Eishockey
Erst ab der Hälfte ein Leader: Olten schlägt Basel am Ende deutlich mit 6:1

Es war lange ein zähes Ringen im Oltner Kleinholz. Die Sharks aus Basel gingen durch Jamie Wright gar mit 0:1 in Führung. Dann lancierte Colton Fretter die Druckphase des NLB-Tabellenführers – und das Spiel nahm den gewünschten Ausgang.

Jürg Salvisberg
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Freud und Leid: Oltens Colton Fretter jubelt, Basel lässt den Kopf hängen. AESCHBACHER

Freud und Leid: Oltens Colton Fretter jubelt, Basel lässt den Kopf hängen. AESCHBACHER

Hansruedi Aeschbacher

Durch den krankheitsbedingten Ausfall von Pascal Krebs rutschte Andrea Grassi von der vierten in die zweite Linie vor, was in seiner vorherigen Formation eine Lücke für Marco Vogt eröffnete. Und der oft als verletzt oder überzählig gemeldete Stürmer nutzte seine Chance bereits bei seinem allerersten Einsatz, als er von Martin Wüthrich schön bedient wurde. In der 11. Minute glich der linke Flügel das dreieinhalb Minuten zuvor geschossene Tor der Basler durch Jamie Wright aus. «Ich kam in dieser Saison erst das zweite Mal als Stürmer zum Einsatz», gab Vogt nach dem Spiel zu Protokoll. «Nun hoffe ich, dass der Coach Vertrauen schöpft.» Er spekuliere nicht auf Verletzungen anderer Akteure, sagte der 22-jährige Angreifer, doch noch mehr als die allgemeine Ungewissheit mache ihm zu schaffen, dass er nie wisse, ob er sich als Verteidiger oder Stürmer bereit halten müsse.

«Gleich zu Beginn schenkte uns der Schiedsrichter ein Powerplay, das wir nicht genützt haben», blickte Vogt auf die kritische Startphase zurück. «Wir haben uns zu viele Scheibenverluste in der Mittelzone geleistet. Erst nach dem 2:1 haben wir sicher aufgespielt.» Die Oltner, die sich gegen die motivierte und engagierte Spielweise der Sharks schwertaten, fanden in der Tat nur allmählich zu ihrem gewohnten Rendement. Colton Fretter brachte den Tabellenführer in der 19. Minute mit dem zweiten Tor im Buebetrickli-Stil aufs Gleis. Weiterhin Wünsche offen bei Coach Scott Beattie und den einheimischen Fans liess noch das Überzahlspiel. Bei der zweiten Gelegenheit zum Auftakt des Mittelabschnitts machte wenigstens schon die Powerplayformation einen überzeugenden Eindruck.

Doch als Fretter in der gegnerischen Zone die Scheibe zu kurz spielte, konnte sich Basel-Topskorer Jonathan Roy dazwischenschalten und trotz Behinderung durch Romano Pargätzi gegen Thomas Kropf losziehen. Ein 2:2 mittels Shorthander hätte die Gastgeber zu diesem Zeitpunkt noch vom Kurs abbringen können, Oltens Goalie unterband dieses Szenario mit seiner Intervention. Während die Gäste mit kompromissloser Direktheit den Abschluss suchten, stand bei den Oltnern teilweise noch die offensive Eleganz der Effizienz im Wege. Dass sich beide Aspekte auch vereinen lassen, demonstrierte die 34. Minute: Marco Truttmann schob den Puck im letzten Moment noch unter einem fliegenden Basler durch zu Marty Sertich auf die rechte Seite, und der US-Amerikaner schloss hoch ins Netz zum 3:1 ab. Die Null in der Powerplaybilanz hatten die Platzherren damit auch getilgt.

Als Fretter in der 36. Minute einen Schuss Aeschlimanns zum 4:1 in die Maschen setzte, waren die drei Punkte für Olten fast schon unter Dach und Fach. Kleine Unaufmerksamkeiten und das durch teils zweifelhafte Ausschlüsse noch ansteigende Strafenbarometer konnten die Oltner im Schlussdrittel nicht mehr aus der Siegesroutine bringen. Remo Hirt, der sich in der 43. Minute von halblinks die Torecke aussuchen konnte, und Diego Schwarzenbach, der Sertich in der 53. Minute noch zu einem zweiten Scorerpunkt verhalf, realisierten ein Endresultat, das dann doch über jeden Zweifel erhaben war.

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