Die Enttäuschung nach Spielschluss hielt sich bei den SCL-Akteuren verständlicherweise in Grenzen. 2:4 gegen das oberklassige Lugano ist ein achtbares Resultat und es war ja schliesslich auch nur ein Testspiel. Und trotzdem: Irgendwie hatte man das Gefühl, dass ein Sieg gegen dieses Lugano gestern im Bereich des Möglichen lag. «Wir machten aber einige Fehler zu viel», analysierte Manuel Holenstein den Grund der Niederlage treffend.

Lugano ohne Söldner

Dabei standen bereits die Vorzeichen für eine Überraschung vor Spielbeginn gut. Im Kader der Luganesi fehlten gleich einige Schwergewichte. Nummelin, Domenichelli, Murray, Bednar, Rintanen und der Neuzugang aus der NHL Rob Niedermayer blieben zu Hause im sonnigen Tessin. Also mussten es die Schweizer im Team von Barry Smith richten.

Und die machten ihren Job anfangs gut. Von der ersten Minute an powerten die Gäste aufs Tor von Marc Kern. Und es ging nicht lange, da schlug es hinter dem SCL-Keeper ein. Simion traf für die Luganesi nach 76 Sekunden. «Sie haben uns am Anfang etwas überrascht», gab Holenstein nach Spielende zu.$

Doppelschlag spielentscheidend

Aus SCL-Sicht gab Jeff Campbell den Startschuss in den Abend. Nach Hälfte des Startdrittels zog er allein auf Lugano-Keeper Bullo los und bezwang diesen traumwandlerisch sicher. Auch der zweite SCL-Treffer im Mitteldrittel konnte sich sehen lassen. Tim Weber verwertete nach wunderschönem Zuspiel vom wiedergenesenen Marco Gruber. Aber auch die Luganesi skorten im zweiten Spielabschnitt.

Ein Doppelschlag von Burki entschied die Partie, denn im Schlussabschnitt hatte der SCL der Niederlage nichts mehr entgegen zu setzen. «Wir hatten unsere Chancen, aber uns gelang leider nicht so ein super Match wie gegen Langnau», so Holenstein. Der 20-jährige Stürmer bekam gestern die Möglichkeit, neben Kelly und Campbell in der ersten Linie zu spielen. «Es war toll, mit ihnen zu spielen. Die Kanadier pflegen einen eigenen Hockey-Stil. Manchmal wusste ich nicht genau, wo ich hinstehen soll, aber neben ihnen siehst du eigentlich immer gut aus», sagte der Jungstürmer.