubende Pässe in der Angriffsauslösung, die noch unbestraft blieben. Doch danach bringt der EHCO in einer Unordnung die Scheibe nicht aus dem Drittel, worauf Simon Lüthi in der Vorwärtsbewegung seinen Gegenspieler, Michael Loosli vergass, der einnetzte.

Auch beim 0:2 stimmte nach einem individuellen Fehler die Zuordnung nicht. Und schliesslich glitt Philipp Rytz im dümmsten Moment aus, liess sich die Scheibe abluchsen, worauf im Konter der sonst überragende Torhüter Matthys mit der Fanghand daneben griff und den Abpraller passieren liess.

Dass aber die Oltner dennoch bis zur letzten Minute im Spiel blieben, spricht für die Powermäuse. Mit Garry Nunns 1:3-Powerplay-Treffer aus seiner gewohnten Abschlussposition keimte Hoffnung auf. Und weil sich die Thurgauer nur noch mit Strafen zu wehren wussten, hätte der EHC Olten mit etwas Effizienz aus sechs Minuten Überzahl zurück ins Spiel finden können.

Doch dazu kam es nicht, weshalb selbst ein Söderström-Timeout und ein sechster Feldspieler trotz 13:5-Torschüssen im Schlussdrittel nicht mehr zur Wende verhalfen. «Wir hätten im Powerplay effektiver sein müssen. Das war nicht gut genug», bilanzierte Söderström, «aber heute ist Bescheidenheit unser Schlüsselwort. Eine solche Niederlage gehört zum Erfolg dazu. Es braucht in einer langen Saison hin und wieder eine Ohrfeige, damit man demütig bleibt und man sich wieder bewusst wird, was es für einen Sieg braucht. Solange wir daraus lernen und solange wir bescheiden bleiben, kann ich mit dieser Niederlage leben.»

Angriff auf Platz eins, Verteidigen von Platz zwei

Erfreulich war, dass mit Philipp Rytz ein Leader zurück ins Team fand, nachdem er die vergangenen vier Spiele verletzungsbedingt fehlte. Er habe sich gut erholen können, fühle sich körperlich gut, auch wenn er den Rhythmus wieder finden müsse. Er sei froh, habe das Team auf die Ausfälle von Horansky, Knelsen und ihm hervorragend reagiert. «Es ist schön zu sehen, dass wir eine grosse Einheit sind und auch mal andere Spieler aufstehen können», so der ­Captain.

Mit der 1:3-Niederlage lässt der EHC Olten vor dem grossen Knüllerspiel vom Mittwoch gegen Kloten (Kleinholz, 19.45) den Leader wieder auf fünf Punkte davonziehen, der bei den Ticino Rockets beim 9:1-Sieg nichts anbrennen liess.

Und aus dem Angriff auf Platz eins wird für die Oltner plötzlich auch ein Verteidigen von Platz zwei. Denn Ajoie rückt auf zwei Punkte heran. Verliert der EHCO das kapitale Spitzenspiel zuhause gegen Kloten, droht plötzlich Platz drei.

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